Tausendsassa oder Spezialist?
Zukunft des Taschencomputers

Galt vor Jahren das Handy noch als Statussymbol, ist es heute der Taschencomputer. Die Herstellern glauben, dass einem Kommunikationsmittel mit möglichst vielen Funktionen die Zukunft gehört.

dpa HANNOVER. Galt vor Jahren das Handy noch als Statussymbol, ist es heute der Taschencomputer. Für den Arbeitsnomaden gehört das Gerät zum Verwalten von Daten wie Adressen und Kalendereinträgen unbedingt ins Gepäck. Ist jedoch bereits ein Mobiltelefon, Laptop und Musikabspieler in der Tasche, bleibt nur wenig Platz für anderes. Manche Taschencomputer-Hersteller glauben daher, dass einem Kommunikationsmittel mit möglichst vielen Funktionen die Zukunft gehört. Andere setzen auf Leichtigkeit und Flexibilität mehrerer Geräte. Beide Lösungsansätze für den Taschencomputer - auch PDA, Organizer oder Handheld genannt - sind auf der CeBIT (13. bis 20. März) in Hannover zu sehen.

Analysten stehen der Ein-Geräte-Lösung mancher Anbieter skeptisch gegenüber. Jeder rede über eine Kombilösung aus PDA und Mobiltelefon (Smartphone) als einem Konkurrenzprodukt zum Organizer, sagte Roberta Cozza vom Marktforschungsinstitut Gartner Dataquest. "Die Vorteile dieser Geräte sind für viele Nutzer noch nicht absehbar", dämpft sie die Erwartungen. "Viele Kunden der Zielgruppe haben bereits einen Organizer und ein Mobiltelefon. Sie wollen beide Geräte behalten", sagte Chris Jones vom Marktbeobachtungsinstitut Canalys. PDAs mit kabellosen Übertragungstechniken und herkömmlichen Vermittlungswegen gewährleisteten die nötige Flexibilität.

Doch nicht nur Mobiltelefon und PDA lassen sich zu einem Smartphone kombinieren, wie es Handspring für die neue Produktserie "Treo" getan hat. Der " Sony Clie" bietet mit seinem hoch auflösenden Farbmonitor Komfort für die Augen und spielt Musik ab für die Ohren. Als weiteres Zubehör plant der japanische Konzern ein Kamera-Modul. Mit dem "iPaq" von Compaq lassen sich mit entsprechender Software kleine Filme sehen oder Internet-Radio hören.

Einig sind sich die Hersteller in der Bedeutung des Geschäfts. "Das ist ein strategischer Markt", sagte Olaf Pempel von Sony. Der japanische Konzern bietet erst seit dem vergangenen Jahr Organizer an. Das Wettbewerbsklima werde härter; mittlerweile hätten 27 verschiedene Hersteller über 80 verschiedene Modelle im Sortiment, sagte Marcus Bregler, Palm-Verkaufschef Europa. Nach neuesten Zahlen von Gartner Dataquest ist der PDA-Markt 2001 im Vergleich zum Vorjahr in Westeuropa gar nur um 0,9 % gewachsen.

Besonders erfolgreich auch auf dem PDA-Markt ist der Mobiltelefonhersteller Nokia mit seinem "Communicator". Nach einer Studie von Canalys lieferte der finnische Hersteller im vergangenen Jahr erstmals mehr "Communicator" an die Händler aus als die Taschencomputer-Hersteller und übertraf damit die PDA-Marktführer Palm und Compaq.

"Der Communicator ist ein Werkzeug vor allem für Geschäftsleute", sagte Michael Heidemann von Nokia. Neben Telefonieren könnten sie ihre geschäftlichen E-Mails lesen und Unternehmsdaten aus dem Internet abfragen. Heidemann hält die Ein-Geräte-Lösung für Kunden, die sich weniger für die Technik interessieren, für einfacher.

Gegen den Trend stemmt sich Marktführer Palm. "Wir machen nicht mit bei der eierlegenden Wollmilchsau", sagte Bregler. Der US- Hersteller setzt auf handliche Organizer, die mit jedem anderen Gerät Daten austauschen können - möglichst kabellos. Palm favorisiert die Übertragungstechnik Bluetooth, die auf Rundfunkwellen basiert.

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