Tech-Werte leiden besonders stark
Dax schließt auf Acht-Monats-Tief

Belastet von einer gesenkten Umsatzprognose des weltgrößten Chip-Herstellers Intel hat der Dax eine verlustreiche Woche am Freitag auf dem tiefsten Stand seit acht Monaten beendet.

Reuters FRANKFURT. "Man hat die Erholung der Konjunktur einfach früher erwartet", kommentierte ein Händler die Enttäuschung der Investoren. Gegen Börsenschluss verringerten die deutschen Aktienwerte parallel zu den anziehenden Kursen an der Wall Street allerdings ihre Verluste. Außerdem hätten sich einige US-Investoren verstärkt am deutschen Markt engagiert, sagte ein Händler. Die im Tagesverlauf veröffentlichten US-Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten hätten dagegen kaum Einfluss auf die Aktien gehabt.

Am stärksten standen am Freitag die Technologiewerte unter Druck - allen voran Infineon, deren Aktienkurs um bis zu knapp zehn Prozent einbrach. Die Titel der Deutschen Telekom setzten ihre Talfahrt der vergangenen Wochen fort und fielen zeitweise auf ein Allzeittief von 10,06 Euro. Im MDax brachen die Aktien der Cargolifter AG ein, nachdem das Unternehmen Insolvenz beantragt hatte.

Der Deutsche Aktienindex schloss am Freitag ein Prozent schwächer bei 4 610,18 Zählern. In der abgelaufenen Woche hat das Börsenbarometer rund 4,5 Prozent an Wert eingebüßt.

Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 verlor derweil am Freitag zwei Prozent auf 733,97 Punkte, während der Nebenwerte-Index MDax 0,7 Prozent schwächer bei 4 219,86 Stellen schloss. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 1,5 Prozent auf 3 162,58 Zähler nach.

Dax durchbricht Unterstützung - Renten und Euro im Aufwind/b>

Nach dem Durchbruch der charttechnischen Unterstützung bei 4550 Punkten könnte der Dax nach Einschätzung einiger Börsianer in naher Zukunft auf bis zu 4200 Zähler zurückgehen. Im Aufwind befanden sich derweil die Rentenmärkte, die Händlern zufolge derzeit allein von der Aktienschwäche beflügelt werden. Die Wirtschaftsentwicklung spiele dagegen keine Rolle. Der Euro stieg derweil auf den höchsten Stand sei Anfang 2001. "Und solange der Euro weiter steigen wird, werden die Aktienkurse weiter runter gehen", sagte ein Händler und verwies darauf, dass eine starke Gemeinschaftswährung für ein exportorientiertes Land wie Deutschland ungünstig sei.

Tech-Werte von Intel-Prognose belastet

Die Aktien von Infineon schlossen fünf Prozent im Minus bei 16,46 Euro und lagen damit auf einem Acht-Monats-Tief. Aber auch die übrigen Titel der Branche verbuchten kräftige Abschläge. Der Branchenindex für diesen Sektor im Dax fiel um 1,5 Prozent. "Intel ist wie ein Maßstab für die Technologieindustrie und es wird nun klar, dass sich die Erholung der Tech-Werte weiter nach hinten verschiebt", sagte ein Händler. Die Intel-Aktie brach im US-Handel am Freitag um rund 18 Prozent ein, nachdem das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss seine Umsatzprognosen herabgesetzt hatte.

Telekom erneut unter Druck - Fall unter 10 Euro absehbar

Die T-Aktie schloss unterdessen mit einem Abschlag von 1,5 Prozent bei 10,48 Euro. Händler schlossen für die kommende Woche einen Fall des Papiers unter die Marke von zehn Euro nicht aus. In den vergangenen Tagen hatten Börsianer mehrfach darauf hingewiesen, dass einige Anleger offenbar darauf spekulierten.

Cargolifter beantragt Insolvenz - Aktie bricht ein

Fast sechs Jahre nach Unternehmensgründung und zwei Jahre nach dem Börsengang beantragte am Freitag der Luftschiffbauer Cargolifter AG die Einleitung eines Insolvenzverfahrens. Die wichtigste Tochter hatte bereits vor einer Woche Insolvenz beantragt. Die Aktien verloren 21,4 Prozent auf 0,66 Euro.

Am Neuen Markt verringerten die Papiere von MobilCom gegen Handelsende ihre Verluste und beendeten die Woche 0,9 Prozent im Minus bei 15,50 Euro. Zuvor hatte es in Aufsichtsratskreisen geheißen, der im Streit mit dem Großaktionär France Telekom liegende Firmengründer Gerhard Schmid werde nur noch für eine begrenzte Zeit Vorstandschef bleiben.

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