Tech-Werte und Banken unter Druck
Deutsche Telekom schließt auf Allzeit-Tief

Die anhaltende Unsicherheit über die Entwicklung der Unternehmensgewinne und die schwache Tendenz der US-Börsen haben nach Angaben von Händlern die deutschen Aktienwerte am Freitag erneut belastet. Die Aktien der Deutschen Telekom fielen dabei zeitweise auf ein neues Allzeit-Tief von 12,22 Euro.

Reuters FRANKFURT. "Das war vorherzusehen, dass die Gewinne vom Mittwoch bald wieder korrigiert werden", sagte ein Händler. "Gute Zahlen von einem Unternehmen alleine können die Unsicherheit im Markt nicht auslöschen", fügte er mit Blick auf das besser als erwartet ausgefallene Quartalsergebnis von Cisco Systems hinzu, das die Kurse am Mittwoch deutlich beflügelt hatte.

Auf der Gewinnerseite standen nach der Vorlage von erfreulichen Absatzzahlen dagegen BMW. Die Bekanntgabe eines überraschenden Rückgangs der US-Erzeugerpreise am frühen Nachmittag sorgte nur zeitweise für leicht anziehende Kurse.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss knapp zwei Prozent schwächer bei 4871,70 Zählern. In der abgelaufenen Woche hat das Börsenbarometer trotz des mehr als dreiprozentigen Kursanstiegs am Mittwoch per saldo rund 0,6 Prozent an Wert eingebüßt.

Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 verlor derweil ebenfalls rund zwei Prozent auf 830,41 Punkte, während der Nebenwerte-Index MDax zuletzt 0,3 Prozent im Plus bei 4446,61 Stellen lag. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 1,5 Prozent auf 3437,99 Zähler nach.

An der Wall Street tendierte nach anfänglichen leichten Gewinnen der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,4 Prozent schwächer bei 9993 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 2,6 Prozent auf 1608 Punkte sank.

Die T-Aktie schloss 7,2 Prozent im Minus bei 12,34 Euro. Spekulativ orientierte Anleger insbesondere aus den USA sorgten für die jüngsten heftigen Kursschwankungen, sagte der Fondsmanager Josef Scarfone von Frankfurt Trust. Daran werde sich kurzfristig auch nichts ändern. Fundamental ließen sich diese Kursbewegungen nicht erklären. Das von der EU-Kommission eingeleitete Verfahren wegen des Verdachts wettbewerbswidrig hoher Preise beim Ortsnetzzugang habe das Papier zusätzlich belastet, hieß es.

Infineon drücken Speicherchip.Preise

Die Papiere von Infineon verloren derweil 7,8 Prozent auf 17,58 Euro. Die stark rückläufigen Preise für Speicherchips sorgten hier für einen Ausverkauf, hieß es.

Deutliche Verluste verzeichneten auch die Aktien der Deutschen Bank, die sich um 2,2 Prozent auf 76,20 Euro verbilligten. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte zuvor ihre Langfrist-Einstufung für das Bankhaus auf "AA-" von bislang "AA" zurückgenommen.

Die Aktien von BMW verteuerten sich um 2,6 Prozent auf 47,04 Euro. Der Münchener Autobauer hat seinen Absatz im April trotz der anhaltend schwachen Konjunktur erneut deutlich gesteigert. Außerdem sei der Durchbruch der Widerstandsmarke von 45 Euro Mitte der Woche ein Kaufsignal gewesen, sagte ein Börsianer.

Ebenfalls stark gefragt waren Degussa. Deren Aktien stiegen in Erwartung der Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse in der kommenden Woche um 1,9 Prozent auf 34,84 Euro. Experten rechnen im Kerngeschäft mit einer Steigerung des operativen Ergebnisses um rund 21 Prozent.

Mit einem Plus von 100 Prozent zählten die am Frankfurter Neuen Markt gelisteten Aktien von LetsBuyIt.com zu den größten Kursgewinnern. Das Online-Einkaufsportal hatte am Morgen eine Kapitalerhöhung um 30 Millionen Stammaktien bekannt gegeben. Die neuen Papiere würden von einem privaten Investor zum Preis von 0,01 Euro je Aktie übernommen. Die LetsBuyIt-Titel verteuerten sich auf 0,02 von zuvor 0,01 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%