Technischen Hürden sind offenbar beseitigt
Motorola prescht mit UMTS-Handys vor

Das europaweit erste UMTS-Mobiltelefon will Motorola serienreif machen und an den Endkunden bringen. "Wie liegen voll im Zeitplan und werden die Geräte in diesem Jahr ausliefern", heißt es bei dem US-Handyhersteller. Die ersten Geräte für den neuen Mobilfunkstandard gehen an den Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa, der im Oktober unter anderem in Großbritannien mit UMTS starten will.

slo DÜSSELDORF. Damit hat Motorola voraussichtlich einen zeitlichen Vorsprung gegenüber anderen Mobiltelefon-Herstellern, die ihre UMTS-Geräte voraussichtlich erst im nächsten Jahr in die Läden bringen werden. Doch das halten Experten für gar nicht so entscheidend im Wettbewerb um Anteile auf dem UMTS-Handymarkt. "Wichtig ist die Kompatibilität der Mobiltelefone, so dass sie in den neuen und den bestehenden Netzen funktionieren und dass der Akku eine akzeptable Zeit durchhält", sagt Nicolas von Stackelberg, Analyst bei Sal. Oppenheim in Frankfurt. Ohnehin rechnet er erst für 2004 damit, dass sich der Massenmarkt für UMTS-Handys mit großen Stückzahlen entwickeln wird. Entscheidend für den Erfolg werden auch mobile Internet-Dienste sein, die den Kunden vom Nutzen des neuen Standards überzeugen.

Die technische Hürde, dass die Handys den Mischbetrieb in den neuen und alten Netzen beherrschen, ist bei Motorola und Ericsson nach eigenen Angaben bereits genommen.

Auch Siemens, die Nummer drei auf dem Handy-Markt, will UMTS-Mobiltelefone auf den Markt bringen und kooperiert dabei mit Motorola, dem zweitgrößten Handy-Hersteller. Die ersten Siemens-Geräte für die neue Technik werden mit Chips des US-Konkurrenten ausgestattet sein.

Doch noch klagen die Mobilfunknetzbetreiber über die Qualität der neuen Handys. Vodafone D2 beispielsweise hat seinen UMTS-Start vom Herbst dieses Jahres auf 2003 verschoben, da die Geräte den Anforderungen des Konzerns noch nicht genügen. Auch die Konkurrenten wie T-Mobile und E-Plus wollen erst im nächsten Jahr mit UMTS starten.

Nicht nur die technischen Probleme, sondern auch die hohen Kosten für UMTS-Lizenzen und den Netzausbau, die die hoch verschuldeten Mobilfunknetzbetreiber belasten, haben den Start der neuen Technik verzögert. Einige UMTS-Lizenznehmer haben bereits aufgegeben, darunter Quam, die Tochter der spanischen Telefónica, die in Deutschland eine UMTS-Funkerlaubnis ersteigert hat. Bei der angeschlagenen Mobilcom AG entscheidet sich heute, ob das UMTS-Geschäft weiter betrieben wird.

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