Technische Analyse
Dax zeigt kaum noch Aufwärtspotential

Mit weiter nachgebenden Kursen im Dax rechnen die technischen Analysten. Die Aufwärtsbewegung schwächt sich merklich ab, so die einhellige Meinung. Zwar seien geringfügige Kursgewinne kurzfristig nicht auszuschließen, wahrscheinlicher jedoch sei ein deutlicheres Nachgeben der Notierungen.

vwd FRANKFURT. Davon zumindest gehen Stephan Schilbe von HSBC Trinkaus & Burkhardt, Dirk von Daacke von TripleTop Research und auch die technischen Analysten der Deutsche Bank aus. Grundsätzlich hat der Dax derzeit kaum noch Aufwärtspotenzial, sagt Stephan Schilbe von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Charttechnik habe sich deutlich verschlechtert. Auch die technischen Indikatoren hätten auf hohem Niveau Verkaufsignale generiert. Somit sollte es im besten Fall noch bis auf 5 350/5 383 Punkte hoch gehen können. Allerdings dürfte der Index bereits große Schwierigkeiten haben, den alten Aufwärtstrend bei 5 140 Zählern zu überwinden, meint Schilbe. Eine Konsolidierung bis zum Fibonacci-Retracement bei 4 578 Punkten sei insgesamt wahrscheinlich.

Danach zeige sich zwischen 4 450/4 480 Punkte eine massive Unterstützung. Der Nemax-50-Index ist den weiteren Angaben zufolge im Vergleich zum Dax überproportional deutlich stark gestiegen. Auch hier dürfte das Potenzial nach oben daher begrenzt sein. Vor allem die 200-Tage-Linie bei aktuell 1 338 Punkten sollte einen vorerst unüberwindbaren Widerstand darstellen. Wahrscheinlicher sei auch hier ein Abgleiten auf die Unterstützung bei 1 100 bis 1 150 Zählern. Ein Fall unter diese Marke erhöhe die Wahrscheinlichkeit von einem dreistelligen Level deutlich, sagt der Analyst. "Die Schwungkraft im Dax hat sich deutlich verringert", meinen auch die technischen Analysten der Deutsche Bank. Damit stiegen Zweifel in Bezug auf eine grundsätzliche Fortsetzung des seit dem 21. September 2001 gültigen Aufwärtstrends und das mögliche Szenario eines vergleichsweise rasch erreichbaren Kursziels bei 5 650 Punkten. Auch wenn ein weiterer, kurzfristiger Kursanstieg nicht grundsätzlich auszuschließen sei, so sei doch die schwindende positive Schwungkraft derzeit das stärkste Argument dagegen. Aus charttechnischer Sicht habe sich das Bild des Dax in der vergangenen Woche deutlich eingetrübt.

Der Index befinde sich derzeit innerhalb einer Reaktionsbewegung auf den vorangegangenen Kursanstieg, in dessen Zusammenhang sowohl der kurzfristig gültige Konsolidierungsbereich, als auch der erst vor wenigen Wochen angepaßte Aufwärtstrend gebrochen und damit in ihren bisherigen Definitionen hinfällig geworden seien. Der Bereich um 5 212/5 217 Punkte hätte sich als neu ausgebildeter Widerstand behaupten können, die 5 005 Zähler stellten nun möglicherweise ebenfalls eine gewisse Widerstandsbarriere dar, was am Freitag zumindest per Schlusskurs weitestgehend bestätigt werden konnte. Dem bisherigen Kursverhalten nach zu urteilen könnte somit der Bereich um 5 212/5 217 als übergeordneter, der Bereich um 5 005 als untergeordneter Widerstand definiert werden, heißt es weiter. Nach unten hin liege ein neuer, bisher unbestätigter potenzieller, Unterstützungsbereich bei 4 874 Punkten. Danach wird von den Experten eine Unterstützungsebene um 4 676/4 648 Zählern gesehen.

Nach einer ersten kleineren Abwärtskorrektur versuche der Dax erneut den Aufschwung. Allerdings würden im Bereich 5 050/5 100 Punkte starke Widerstände liegen, meint Dirk von Daacke von Triple Top AG. Nach seiner Einschätzung fehlen zur Zeit die Auftriebskräfte, die zu einem nachhaltigen Aufschwung zum Beispiel in Richtung 5 400/5 500 Zählern führen könnten. In der Relativen Stärke gebe es erste Divergenzen. Mit weiteren Turbulenzen müsse also gerechnet werden. Die entscheidende Unterstützung liege jetzt bei 4 920 Punkten. Falle der Dax erneut unter diese Marke, wären Verluste bis 4 600 und dann eventuell bis 4 500 Zähler zu erwartet.

Auch der Nemax-50 befinde sich in einer leichten Abwärtskorrektur, heißt es weiter. Der inzwischen wieder positive Trend gerate erst in Gefahr, wenn die Marke bei 1 120 Zählern unterschritten werde. Auch hier würde in den kommenden Tagen eine Seitwärtsbewegung mit leichter Abwärtstendenz erwartet. Starke Widerstände lägen dabei um 1 300 Punkte.

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