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Tauziehen um Investoren

Das Tauziehen zwischen der Old und der New Economy um das Geld der Investoren wird durch die Flut an Quartalszahlen kräftig angefacht. Während die Mehrheit der Unternehmen aus der Old Economy zufriedenstellende Ergebnisse vorlegte, bleibt das Bild bei den Hightechs trübe. An diesem Donnerstag können sowohl Eli Lilly als auch Philip Morris und PepsiCo einen erfreulichen Verlauf des zweiten Quartals verkünden. Unter Abgabedruck könnten die Aktien von Pharmakonzern Eli Lilly dennoch geraten. Zwar konnten die Gewinnschätzungen im abgelaufenen Quartal um einen Cent übertroffen werden, allerdings senkt das Management die Prognosen für das dritte und vierte Quartal. Ansonsten zeigt sich die Analystenriege vor Börseneröffnung positiv gestimmt. So empfehlen die Aktienexperten von Goldman Sachs unter anderem die Papiere von Philip Morris, United Technologies, Boeing, Tyco International und American Express zum Kauf.

Wie bereits zur Wochenmitte bieten die Hightech-Ergebnisse erneut reichlich Anlaß zur Kritik. Im Mittelpunkt

sollten an diesem Donnerstag unter anderem die Aktien von IBM stehen. Der Gewinn konnte mit 1,15 Dollar pro Aktie die Erwartungen der Analysten zwar erfüllen, dennoch verfehlte der Konzern mit einem Umsatz von 21,6 Milliarden Dollar die Prognosen um rund 900 Millionen Dollar. Wie auch das Management von Siebel Systems, betonte die IBM-Unternehmensleitung, das Umfeld für Technologie-Unternehmen werde im dritten Quartal noch schwieriger sein als im zweiten Quartal. Im PC- und Festplattenbereich erwartet IBM bis ins zweite Halbjahr hinein eine schwache Nachfrage. Zudem zeichneten sich in der Mikroelektronik-Sparte erste Probleme ab. "Big Blue scheint einer der letzten Chiphersteller zu sein, der die schwache Endmarktnachfrage und die überhöhten Lagerbestände bei der Kundschaft zu spüren bekommt", so Laura Conigliario von Goldman Sachs über IBM. Die Analystin senkt die Gewinnprognosen für das dritte Quartal um 14 Cents auf 95 Cents pro Aktie und für das Jahr 2002 um 20 Cents auf 5,25 Dollar pro Aktie. Die Kaufempfehlung behält sie dennoch bei. Dagegen bleiben die Kollgen von Credit Suisse bei ihrer Bewertung, die Aktie lediglich zu "halten". Augrund des Einbruchs in der Hardware-Sparte, senkt der zuständige Analyst die Gewinnerwartungen für 2001 und 2002 tiefer an. Das Kursziel für die Aktie wird ebenfalls von 125 auf 100 Dollar reduziert.

Während IBM unter Beschuss geraten dürfte, könnte sich Dell Computer positiv abheben. Das Management hat vor Börseneröffnung die Gewinnprognosen für das zweite Quartal bestätigt. Man werde in der Lage sein, einen Gewinn von 16 Cents pro Aktie auszuweisen. Der Wert reagierte auf die Meldung vorbörslich freundlich.

Die von vielen Investoren erhoffte Erholung der Technologie-Titel lässt auch weiterhin auf sich warten. "Viele hoffen auf eine wundersame Erholung ab Mitte des Jahres. Eine Hoffnung, die wir nicht teilen", sagte Tom Siebel, Chef des gleichnamigen Unternehmens. Der auf eBusiness-Anwendungen spezialisierte Anbieter konnte im abgelaufenen Quartal die Gewinnschätzungen um zwei Cents übertreffen. Die skeptischen Kommentare des Managements dürften die Aktie jedoch im Tagesverlauf belasten. Wie auch bei IBM senkt die Credit Suisse auch hier die Gewinnprognosen. Das Kursziel wird auf 35 Dollar gekürzt. Volatil dürfte auch der Handelsverlauf bei den Aktien von Celestica und Applied Micro Circuits verlaufen. Die beiden Auftragshersteller von Elektrokomponenten konnten im abgelaufenen Quartal die Gewinnprognosen der Analysten erfüllen. Celestica konnte die Erwartungen zwar um einen Cent schlagen, verdankt dies jedoch nur dem Effekt einer niedrigeren. Andernfalls hätte das Unternehmen die Erwartungen um einen Cent verfehlt. Das Management war zudem nicht bereit, eine Prognose für das dritte Quartal abzugeben.

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