Tech-Werte unter Druck - Versicherungen im Aufwind
Europa-Börsen: Chemiewerte gesucht

Bei zumeist dünnen Handelsvolumen sind an den europäischen Börsen vor allem die Bereiche Chemie und Versicherungen gesucht gewesen. Der DJ Stoxx50-Index gab 0,11 Prozent auf 3662,5 Zähler nach.

HB/rtr. Nach den aus den USA kommenden Gewinnwarnungen gerieten Technologiewerte unter Druck. Hoffnungen auf eine Wirtschaftserholung, höhere Gewinne und Übernahmespekulationen verhalfen dem Chemiesektor zu neuen Jahreshöchstständen. So schnellten die Titel des französischen Spezialitätenchemie-Konzerns Rhodia um sechs Prozent nach oben. DSM legten 2,5 Prozent zu. BASF gewannen 2,3 Prozent, während jene von Clariant gar um fünf Prozent vorrückten. Unterstützt wurden die Titel von der Erklärung des US-Konzerns DuPont, dass der Gewinn des ersten Quartals die optimistischen Wallstreet-Schätzungen übertreffen dürfte. Bei den Versicherungen waren solche Titel gesucht, von denen Anleger vermuteten, dass sie bisher hinter der allgemeinen Marktentwicklung zurück geblieben sein könnten. Zulegen konnten unter anderem Zurich Financial, Prudential und Generali. Reine zyklische Werte seien wohl bereits ausgereizt, erklärte ein Händler.

LONDON - Der FTSE-100-Index der Londoner Börse notierte 0,07 Prozent schwächer auf 5247,8 Zählern. Kursverluste bei Logica und Sage sowie Gewinnsorgen im Technologiesektor generell waren Händlern zufolge die Gründe dafür. Die Titel im Technologiesektor wurden auch von nach unten revidierten Gewinnerwartungen amerikanischer Unternehmen belastet. Die Papiere der Softwareschmiede Logica und jene des Mikrochip Entwicklers ARM verloren beide über vier Prozent. Auch die Aktien der Ölmultis gingen leichter aus dem Handel. Zuvor hatten sie noch von steigenden Ölpreisen profitieren können. Die Meldung, dass der Übernahme von Oil Enterprise durch Shell nichts mehr im Wege stehe, belastete die Kurse; Shell verloren 1,5 Prozent. Banken und Versicherer waren zumeist fester.

PARIS - Unter der Führung der Bankaktien schloss die Börse fester. Gesucht waren vor allem Dexia , die von einem Arbeitsplatzabbau und auch der Erwartung profitieren konnte, dass auch Banken rasch von einem Konjunkturaufschwung begünstigt werden sollten. Der CAC-40 Index schloss 0,11 Prozent höher bei 4632,26 Zählern. Dexia legten 3,5 Prozent zu; die Gruppe will 350 bis 400 Stellen abbauen. Credit Lyonnais zogen 1,6 Prozent an. Ein Gesprächsthema war die Frage, ob die Regierung noch vor dem Wahlen ihre Beteiligungen an grossen Gesellschaften verkaufen werde.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien holten am Mittwoch frühe Verluste kontinuierlich auf und schlossen fester. Thema des Tages waren neben ABB auch Novartis. Die Titel des Pharmakonzerns litten unter dem bekannt gewordenen Verkauf eines Aktienpaketes. Der Blue Chip-Index SMI schloss 0,34 Prozent fester bei 6694,1 Punkten. Einmal mehr im Mittelpunkt standen ABB. Die Aktien schnellten 12,7 Prozent nach oben auf 14,20 sfr. Nach den positiven Neuigkeiten vom Vorabend bestünde bei Hedgefonds Bedarf nach Deckungskäufen, sagte ein Händler. "Da haben viele auf Short gespielt und werden jetzt langsam nervös," sagte er. ABB könnten daher in den kommenden Tagen, unterbrochen von kurzfristigen Rückschlägen, weiter zulegen. Unter Druck stand hingegen Schwergewicht Novartis. Die Titel sanken zeitweise drei Prozent und lagen noch 1,7 Prozent im Minus bei 65,25 sfr. Die Sandoz-Familienstiftung hat zur Liquiditätsbeschaffung 23 Millionen Novartis-Aktien zum Preis von 64,30 sfr an institutionelle Investoren verkauft.

AMSTERDAM - Der Handel ist von gegenläufigen Entwicklungen geprägt gewesen. Gewinnen in der Chemiegruppe DSM standen Verluste in ING und Royal Dutch gegenüber. DSM legten 2,6 Prozent auf 47,20 Euros zu; DSM konnte beim Verlauf des Petrochemiebereiches mit 2,25 Milliarden Euros einen höheren Preis erzielen als allgemein erwartet worden war. Der AEX-Index verlor 0,06 Prozent auf 528,29 Zähler. Royal Dutch gaben 0,72 Prozent nach und ING sanken um 2,45 Prozent.

MADRID - Feste Banken und Kursgewinne in dem Ölwert Repsol YPF verholfen der Börse zu einem etwas festeren Schluss. Der Ibex-35 stieg um 0,4 Prozent auf 8236,1 Zähler. Telefonica konnten frühe Verluste wettmachen und schlossen praktisch unverändert. Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano stiegen je um etwas mehr als ein Prozent.

MAILAND - Der Mailänder Mib30-Index notierte leicht fester bei 33.211 Punkten. Dank einer anhaltenden Rallye und Hoffnungen auf eine Erholung konnten die Titel der Banken Kursgewinne verzeichnen. So rückten IntesaBCI zwei Prozent, Bipop rund drei Prozent vor. Nach wie vor unter Druck standen Fiat, die 1,2 Prozent nachgaben.

STOCKHOLM - Die skandinavischen Börsen schlossen uneinheitlich. Deutlich fester waren auch in Stockholm ABB. Auch die Aktien skandinavischer Ölfirmen waren weiter gesucht. Skeptisch zeigten sich die Anleger gegenüber dem Technologiewerten. Der Stoxx Nordic Index sank um 0,5 Prozent. Nokia verloren 1,3 Prozent. Ericsson gaben 2,8 Prozent nach.

WIEN - Gewinnmitnahmen nach dem beinahe kontinuierlichen Anstieg der vergangenen Tage prägten am Mittwoch das Bild an der Wiener Börse. Der ATX-Index gab um 0,14 Prozent auf 1302 Zähler nach. Durchwegs leichter schlossen dabei die Index-Schwergewichte Telekom Austria auf 9,67 Euro und OMV auf 109,80 Euro.

BRÜSSEL - An der Börse Brüssel erhöhte sich der Bel-20 Index 1,03 Prozent auf 2783 Punkte. Die Aktien der Bankengruppe Dexia endeten nach Spekulationen um eine mögliche Fusion mit einer andern Bank auf einem Fünf Monats-Hoch; sie schlossen 3,55 Prozent höher.

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