Tech-Giganten und PC-Analysten belasten Märkte: Wall Street eröffnet schwächer

Tech-Giganten und PC-Analysten belasten Märkte
Wall Street eröffnet schwächer

Zum Wochenende haben die US-Märkte erneut schwächer eröffnet. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn an der Wall Street notiert der Dow Jones mit 70 Punkten, die Nasdaq mit 40 Punkten im Minus.

In der ersten heißen Woche der Ertragssaison reagiert der Markt sehr sensibel auf die Berichte einzelner Unternehmen. Nach großen Verlusten am Mittwoch, als JP Morgan, General Motors und Intel mit schwachen Aussichten auf die Stimmung drückten, und entsprechenden Gewinnen am Donnerstag, als Citigroup und General Electric sowie Apple und Compaq positiv meldeten, geht es am Freitag erneut nach unten. Vier Unternehmen sind zunächst dafür verantwortlich: Microsoft, Sun Microsystems, IBM und 3M.

Bei Microsoft ist man alles andere als optimistisch. Der Software-Gigant, der im abgelaufenen Viertel die Prognosen um 6 Cent übertroffen hat, schraubt die Umsatzerwartungen für die nächsten drei Monate nach unten. Man rechnet mit einem Umsatz von nur noch 7,4 Milliarden Dollar und unterbietet damit die Erwartungen der Analysten um mehrere 100 Millionen Dollar. Lediglich beim Gewinn toppt das Management die Analysten: Statt eines Ertrags von 47 Cents sollen 50 bis 51 Cents Gewinn je Aktie erwirtschaftet werden. Am Morgen gibt die Aktie fast 5 Prozent ab.

Nicht besser sieht es im Hardware-Sektor aus: Sun Microsystems meldet für das vergangene Quartal einen Verlust von 99 Millionen Dollar oder 3 Cents pro Aktie. Die Konsensschätzungen lagen bei minus 4 Cents. Vor einem Jahr konnte Sun noch einen Gewinn von einer halben Milliarde Dollar vorweisen. Das Management berichtet von einem Einbruch bei den Verkäufen, der Umsatz ist um 40 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar gefallen. Sun Microsystems verliert 3,3 Prozent.

Auch der Hardwareriese IBM hat im abgelaufenen Quartal die Analystenerwartungen um einen Penny geschlagen und weist ein Quartalsplus von 1,33 Dollar pro Aktie aus. Allerdings ist der Umsatz stärker gefallen als angenommen und liegt mit 22,8 Milliarden Dollar eine Milliarde Dollar unter den Konsenserwartungen. Das deutet auf eine schwache Nachfrage, und mit Blick nach vorne sagt CEO Louis Gerstner, "das Umfeld bleibt in den nächsten Quartalen schwierig".

Allerdings stehen die meisten Analysten hinter IBM: Die UBS Warburg bekräftigt am Morgen die Empfehlung "aggressiv kaufen" und hält an einem Kursziel von 140 Dollar fest. Goldman Sachs sagt: "Wir haben das Schlechteste hinter und", und die Bank of America sieht für das zweite Halbjahr 2002 einen Aufschwung vor allem im Servicebereich. Allein der Analyst der Credit Suisse First Boston setzt IBM nur auf "Halten" und sieht ein Kursziel zwischen 90 und 125 Dollar. IBM verliert 5 Prozent.



Im roten Bereich stehen auch die übrigen Computerbauer. Die Analysten von Gartner Dataquest haben am Vorabend einen Branchenüberblick vorgelegt, laut dem die Computerverkäufe im Jahr 2001 zum ersten Mal seit 1985 zurückgegangen seien: global um 4,6 Prozent, innerhalb der USA um 11,1 Prozent. Vor allem Firmenkunden hätten die Investitionen zurückgefahren. Dell war laut Gartner-Studie das einzige Unternehmen der Branche, dessen Verkäufe im Jahresverlauf leicht stiegen. Die Aktie gibt dennoch 3,1 Prozent ab. Dell hat einen Marktanteil von 27,5 % und führt damit vor Compaq (12,7 %), Hewlett-Packard (12,2 %), Gateway (6,3 %) und IBM (5,2 %). Compaq und Hewlett-Packard verlieren jeweils 2,2 Prozent, Gateway handelt mit einem Minus von 5,3 Prozent.

Minnesota Mining & Manufacturing, oder kurz: 3M , legt ebenfalls eine enttäuschende Bilanz vor: Der Gewinn im letzten Quartal fiel um 14 Prozent auf 387 Millionen Dollar oder 98 Cent pro Aktie. Damit liegt man noch einen Cent über den Erwartungen der Wall Street. Zu den Aussichten für das nächste Quartal äußerte sich das Management nicht. Das Unternehmen, zu dessen breiter Produktpalette Post-It-Haftzettel, Tesafilm, Asthma-Inhalatoren und Telekommunikations-Komponenten gehören, steht unter Umständen vor einer Asbest-Massenklage, deren finanzielle Folgen schwer einzuschätzen sind. Diese Nachricht hatte den Kurs der Aktie bereits zur Wochenmitte um mehr als fünf Prozent gedrückt. Am Morgen gewinnt 3M zwei Prozent.

Verkauft wird am Morgen die Aktie von AOL Time Warner . Die Analysten von CIBC stufen den weltgrößten Medienkonzern auf "kaufen" ab und kürzen das Kursziel von 45 Dollar auf 35 Dollar. Sie erwarten, dass AOLs Internet-Sektor "in den nächsten Jahren langsamer wächst als das Unternehmen erwartet." Sie zweifeln an dem von AOL ausgegebenen EBIDTA-Wachstum von 13 bis 19 Prozent. Das Papier gibt 1,1 Prozent ab.

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