Team von Bundestrainer Zach hat sich bisher hervorragend geschlagen
„Wir sind dran, ins Halbfinale vorzurücken“

Die deutsche Eishockey-Mannschaft gibt sich vor dem WM-Viertelfinale am Mittwoch sehr optimistisch. "Wir gehören zu den besten Acht der Welt, damit müssen sich die anderen abfinden", sagt Verteidiger Christian Ehrhoff

HELSINKI. Er ist der Superstar unter den Topstars. Dany Heatley, 22, vom Team Canada gilt bereits jetzt in der National Hockey League (NHL) als "The Next One". Also der Spieler, der in die Fußstapfen des großen Wayne Gretzky steigen könnte. Seinen exzellenten Ruf bestätigte der Stürmer der Atlanta Trashers auch dieser Tage in Finnland. Bereits vier Mal schlug er zu und gehört damit zu den besten WM-Torschützen.

Da sind die Befürchtungen bei den Deutschen groß, dass auch sie - wie die anderen Gegner Kanadas - heute im Viertelfinale (15 Uhr) untergehen. Steht doch schon vor dem letzten Zwischenrundenspiel gegen Gastgeber Finnland (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) so gut wie fest, dass Deutschland im Viertelfinale auf das starke Team mit dem Superstar trifft.

Das Team von Bundestrainer Hans Zach hat sich bisher hervorragend geschlagen. Aber Kanada tritt dieser Tage mit 19 NHL-Stars und mächtig viel Druck auf. "Wir wollen Weltmeister werden", tönt bereits Heatley. Zach meint dennoch: "Die Kanadier liegen uns." Gegen sie spiele er viel lieber als gegen die Schweden, den zweiten potenziellen Viertelfinalgegner. "Die spielen mit kühlem Kopf. Das liegt uns nicht. Aber die Kanadier sind okay." Viele Torchancen benötigten sie bisher, um ihre Siege einzufahren. Zweifellos eine Chance für die Deutschen. Zach: "Die Schweden stehen hinten, aber die Kanadier machen schon mal hinten auf." Dann könnten die Deutschen ihre gefährlichen Konter starten. Darauf spekuliert man wenigstens im deutschen Kader, in dem Selbstbewusstsein pur herrscht. "Wir haben vor allem Hunger auf Erfolg", erläutert Leonard Soccio, der als Deutsch-Kanadier dieser Tage ungewöhnlich viele Interviews führen muss.

Dass mancher NHL-Star, wie Miroslav Hlinka vom Weltmeister Slowakei, sich beschwert, dass das deutsche Defensivspiel ob seiner Härte "eine Zumutung" sei, stört die deutschen Spieler nicht mehr. Sie sehen es anders. "Wir gehören zu den besten Acht der Welt, damit müssen sich die anderen abfinden", sagt Verteidiger Christian Ehrhoff. Kapitän Jan Benda geht noch einen Schritt weiter: "Wir sind jetzt dran, ins Halbfinale vorzurücken." Dabei wird Zachs System längst auch von den Topteams praktiziert. Viele Mannschaft haben sich auf eine defensive Taktik eingestellt. Das "Hurra-Eishockey" der Russen, Finnen oder Schweden ist vorbei, die Ergebnisse werden knapper. "Wir sind vom Gefühl wesentlich näher an der Weltelite dran", unkt Zach.

Der Trainer hofft, dass sich vor dem Viertelfinale "unser Lazarett ein wenig lichtet". Mit Boris Blank und Jochen Molling sind zwei Spieler verletzt nach Hause geflogen. Fünf weitere waren gestern noch angeschlagen. Entwarnung gaben jedoch Kapitän Benda und Leistungsträger Soccio. Kanadas Heatley dürfte dies alles egal sein - er kennt die Beiden sowieso nicht.

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