Tauziehen um die Maschine ist noch nicht beendet
US-Crew reist von China zurück in die Heimat

Die von China freigelassene US-Flugzeugcrew ist auf dem Weg in die Heimat. Unklar ist weiter, was aus dem Spionageflugzeug werden soll. Auf Aufklärungsflüge an den Grenzen Chinas wollen die USA offenbar auch in Zukunft nicht verzichten. Am 18. April werden beide Seiten die Sitation erneut erörtern.

dpa/afp WASHINGTON/PEKING. Die 21 Männer und drei Frauen landeteten heute zunächst auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Andersen auf der Pazifikinsel Guam. Sie hatten die südchinesische Insel Hainan an Bord einer von den US-Streitkräften gecharterten Verkehrsmaschine der Continental Airlines verlassen. Dort war ihr Aufklärungsflugzeug vor elf Tagen nach einer Kollision mit einem chinesischen Abfangjäger über dem Südchinesischen Meer notgelandet. Von Guam soll die Crew noch am selben Tag mit einer Militärmaschine nach Hawaii weiterfliegen. An Bord befinden sich zudem Ärzte, Psychologen und Geheimdiesntspezialisten.

Was mit der notgelandeten US-Maschine geschehen soll, wollen die USA und China am 18. April besprechen. Bei dieser Gelegenheit sollen auch die von Peking heftig kritisierten US-Spionageflüge vor der chinesischen Küste erörtert werden. Washington hat bereits erklärt, daran festhalten zu wollen.

Bedauern wird in China als Entschuldigung ausgegeben

Die staatlich gelenkten chinesischen Medien stellten die Worte des Bedauerns der USA, dass ihnen der Luftzwischenfall Leid tue, am Donnerstag als die geforderte "Entschuldigung" dar. Doch meldeten sich nach der Freilassung der Besatzung des amerikanischen Aufklärungsflugzeugs im Volk oder in Internet-Foren auch kritische Stimmen, die zu viel Nachgiebigkeit der chinesischen Regierung gegenüber den USA bemängelten.

Das kommunistische Parteiorgan "Volkszeitung" und die Armeezeitung "Jiefang Junbao" sprachen von einem "Entschuldigungsbrief" der USA. Die Pekinger Zeitung "Beijing Chenbao" titelte: "Am Ende entschuldigten sich die USA". Dabei benutzte das Blatt sogar den chinesischen Begriff "daoqian", der eine formelle Entschuldigung mit Übernahme der Schuld und Verantwortung bedeutet.

Dagegen hatten die USA betont, dass sie sich bei China nicht zu entschuldigen hätten, auch wenn ihnen der Luftzwischenfall am 1. April, bei dem der chinesische Pilot ums Leben gekommen war, "sehr Leid tut" (very sorry). Im Internet-Forum der "Volkszeitung" meldeten sich daher kritische Stimmen aus dem Volk: "Legt uns nicht mit Wortspielen rein, als wenn wir kein Englisch könnten."

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