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Tech-Werte und Kühe belasteten Wall Street

Schwächere Einzelhandelszahlen und Gerüchte um Maul- und Klauenseuche bei einer Kuhherde im Bundesstaat Kansas belasteten zur Wochenmitte den Handel an der Wall Street. Der Dow Jones Index verlor 130 Punkte oder 1,2 % auf 10501 Punkte. Auf die Nasdaq drückten derweil Abstufungen in den Branchen Chips und PCs, der Tech-Index gab 35 Punkte oder 1,8 % auf 1862 Punkte ab.

Die Meldung, dass in Kansas fünf auffällige Tiere auf die Kuhseuche getestet wurden, sorgte für Unruhe am Markt. Aktien der Steakhauskette Smith & Wollensky brachen zeitweise um 4 % ein, die Fast Food-Ketten McDonald?s und Wendy?s verloren 2 %. Aktien von SureBeam legten hingegen bis zu 27 % zu: Das Unternehmen stellt Geräte zur antibakterieller Bestrahlung von Lebensmitteln. Die US-Gesundheitsbehörde beschwichtigte unterdessen, es gebe noch keine Beweise für eine Erkrankung der Tiere, weshalb die meisten Aktien auf ihr ursprüngliches Niveau zurückfanden. Weitere Testergebnisse sollen am Donnerstag vorliegen.

Schon früh hatten sich die schwächeren Einzelhandelsdaten am Markt bemerkbar gemacht. Die Umsätze in US-Geschäften sind im Februar um 0,3 % gestiegen, Autos herausgerechnet sogar nur um 0,2 %. Die Wall Street hatte mit einem deutlich stärkeren Anstieg gerechnet.

Auf die künftigen Verkäufe könnte eine Mahnung Alan Greenspans drücken, der die US-Bürger zum Sparen aufruft. Am Mittwochnachmittag sprach der Notenbankchef vor Bankern in Hawaii und wiederholte größtenteils seine Konjunkturbetrachtung von letzter Woche. Allerdings wollen Beobachter einen etwas weniger optimistischen Ton vernommen haben. Für Arthur Cashin, Parkettchef bei UBS Paine Webber, passt das ins Bild: "Nach der Rally der letzten Woche dürften in den nächsten Tagen weitere Korrekturen anstehen", sagt der Spezialist.

Auf genau diesem Weg war man am Mittwoch marktbreit. Mit den Pharma-Werten Merck und Johnson & Johnson schlossen nur zwei Dow-Unternehmen im Plus. Mit Verlusten gingen also auch die Einzelhandelswerte aus dem Handel, wenngleich sich die meisten von ihren frühen Tiefständen hatten lösen können.

Derweil machte sich eine andere Branche auf den Weg nach unten: die Papier-Industrie. Die Analysten von Prudential Securities stufen die Branche auf "verkaufen" ab. Der Sektor leide unter der ausländischen Konkurrenz und unter dem hohen Schuldenberg, heißt es in der Analyse. Außerdem gehen die Experten von einem Nachfragerückgang in den nächsten Monaten aus. Aktien von International Paper, Weyerhaeuser und Bowater verlieren um 2 %.

Im Tech-Bereich sah man rot in allen Sektoren. Mit einem Minus von 5,7 % war Intel einer der größten Verlierer. Die Analysten von JP Morgan hatten die Erwartungen für den Chipriesen Intel herabgesetzt und rechnen damit, dass das Quartal vor allem aufgrund eines unerwarteten Preiskampfes in der Branche und Verwirrung über die aktuelle Produktpalette im Bereich der Motherboards und der DRAM-Chips enttäuschen wird.

Die Analystenkollegen von Morgan Stanley nahmen sich derweil die Chip-Zulieferer und Maschinenbauer vor. Sie halten den Sektor nach einer raschen Erholung in den letzten Wochen für überteuert und stufen unter anderem KLA-Tencor, Novellus, LAM Research und Teradyne von "aggressiv kaufen" auf "outperform" ab. Die Papiere verloren zwischen 3 % und 4 %.

Der Chipbranche geht es schlecht, da es mit der PC-Branche nicht aufwärts geht. Hier setzte Salomon Smith Barney an. Die Nachfrage nach Firmencomputern und Großrechnern ziehe nicht an und im laufenden ersten Quartal werde der Markt die scheinbare Erholung der vorherigen drei Monate wieder rückgängig machen. Den Experten scheinen Apple und IBM besser positioniert als Sun Microsystems und Dell . Apple und IBM gaben um etwa 1 % nach, Sun Micro und Dell verlieren 4 %.

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