Technische Analyse: Dax hat Potenzial in Richtung 3000 Punkte

Technische Analyse
Dax hat Potenzial in Richtung 3000 Punkte

Mit weiteren Kursgewinnen rechnen von vwd befragte technische Analysten am deutschen Aktienmarkt in den kommenden Tagen. Der Dax könnte schnell auf 3000 Punkte steigen, so übereinstimmend Klaus Tafferner von Concord Effekten und Volker Bien von der Hypo-Vereinsbank. Hinsichtlich der mittelfristigen Aussichten sind sie dagegen skeptischer.

vwd FRANKFURT. Klaus Tafferner meint, die innere Struktur des Aktienmarkts deute nicht auf eine Trendwende hin, der Dax werde vermutlich noch einmal die jüngsten Tiefs bei knapp 2200 Punkten testen. Volker Bien meint dagegen, der deutsche Markt spreche aus sich selbst heraus eher für steigende Kurse, ohne entsprechende Vorlagen aus den USA sei die Gefahr eines Endes der Erholung aber groß.

Veranlasst werde der Aufschwung vom großen Verfallstermin am Terminmarkt am Freitag, so Bien. Dort laufen am Freitag Futures auf den Dax sowie Optionen auf den Dax und auf Einzelwerte aus. Die Zahl der offenen Future-Kontrakte auf den Euroo-Stoxx-50 sei von 1,1 Millionen im Dezember über 1,5 Millionen am 30. Januar auf aktuell 1,72 Millionen gestiegen. Jeder Kontrakt, der nun nicht in längere Laufzeiten übergerollt werde, treibe über so genannte Future-Basket-Käufe die Kurse nach oben. Von daher könne sich der Aufschwung mit einer Pause bis Dienstagmittag hinziehen. Bis dahin würden erfahrungsgemäß mögliche Lieferverpflichtungen abgewickelt. In den Future-Baskets oder Körben auf den Dax seien nicht alle Dax-Titel zu finden, sondern die zehn bis 15 liquidesten Titel, darunter Allianz, Deutsche Bank, DaimlerChrysler und Siemens.

Volatilität hat zugenommen

Bien verweist darauf, dass die Volatilität, also das Maß für Kursschwankungen, gemessen am VDax in den vergangenen Tagen bei steigenden Kursen zugenommen hat, und das sei ein sicheres Indiz für terminmarktorientierte Käufe. Neben den Future-Baskets treibe damit das übertriebene Schreiben von Calls die Kurse. Viele Profis hätten wegen der ohnehin hohen Volatilität mit dem Schreiben von Calls Prämien kassieren wollen, nun stellten auch sie sich aufgrund der steigenden Kurse auf Lieferverpflichtungen ein. Betroffen davon seien Aktien mit niedrigen Put-Call-Ratios und hohen offenen Positionen, das seien vor allem Allianz, Deutsche Telekom, Daimler-Chrysler und Nokia.

Die starke Dynamik nach oben erkläre sich auch aus der krassen Überverkauftheit vieler Aktien, so Bien. Der größte potenzielle Störfaktor ist für den Analysten der Hypo-Vereinsbank dagegen der US-Markt. Sollte der S&P-500 die Widerstände bei 870 und 890 Punkten überwinden, könne der Index Richtung 930 Punkte steigen und auch den Dax weiter mit nach oben ziehen. Der US-Markt steige allerdings vermutlich nur, weil er aus den Erfahrungen von 1991 einen kurzen Krieg vorwegnehme. Mittelfristige Indikatoren zeigten dagegen einen stetigen Kapitalabfluss an den US-Märkten an. Sollte sich diese Tendenz wieder durchsetzen, werde der Dax vermutlich nicht über die Widerstandszone zwischen 2.950 und 3.090 Punkten hinauskommen, so Bien.

Zum Kauf empfiehlt Bien Allianz, Bayer, Commerzbank und Lufthansa. Kaufsignale entstünden bei Daimler-Chrysler über 27,55 Euro, bei Deutscher Bank über 40 Euro, bei Deutscher Post über 10,40 Euro, bei Deutscher Telekom über 11,30 Euro, bei Siemens über 41,60 Euro und bei Tui über 9,80 Euro. Auch die Technologiewerte Intel, Epcos und Nokia hält Bien für aussichtsreich.

Telekom längerfristig interessant

Tafferner hält Deutsche Telekom für längerfristig interessant, daneben lediglich die "leichteren" Dax-Aktien Commerzbank, Infineon, Lufthansa, Metro, Tui, RWE und Schering. Viele "Schwergewichte" hätten sich dagegen technisch erst verschlechtert, so seien Daimler-Chrysler, VW und Siemens aus Dreiecken nach unten herausgefallen. Besonders negativ findet Tafferner, dass keiner der gängigen Indikatoren wie RSI, Advance-Decline-Ratio oder On-Ballance-Volume beim jüngsten Dax-Tief so genannte positive Divergenzen gegeben hätten, sie bestätigten also alle mit Tiefständen das Dax-Tief. Daraus folge normalerweise zumindest ein erneuter Test des Dax-Tiefs.

Verbinde man das Tief vom September 2001 bei 3570 Punkten und das Tief vom Oktober 2002 bei 2520 Punkten, erhalte man eine Linie, auf der der Dax am 12. März genau aufgesetzt sei. Von daher sei die Dynamik der Gegenbewegung erklärbar. Etwas Hoffnung komme auch aus der Dow-Theorie auf, weil der Dax zuletzt das Zwischen-Hoch bei 2479 Punkten, die ehemalige Unterstützung bei 2520 und das Zwischen-Hoch bei 2600 vom 3. März überwunden habe. Ein erstes mögliches Ziel sei nun der mittelfristige Abwärtstrend seit Mai 2002 bei 2850, aber auch ein schneller Anstieg Richtung 3160 bis 3200 sei wegen der überverkauften Situation möglich. Danach werde der Dax dann aber vermutlich wieder Richtung 2200er Tief fallen, so Tafferner.

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