Tausende Stellen fallen weg
High-Tech-Krise kostet Jobs

Die Technologiekonzerne Philips und Cisco haben überraschend pessimistische Ausblicke auf das kommende Quartal gegeben. Beide kündigten zudem an, Tausende Arbeitsplätze zu streichen. Zeitungsberichte über bevorstehende Entlassungswellen bei Ericsson und Texas Instruments sowie eine Gewinnwarnung von Unisys verlängerten die Kette von Hiobsbotschaften noch.

dih/hst/sbe/su DÜSSELDORF. Der niederländische Elektronikkonzern Philips Electronics NV schockierte Analysten mit einem Gewinneinbruch um 90 % auf nur noch gut 100 Millionen Euro im ersten Quartal. Für das zweite Quartal erwartet er sogar rote Zahlen. Die überraschend schwache Nachfrage habe dazu geführt, dass Überkapazitäten und hohe Lagerbestände aufgelaufen seien, erklärte das Unternehmen. Es reagiert darauf mit einem Abbau von 7 000 Stellen. Die Philips-Aktie sackte um zeitweise mehr als zehn Prozent ab.

Nach Börsenschluss in den USA hatte der Telekom-Netzausrüster Cisco Systems Inc. eine Gewinnwarnung für das soeben begonnene Quartal veröffentlicht. Der Gewinn werde deutlich niedriger ausfallen als von Analysten vorausgesagt, teilte der Konzern mit. Der Umsatz werde gegenüber dem Vorquartal um 30 Prozent einbrechen. Auch im darauffolgenden Quartal werde er bestenfalls stagnieren. Die Wall Street reagierte relativ gelassen. Zu Handelsbeginn verlor der Wert in New York rund 5 %.

Bei Cisco werden dem Sparkurs 8 500 Stellen zum Opfer fallen. Das Unternehmen kündigte an, es werde zudem für den Abbau von Lagerbeständen 2,5 Milliarden Dollar ausgeben. Cisco-Chef John Chambers sagte, die Nachfrageschwäche sei von den USA nach Asien und Europa übergeschwappt. "Dies könnte der bisher rascheste Abschwung in einer Branche unserer Größenordnung sein." Philips sieht "keine Anzeichen dafür, dass die konjunkturelle Abkühlung zu einem Ende kommt".

Auch der Fotokonzern Eastman Kodak Co. kündigte gestern an, 3 500 Stellen zu streichen. Der Chiphersteller Texas Instruments Inc. wird laut Wall Street Journal bei der Vorlage der Quartalszahlen den Abbau von 2 000 Arbeitsplätzen bekannt geben.

Auch bei dem schwedischen Mobilfunkausrüster Ericsson steht ein größerer Stellenabbau bevor. Gewerkschaftsvertreter befürchten, dass der Konzern bis zu 30 000 der weltweit 105 000 Arbeitsplätze streichen will.



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