Team Telekom nicht unzufrieden, nicht glücklich
Zabel ist immer noch heiß auf Grün

Wenn Jan Ullrich bitten lässt, wird es um das Team Telekom bei der Tour de France ruhiger. Während der Rad- Olympiasieger und das Team Bianchi den Medienrummel auf sich ziehen, ist die Herberge der Bonner zur selben Zeit längst nicht mehr ein so begehrtes Ziel wie früher. Die Telekom-Bilanz der ersten Tage bei der 90. Tour fällt zwar ordentlich aus, doch so richtige Zufriedenheit herrscht beim deutschen Branchenprimus auch nicht.

HB/dpa VITRY-LE-FRANCOIS. "Wir machen weiter wie bisher und versuchen, jeden Tag dabei zu sein. Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn Erik Zabel einen Sprint gewonnen hätte", sagte Teammanager Walter Godefroot mit Blick auf die Massensprints der ersten drei Etappen. Dort war Zabel einmal Dritter und zwei Mal Vierter geworden, im Mannschaftszeitfahren landeten die Fahrer in Magenta auf dem respektablen sechsten Rang. "Das ist gut, aber perfekt ist etwas anderes. Wenn man von Etappensiegen träumt, muss man sich daran messen lassen", erklärte der am Montag 33 Jahre alt gewordene Kapitän Zabel in Vitry-le-Francois.

Auf der weinroten Plüschgarnitur im "Hotel de la Poste" ließ der sechsmalige Gewinner des Grünen Trikots durchblicken, dass er diese Trophäe auch diesmal sehr wohl wieder im Auge hat. "Ich führe mir abends nach den Rennen den Punkt-Rückstand vor Augen. Bisher bin ich angenehm überrascht", sagte Zabel. Vor der 5. Etappe nach Nevers am Donnerstag belegt der deutsche Meister Platz zwei in dieser Wertung. In Grün startete der Australier Robbie McEwen, der sich das Trikot im vorigen Jahr erstmals gesichert hatte.

Doch Zabel erscheint der WM-Zweite, der seine harte Fahrweise auch bei dieser Tour schon wieder übertrieb, nicht so souverän wie vor zwölf Monaten. "Er ist der Mann, der Grün verteidigen will. Er ist zäh, clever und bereit, alles zu geben. Im Vorjahr hat er einen starken Eindruck gemacht und die wichtigen Sprints gewonnen, so dass er in einer komfortablen Situation war. Diesen Eindruck hinterlässt er diesmal nicht", urteilte Zabel. Den zweimaligen Etappengewinner Alessandro Petacchi hält er für den derzeit schnellsten Mann im Feld, doch ob der Italiener Paris erreicht, erscheint fraglich. Beim Giro d'Italia war Petacchi auf einer schweren Alpenetappe kurz vor Ende der Rundfahrt wegen Zeitüberschreitung disqualifiziert worden.

In den Alpen soll in den kommenden Tagen bei Telekom erstmals Santiago Botero auftrumpfen. Der Kolumbianer zeigte sich nicht unzufrieden mit seinen anderthalb Minuten Rückstand auf Favorit Lance Armstrong nach dem Mannschaftszeitfahren. "Ich habe dabei schon einmal fünf Minuten auf ihn verloren", erklärte Botero. Der Tour- Vierte des vergangenen Jahres kündigte für die Berge eine Offensive an. So richtig an einen Erfolg scheint der amtierende Zeitfahr- Weltmeister allerdings selbst nicht zu glauben: "Ich weiß nicht, wie man Armstrong schlagen kann. Er ist genauso stark wie im vorigen Jahr. Aber wir werden es versuchen und sehen, was passiert."

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