Technische Aspekte stehen im Vordergrund
D2 möglicherweise an UMTS-Kooperation interessiert

Zwischen den vier Mobilfunkanbieter E-Plus, Mobilcom, Group 3G und D2 Vodafone könnte sich nach Angaben aus Branchenkreisen eine weitere Allianz beim Aufbau- und Betrieb der künftigen Mobilfunknetze anbahnen. Möglicherweise werde auch der gegenüber Kooperationen bei der dritten Mobilfunkgeneration (UMTS) zurückhaltende Branchenführer D2 Vodafone einer anvisierten Allianz von E-Plus, Mobilcom und dem Konsortium 3G noch beitreten, hieß es am Montag in den Branchenkreisen.

Reuters FRANKFURT. Bei D2 war zunächst kein Sprecher für eine Stellungnahme zu erreichen. In den Kreisen hieß es weiter, es könne bald mit einer Entscheidung über UMTS-Partnerschaften gerechnet werden. Entscheidend für den Abschluss einer Kooperation zwischen den Anbietern sind den Kreisen zufolge vor allem technische Fragestellungen. Die von verschiedenen Herstellern stammende Mobilfunktechnik muss einwandfrei zusammenarbeiten, wenn eine Kooperation mit drei oder vier Partnern die von den Firmen geplanten Einsparungen in Milliardenhöhe erbringen soll. Bislang wollen in Deutschland der Branchenzweite D1 Telekom und der viertgrößte Mobilfunknetzbetreiber Viag Interkom beim Netzaufbau und beim-betrieb zusammenarbeiten.

Mobilcom verhandelt mit drei Partnern

Der bislang ohne eigenes Mobilfunknetz agierende Anbieter Mobilcom verhandelt mit Ausnahme der exklusiv verbündeten Anbieter D1 und Viag Interkom mit allen drei übrigen UMTS-Lizenznehmern in Deutschland. Mobilcom-Sprecher Stefan Arlt sagte am Montag auf Anfrage: "Wir verhandeln derzeit mit drei Partnern." Damit dürfte auch D2 Vodafone in die Sondierungsgespräche einbezogen sein. Weitere Einzelheiten wollte der Mobilcom-Sprecher nicht nennen. Bei Vodafone war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Aus Branchenkreisen verlautete: "Es ist nicht auszuschließen, dass D2 Vodafone in letzter Minute noch auf den Zug aufspringt." Bislang hatte die Muttergesellschaft von D2, der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone, Kooperationen abgelehnt.

E-Plus gilt als Fürsprecher von Kooperationen

Beim drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieter E-Plus laufen die Gespräche mit Konkurrrenten nach Angaben einer Sprecherin weiter. E-Plus hatte sich zuletzt offen für Verhandlungen mit allen UMTS-Anbietern gezeigt und gilt in der Branche als Fürsprecher von Kooperationen. Das wie Mobilcom neu auf den deutschen Mobilfunkbetreibermarkt strebende Konsortium 3G aus Telefonica und Sonera führt eigenen Angaben zufolge zur Zeit ebenfalls Verhandlungen mit mehreren Anbietern, nannte aber keine Details. In Branchenkreisen hieß es ergänzend zum Verhandlungsstand der Firmen, eine Vereinbarung sei möglicherweise nicht mehr weit entfernt. Es könne nun mit einem baldigen Abschluss der Verhandlungen gerechnet werden.

Die Wochenzeitung "Welt am Sonntag" hatte am Wochenende ebenfalls von fortgeschrittenen Verhandlungen zwischen E-Plus, Mobilcom und 3G berichtet. Mobilcom und 3G haben mit E-Plus separate Kooperationsabkommen beim Mobilfunkstandard GSM und der Datenübertragungstechnik GPRS abgeschlossen. Damit wird es den beiden Neustartern auf dem deutschen Markt möglich sein, ihren Kunden neben UMTS- auch GSM-Mobilfunkdienste anbieten zu können. GSM wird auch nach der für 2003 erwarteten Einführung von UMTS vor allem für mobile Sprachtelefonie weiter betrieben.

British Telecom und Deutsche Telekom kooperieren

In der vergangenen Woche hatten die Deutsche Telekom und British Telecom ihre Kooperationsabsicht bei UMTS und bei GSM bekannt gegeben. Von der beabsichtigen Zusammenarbeit werden die vier in Deutschland und Großbritannien tätigen Mobilfunktöchter der beiden Konzerne (D1 Telekom, Viag Interkom, BT Cellnet, One2One) profitieren und nach Unternehmensangaben rund ein Drittel der Investitionskosten sparen. Dies dürften bei beiden Konzernen zusammen mehr als sieben Mrd. Euro sein. Die Bekanntgabe der Allianzpläne erfolgte wenige Tage nachdem die deutsche Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation den sechs UMTS-Lizenznehmern unter Auflagen solch kostensenkende Allianzen erlaubt hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%