Team Telekom schlägt sich gut
Armstrong liegt jetzt 38 Sekunden vor Ullrich

Zum ersten Mal in diesem Jahr hat Lance Armstrong eine Tour-Etappe dominiert. Hinter US-Postal und Once landete Jan Ullrichs Team Bianchi auf dem dritten Platz.

HB/dpa SAINT-DIZIER. Der große Gewinner des Mannschaftszeitfahrens bei der Tour de France hieß am Mittwoch Lance Armstrong. Sein US-Postal-Team gewann den 69 km langen Kampf gegen die Uhr zwischen Joinville und Saint Dizier in 1:18,27 Stunden, was Armstrongs Team-Kollegen Victor-Hugo Pena aus Kolumbien das Gelbe Trikot einbrachte. Jan Ullrich hielt den Rückstand auf der 4. Etappe mit seinem Bianchi-Team im Rahmen und verlor auf den vierfachen Toursieger Armstrong 43 Sekunden. Bianchi brachte nur sieben Fahrer geschlossen ins Ziel, Fabrizio Guidi (Italien) und Aitor Garmendia (Spanien) fielen vorher zurück. "Wir haben bisher nie ein Mannschaftszeitfahren bei der Tour gewonnen. Das ist eine große Genugtuung. Das war heute mit dem Gegenwind sehr schwierig", freute sich Armstrong.

Vorjahressieger Once mit dem Ansbacher Jörg Jaksche blieb 30 Sekunden hinter US Postal und 13 Sekunden vor Bianchi Rang zwei. Zu den Verlierern gehörte erwartungsgemäß auch das italienische Saeco-Team des Giro-Gewinners Gilberto Simoni. Der Italiener, der mit dem Gelben Trikot geliebäugelt hatte und Armstrong vor der Tour besonders in den Bergen einen heißen Kampf prophezeit hatte, verlor 3:02 Minuten auf das US-Postal-Team, das komplett ins Ziel rollte. Da half Simoni auch ein rosa gespritztes Fahrrad wenig. "Ein guter dritter Platz - ich bin sehr zufrieden. Jan ist sehr stark gefahren", stellt Bianchi-Teamchef Rudy Pevenage zufrieden fest.

Das Team Telekom, für das Erik Zabel nach drei verpassten Sprintsiegen an den Vortagen als Erster über die Ziellinie rollte, konnte sich mit zu den Gewinnern rechnen. "Das war das harmonischste Mannschafts-Zeitfahren, das ich je bei uns erlebt habe", sagte Routinier Rolf Aldag. Zabel registrierte zum Schluss einen kleinen Leistungs-Einbruch: "Das Zeitfahren hätte zehn Kilometer kürzer sein müssen." Telekom wurde sechster mit 1:30 Minuten Rückstand.

Armstrong legte einen furiosen Endspurt hin

Die Top-Teams begannen das Rennen vorsichtig und mit großem Respekt vor den ersten drei Kilometern, die bergauf führten. Bei der ersten Zwischenzeit nach 18 km lagen sowohl Once (8 Sekunden zurück) als auch US Postal (14) und Bianchi (16) hinter der zu diesem Zeitpunkt besten Zeit von Telekom. Danach änderten sich die Vorgaben mit steigender Distanz. Bei 44,5 km lag Once, geführt von Teamchef Manolo Saiz, einem ausgemachten Zeitfahr-Spezialisten, in Führung. Aber US Postal, zuletzt fast ständig von Armstrong angeführt, legte einen furiosen Endspurt hin.

Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer war mit großen Ambitionen angetreten. "Wir wollten heute die beste Zeit der drei deutschen Tour-Teams fahren. Leider hat es nicht geklappt, sicher auch, weil wir Torsten Schmidt schon nach zehn Kilometer verloren", sagte Holczer, der mit Rang zehn zufrieden sein musste.

Das Material spielte am Mittwoch wieder eine große Rolle. Armstrong trat mit einem von ihm mit entwickelten Helm an, Gerolsteiner fuhr mit breiteren Lenkern, die der Weltverband UCI erst vor wenigen Tagen genehmigt hatte, Telekom montierte bei zwei Fahrern eine dritte Bremse und Ullrichs Bianchi-Team erhielt erst in der Nacht die letzten drei Spezialmaschinen aus Italien.

Bei der zweiten Blut-Kontrolle gab es am Mittwoch erneut keine Beanstandungen. Diesmal wurden 54 Fahrer, darunter auch die neun Starter des Teams Gerolsteiner getestet. Vor Beginn der Tour waren am vergangenen Donnerstag alle 198 Fahrer zur Ader gelassen.

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