Tech-Branche belastet erneut
Dow Jones dreht ins Plus

Die wichtigsten US-Aktienindizes eröffnen einheitlich in der Verlustzone. Der Dow Jones Index rutscht nach der Eröffnungsglocke ins Minus, erholt sich aber und notiert zur Stunde leicht über dem Vortagesschlussstand.

NEW YORK. Das US-High-Tech-Barometer büßt dagegen über ein Prozent an Wert ein. Vor allem die Aktien des Software-, Computer- und Chipsektors geraten unter Druck. Finanz- und Medienwerte geben ebenfalls Punkte ab. So kurz vor dem verlängerten Labor-Day-Wochenende ist auch heute mit geringem Handelsvolumen zu rechnen.

Vor allem belasten schlechte Unternehmensnachrichten von Sun Microsystems, Corning und Dell die Marktstimmung. Die Angst vor schlechten Geschäftszahlen im dritten Quartal nimmt zu. Kurz vor der bevorstehenden Ertragswarnungssaison für das dritte Quartal reagieren Analysten und Marktteilnehmer besonders sensibel auf schlechte Meldungen. Die positiven Impulse fehlen gänzlich. Nachdem die schwachen Wirtschaftsdaten der vergangenen Tage bereits für Kursverluste sorgten, stehen die Börsenfahnen auch heute nicht auf Kursgewinn.

Die schlechte Nachricht lautet: Sun Microsystems wird die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal voraussichtlich nicht erfüllen. Bei Sun Microsystems handelt es sich vermutlich um keinen Einzelfall. Der Serverhersteller klagt über ein geringeres Auftragsvolumen als erwartet. Die Einnahmen in Europa und Japan laufen nicht nach Plan. "Es dürfte für uns eine Herauforderung werden, im ersten Quartal die Gewinnschwelle zu erreichen", sagte Suns Finanzvorstand Mike Lehman auf der Analystenkonferenz des Serverherstellers am Mittwoch. Das sind schlechte Aussichten. Die Gewinnprognosen für das laufende Quartal betrugen ursprünglich zwei Cents pro Aktie. Dan Niles, Analyst des Brokerhauses Lehman Brothers, senkt die Gewinnerwartungen für das Fiskaljahr 2001 drastisch von 32 auf 17 Cents und für 2002 von 55 auf 34 Cents pro Aktie. Die Einstufung von Sun Micro bleibt bei "halten". Das Papier ist zur Stunde der größte Verlierer der Nasdaq und büßt 16 Prozent an Wert ein.

Dell liefert ebenfalls schlechte Nachrichten. Auf einer Konferenz sagte das Management, die Nachfrage in Asien lasse nach. Die Aktie büßt 3,5 Prozent ein.

Ebenfalls unter Druck gerät am Donnerstagmorgen das Papier von Microsoft. Dem Softwaregigant bläst ein rauer Wind aus Europa ins Gesicht. Nun nimmt die Europäische Wettbewerbskommission den Softwarekonzern unter die Lupe. Versucht Microsoft mit illegalen Methoden einen Teil des Servermarktes zu dominieren? Laut der Kommission habe das US-Unternehmen zudem die Media Player Software illegal mit dem Windows Betriebssystem verknüpf. Sollten sich die Vorwürfe gegen Microsoft erhärten, könnte auf den Konzern eine Geldstrafe von bis zu 2,5 Milliarden Dollar zukommen. Die Aktie verliert 2,5 Prozent.

Corning kündigte am Mittwoch nach Handelsschluss an, weitere 1000 Mitarbeiter zu entlassen. Damit wird der Telekommunikationskonzern in diesem Jahr insgesamt 8000 Angestellte auf die Straße setzen. Das entspricht 20 Prozent der Belegschaft. Corning reagiert mit dieser Maßnahme auf die schwache Nachfrage im Glasfasergeschäft. Der Titel verbilligt sich um 9,25 Prozent.

Wenig Trost spenden am Morgen die jüngsten Wirtschaftsdaten. Das Einkommen der Haushalte stieg zwar im Juli mit 0,5 Prozent stärker als erwartet. Doch legten die Ausgaben nicht im gleichen Maße zu. Die Ausgaben kletterten nur um 0,1 Prozent. Die Mehrheit der Marktbeobachter hatte mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Kleines Trostpflaster: Immerhin stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung mit 399 000 Anträgen nicht so stark wie erwartet.

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