Tech-Werte unter Druck
Dax schließt kaum verändert

Die deutschen Standardwerte haben am Dienstag nach richtungslosem Handel bei 5 236 Punkten geschlossen. Unter starkem Druck standen die Technologiewerte, allen voran Infineon und Epcos.

Reuters FRANKFURT. Händlern zufolge wurden Infineon von der Platzierung eines Aktienpakets belastet, während Epcos von Verkaufsempfehlungen gedrückt wurden. Leichte Unterstützung habe der Markt unterdessen von der Bekräftigung der deutschen Wachstumsprognose 2002 und der Vorhersage einer baldigen Erholung der US-Konjunktur durch das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) erhalten. Gleichzeitig habe sich unter den Anlegern aber das Gefühl breit gemacht, der Markt habe jüngst zu stark zugelegt.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Dienstag praktisch unverändert bei 5236,37 Zählern. Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 sank unterdessen um 1,38 % auf 1260,76 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax lag 0,52 % im Minus bei 4373,18 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 1,01 % auf 3620,80 Zähler nach. An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,34 % niedriger bei 10 162 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index 0,76 % auf 2053 Punkte anzog.

Dem HWWA zufolge wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland 2002 um 0,7 % zulegen und 2003 mit 2,8 % deutlich an Fahrt gewinnen. Wichtiger für den Markt werteten Börsianer allerdings die Aussage, dass sich die US-Konjunktur im ersten Halbjahr 2002 fangen und in der zweiten Jahreshälfte stärker wachsen und auf die Weltwirtschaft abstrahlen werde.

Die Aktien von Infineon gaben um 5,67 % auf 24,64 ? nach. Der Chiphersteller hatte den Verkauf 40 Mill. Infineon-Papieren aus dem Besitz der Muttergesellschaft Siemens zu einem Preis von 24,35 ? bekannt gegeben und die Begebung einer Wandelanleihe im Volumen von einer Milliarde Euro angekündigt. Infineon, die in der vergangenen Woche rund 16 % zugelegt hatten, waren am Montag bei 26,12 ? aus dem Handel gegangen.

Am Nachmittag lösten die Epcos-Titel Infineon als größten Verlierer im Dax ab und schlossen 6,89 % niedriger bei 53,77 ?. Am Morgen hatte ABN Amro die Bewertung des Titels mit "Reduce" aufgenommen und ein Kursziel von 48 ? angegeben. Die Investmentbank Merrill Lynch stufte die Titel zudem auf "Reduce" herunter. Zusätzliche Belastung gehe von der Platzierung beim Schwesterunternehmen Infineon aus, sagten Händler. Einige Anleger fürchteten nun, dass Siemens auch die Platzierung eines Epcos-Aktienpaketes plane.

SAP wurde Händlern zufolge von Gerüchten um eine geplante Begebung einer Wandelanleihe unter Druck gesetzt. Dies könne schon in den kommenden Tagen geschehen, sagte ein Fondsmanager. Dann müsse der Software-Hersteller seine Geschäftszahlen vorzeitig veröffentlichen. Die Aktie gab um 3,1 % auf 148,11 ? nach.

Größter Gewinner im Dax waren Preussag, die sich um 5,72 % auf 31,77 ? verteuerten. Der Händler Florian Weber von Börsenmakler Schnigge sagte, der Touristik-Konzern verdiene trotz der aktuellen Konjunkturschwäche immer noch Geld. Ein anderer Börsianer ergänzte, es sei generell ein Trend weg von den Telekom - und Technologiewerten zu verzeichnen, wovon neben Preussag auch die Versorger profitierten. Positiv sei auch der Einstieg des US-Investors Wyser-Pratte Management Co. bei Babcock-Borsig, an der Preussag 19,7 % der Anteile hält. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Babcock-Papiere stiegen erneut stark und und schlossen 8,51 % höher bei 11,99 ?.

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