Tauziehen um Bundesliga-Rechte
ARD hat noch keinen Zuschlag

Die ARD hat entgegen eigener Erwartungen bei den Verhandlungen um die Senderechte für die Fußball-Bundesliga noch keinen Zuschlag erhalten.

Reuters FRANKFURT. Die Verhandlungen um die Rechte für die Samstags-Spiele mit dem Rechteinhaber Infront seien weit fortgeschritten, teilte die ARD am Dienstag mit. Derzeit werde an Vertragsdetails gearbeitet. Mit einem Abschluss sei in den nächsten Tagen zu rechnen. SWR-Intendant Peter Voß hatte am Vortag gesagt, er gehe davon aus, dass die Verhandlungen mit Infront am Dienstag abgeschlossen würden.

Die öffentlich-rechtliche Sendergemeinschaft ARD hofft, mit dem Erwerb der vor elf Jahren an die private TV-Gruppe Pro Sieben Sat1 verlorenen Senderechte die legendäre "Sportschau" im ersten Fernsehprogramm wiederbeleben zu können. ARD und ZDF bieten insgesamt 55 Mill. ? für die Rechte, an beiden Tagen wobei die ARD die Samstagsspiele und das ZDF die Sonntagsspiele zusammenfassen will. Verhandlungspartner der ARD ist der Schweizer Sport-Rechtevermarkter Infront, der früheren Sportsparte der insolventen KirchMedia. Zum Infront-Management gehört Ex-Fußballnationalspieler und ARD-Fußballkommentator Günter Netzer.

Sat1 hat generelles Interesse

Unterdessen hat der Fernsehsender Sat1 sein generelles Interesse an der Übertragung der Fußball-Bundesliga in der neuen Saison 2003/04 bekräftigt. Sollten die TV-Rechte für die Samstagsspiele an die ARD vergeben werden, wäre Sat1 nach den Worten von Geschäftsführer Jürgen Doetz zumindest an einer Übertragung der Sonntagsspiele interessiert. Infront sei mit einer solchen Anfrage an den Sender Sat1 herangetreten, sagte Doetz am Dienstag am Rande des Medienforums NRW in Köln. "Wir haben da gestern noch gerechnet. Ich nehme an, dass das Angebot da ist", fügte er hinzu. Neben dem ZDF und dem Sportkanal DSF wäre Sat1, der bisher die Rechte für alle Spiele der 1. Bundesliga hatte und Zusammenfassungen in der Sendung "ran" zeigte, der dritte Bieter für die Auswertung der Sonntagsspiele.

ZDF im Rennen um Sonntagsspiele

Das ZDF bietet nach den Worten von Chefredakteur Nikolaus Brender einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag für das Recht, am Sonntag Zusammenfassungen der Bundesliga-Spiele zu zeigen. Den Kaufpreis werde das ZDF zum Teil mit Sponsoring finanzieren. Allerdings müssten die Sonntagspartien, die bisher um 17.30 Uhr angepfiffen wurden, bereits um 16.30 Uhr starten, sonst würde die Sportberichterstattung der "heute"-Sendung um 19.00 Uhr ins Gehege kommen, erläuterte Brender. Ab 18.15 Uhr würde das ZDF dann über die Ergebnisse der 1. Liga berichten.

Vor allem in dieser geplanten zeitlichen Verschiebung der Spiele der 1. Liga, die sich so mit den Begegnungen der Amateure überschneiden würden, wittern die Privatsender ihre Chance. "Ich glaube nicht, dass der Preis diesen Wettbewerb entscheidet", sagte Werner Klatten, Vorstandschef des DSF-Gesellschafters EM.TV. Das DSF habe auch mehr Sendezeit und sei attraktiver für die Werbeindustrie, weil das ZDF als öffentlich-rechtlicher Sender Sonntags keine Werbung zeigen darf.

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