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Technik

Die Powerline-Technik, die uns heute das Internet über das Stromkabel verspricht, ist uns allen noch bekannt aus den 70er und 80er Jahren - in Form der damaligen Babyphones.

no DÜSSELDORF. Man steckte das Gerät in einem anderen Zimmer ein und über die Stromleitung wurde das Signal weitergeleitet. So konnte man schreiende Babys im 2. Stock auch in der Kellerbar hören. Entwickelt wurde die Technik schon in den 20er Jahren von den Stromkonzernen wie beispielsweise der RWE.

Mit dem Aufkommen des Internet-Booms ab Mitte der 90er Jahre forschen die Stromkonzerne jetzt wieder mit der Powerline-Technik. Der Hintergrund: Die Elektrizitätsriesen könnten die Infrastruktur der Stromkabel nutzen, um die so genannte "Letzte Meile" zu überbrücken. Noch hält die Telekom mit ihren Telefonzugängen das absolute Monopol.

Für die Energieversorger hat PLC einen unwiderstehlichen Reiz: Sie können ihre bestehenden Stromleitungen für den Zugang zum Internet, aber auch für den Telefondienst aufrüsten und sich damit ein ganz neues Kundenfeld erschließen. RWE-Vorstandschef Dietmar Kuhnt bezeichnet die Powerline-Technik denn auch als "wichtige Innovation für das Kerngeschäft" des Konzerns.

Die Technik klingt simpel: Die Daten werden vom Haushalt über die Stromleitung zum Ortsnetztransformator übertragen. Dieser Transformator sorgt dafür, dass die Versorgungsspannung für die Teilnehmer angehoben oder herabgesetzt wird. Von dort werden die Daten über Kupferleitungen weiter ins Umspannwerk geführt. Diese sind über Glasfaserstrecken an das Internet-Backbone angebunden. Die Anbindung des PCs erfolgt schließlich über ein so genanntes "Powerline-Modem".

Das Modem nutzt dabei zur Übertragung Trägerfrequenzen im Kilohertz-Bereich. Die Modulation der Daten erfolgt mit Hilfe eines DSP-Prozessors. Hinter diesen Begriffen steckt eine Technik, die der von DSL ähnlich ist. Die Powerline-Modulation verteilt die Daten ebenfalls auf verschiedene Frequenzen und nutzt Lücken im Netz, wenn es gerade keinen Verbraucher versorgen muss. Genutzt wird dabei das gesamte zur Verfügung stehende Frequenzband, wobei die Signale mit schnellen Frequenzsprüngen je nach Auslastung über die verfügbaren Einzelfrequenzen verteilt werden.

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