Team-Check: Gruppe B
Von den Meistern und den Lehrlingen

In der Gruppe B der Euro 2004 scheinen die Rollen klar verteilt. Mit Titelverteidiger Frankreich und dem Team aus dem "Mutterland des Fußballs", England, stehen zwei international renommierte Mannschaften zwei vermeintlichen Underdogs gegenüber. Doch Kroaten und Schweizer werden sich nicht freiwillig mit dem olympischen Gedanken "dabei sein ist alles" abspeisen lassen.

DÜSSELDORF. Der größte Druck lastet dabei sicherlich auf den Franzosen. Um nicht eine ähnliche Pleite wie bei der Weltmeisterschaft 2002 zu erleben, als sie ohne ein einziges erzieltes Tor schon in der Vorrunde ausschieden, hofft die "Equipe Tricolore" an die großartigen Erfolge vergangener EM-Turniere anknüpfen zu können. Immerhin hatte das Team bei nur insgesamt fünf EM-Teilnahmen vier Mal das Halbfinale erreicht und bei den vergangenen zwei Turnieren auch den Titel erobert. Da erwartet die französische Öffentlichkeit und wohl auch die Mannschaft selbst natürlich auch dieses Mal Großes.

Was die Franzosen zu leisten in der Lage sind, beweisen sie eindrucksvoll in der Qualifikation, die sie mit acht Siegen in acht Spielen bei nur insgesamt zwei Gegentoren mehr als souverän durchliefen. Auf insgesamt unglaubliche 14 Siege in Folge bis zum 31. März 2004 kam die französische Nationalelf nach der Amtsübergabe von Roger Lemerre an den neuen Nationaltrainer Jacques Santini. Dieser verstand es, das zweifellos vorhandene große Leistungspotenzial der Mannschaft nach der unrühmlichen WM-Pleite 2002 wieder zu wecken. So hat in personeller Hinsicht wohl kaum ein Nationalteam der Euro 2004 in fast allen Mannschaftsteilen ein solch großes Potenzial an Weltklasse-Spielern zu bieten, wie die Franzosen. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Aktiven des EM-Kaders bei Vereinen unter Vertrag, die eine wichtige Rolle innerhalb der europäischen Vereins-Wettbewerbe spielen.

Wie schon in den vergangenen erfolgreichen Jahren liegen die Stärken des EM-Titelverteidigers in der Offensive. Neben Mittelfeldstar Zinedine Zidane, der nach wie vor als Denker und Lenker alle Freiheiten im taktisch offensiven Bereich genießt, zieht die eingespielte "Arsenal-Achse" mit Robert Pires und Patrick Viera im exzellent besetzten Mittelfeld die Fäden. Darüber hinaus kann Frankreich auf zwei der besten europäischen Stürmer setzen: Thierry Henry und David Trezeguet bilden die Stammbesetzung im Angriff.

Falls es so etwas wie eine Achillesferse im französischen Team gibt, ist es wohl die etwas in die Jahre gekommene Abwehr. Hier gilt es für Rekordnationalspieler Marcel Desailly (35), Lilian Thuram (32) und Bixente Lizarazu (34) die nachlassende Spritzigkeit mit ihrem großen Erfahrungsschatz wett zu machen. Überdies hinterlässt Torwart-Legende Fabien Barthez nicht in jeder Situation den allersichersten Eindruck und ist ab und an für einen Aussetzer gut.

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