Tauziehen um 100 000 Kunden
Freenet und Tiscali prüfen Übernahme von Planet Internet

Die Internetzugangsdienste Tiscali, München, und Freenet, Hamburg erwägen, den Konkurrenten Planet Internet Germany zu übernehmen.

jgo DÜSSELDORF. Der Internetzweig des verschuldeten Telekommunikationsunternehmen KPN steht in Deutschland zum Verkauf. Nach Informationen von Handelsblatt.com hat der Vorstandsvorsitzende der Freenet AG, Eckhard Spoerr, am Mittwoch mit dem Internet Service Provider aus Berlin Kontakt aufgenommen. Unternehmenssprecherin Elke Rüther bestätigte das Interesse. "Ein Erstkontakt hat stattgefunden. Wir prüfen ein Engagement."

Auch der Dienst Tiscali ist an Planet Internet interessiert. Deutschland-Geschäftsführer Carl Mühlner sagte Handelsblatt.com: "Wir prüfen eine Übernahme." Dabei richtet sich das Interesse von Tiscali vor allem auf die Geschäftsbeziehungen. "Im ersten Schritt geht es uns darum, die Kunden weiter zu betreuen", sagte Mühlner. "An den Mitarbeitern sind wir weniger interessiert." Die Wachstumsstrategie von Planet Internet beurteilt Mühlner kritisch. "Wenn man den Aufwand betrachtet, der dahinter steckte, sind 100 000 Kunden seit dem Start nicht viel."

KPN-Sprecher Micher Hueber wollte auf Anfrage keinerlei Angaben darüber machen, mit welchen Unternehmen derzeit Übernahmegespräche geführt werden. "Über laufende Verhandlungen sage ich kein Wort", sagte der Sprecher.

Freenet und Tiscali liegen in Deutschland fast gleichauf

In den vergangenen Monaten hat sich Tiscali durch Übernahmen von zahlreichen Internet Service Providern wie Nikoma, Hamburg, und Addcom, München, in Deutschland einen Kundenstamm von mittlerweile 1,8 Mill. Kunden aufgebaut und will in Europa dem Marktführer T-Online den ersten Platz streitig machen. Die Mobilcom-Tochter Freenet dagegen konzentriert sich auf den deutschen Markt. Zuletzt meldete der Dienst 1,77 Mill. Nutzer. "Wir haben bislang nicht durch die Übernahme von Konkurrenten zugelegt", umreißt Rüther die bisherige Strategie.

Mühlner sagte, Tiscali halte auch in Zukunft an seiner Expansionsstrategie fest. "Wir sind im Moment dabei, eine Plattform für die Integration weiterer Dienste, die noch im Markt sind, aufzubauen." Nach größeren Diensten stünden nun kleinere Internet Service Provider auf der Liste.

Service als Waffe gegen AOL und T-Online

Weniger Bedeutung als früher wird Mühlners Auffassung nach in Zukunft bei der Auswahl des Internetdienstes den Tarifen zukommen. "Der Preis war bis vor wenigen Monaten ein Schlüsselkriterium. Inzwischen hat sich das geändert." Nutzer setzten inzwischen vielmehr auf den Anbieter mit dem besten Service. In dieser Hinsicht will Tiscali den Internetdiensten AOL und T-Online, die über Abonnenemtgebühren Zusatzangebote zum Internetzugang mitfinanzieren, Paroli bieten. "Den Zugang werden wir aber nicht verteuern", versicherte Mühlner.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%