Team Telekom Zwölfter
„Gelber" Zabel verliert Trikot an Galdeano

Erik Zabel hatte nur 24 Stunden Freude an seinem Gelben Trikot. Erwartungsgemäß verlor der 32-jährige Telekom - Kapitän seine am Vortag errungene Spitzen-Position beim Mannschaftszeitfahren der Tour de France über 67,5 km von Epernay nach Château Thierry.

HB CHATEAU THIERRY. Der neue Mann in Gelb war nicht wie erwartet der alte Bekannte Lance Armstrong. Sein US-Postal-Team, bei der Katalonien- Rundfahrt vor zwei Wochen Gewinner eines Zeitfahrens, zog am Mittwoch gegen das spanische Once-Team den kürzeren. Deshalb übernahm Igor Gonzalez de Galdeano (Spanien), der Sieger der Deutschland-Tour, das "Maillot Jaune" von Zabel.

Once mit dem Ansbacher Jörg Jaksche siegte in 1:19:49 Stunden, US Postal verlor auf dem zweiten Tagesrang 16 Sekunden. Das Telekom-Team Zabels, der am Mittwoch ganz in Gelb antrat, fuhr 1:22:36 und landete damit auf dem 12. Platz. Der für einen Trikotwechsel auch in Frage gekommene Laurent Jalabert (Frankreich) verlor mit seiner CSC Tiscali-Mannschaft schon früh zwei Fahrer, so dass keine Hoffnungen auf den Tagessieg mehr bestanden. Das dänische Team erreichte den 3. Platz.

"Das war richtig schwer", sagte Zabel: "Der Berg nach etwa 30 Kilometern hat den Rhythmus der Mannschaft gebrochen. Es war schwer, zusammen zu bleiben. Aber wir sind als homogenes Team gefahren, wobei alle Respekt vor dieser Etappe hatten. Für unsere Verhältnisse war das eine Superleistung."

"Es war eigentlich klar, dass ich das Trikot verliere", zeigte sich Zabel ebenso wenig besonders enttäuscht wie Armstrong. "Okay, das ist eine kleine Überraschung, aber ich bin nicht enttäuscht. Bei uns lief alles rund, Once war eben ein bisschen besser", sagte der dreifache Tour-Sieger aus Texas, der weiter auf das "Maillot Jaune" warten muss, was aus taktischen Gründen nicht das Schlechteste sein muss.

"Wenn man bedenkt, dass uns die starken Zeitfahrer Ullrich, Klöden und Winokurow fehlen, haben sich die Jungs heute sehr gut aus der Affäre gezogen. Alle haben ihr Äußerstes gegeben, auch Fagnini", sagte Telekom-Teamchef Mario Kummer, der sich die Aufgabe mit Rudy Pevenage teilt. Der italienische Sprinter Gian Matteo Fagnini musste auf dem anspruchsvollen Kurs etwa zehn km vor dem Ziel abreißen lassen. Das Telekom-Team erreichte das Ziel mit acht Fahrern. Sogar im US- Postal-Team mussten individuelle Schwierigkeiten ausgebügelt werden, als der Luxemburger Benoit Joachim Probleme bekam.

"Die Flügel, die das Gelbe Trikot verleihen soll, nützt auf Steigungen wenig. Dass wir die Spitze heute verlieren würden, ist ja keine Überraschung", erklärte Pevenage. "Das Gelbe Trikot hat es heute nicht leichter gemacht", sagte auch Zabel, der sich bei der Tour jetzt wieder ganz auf Etappensiege und das Grüne Trikot, das er in den vergangenen sechs Jahren jedes Mal bis Paris trug, konzentrieren will.

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