Technlogieaktien profitieren
Dax schließt fester - Händler sehen aber keine Trendwende

Besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen von führenden US-Firmen haben am Donnerstag zu steigenden Kursen an den deutschen und europäischen Aktienmärkten geführt.

Reuters FRANKFURT. Insbesondere die Technologietitel profitierten deutlich von den positiv aufgenommenen Quartalszahlen von Motorola und Yahoo. SAP-Aktien stiegen zeitweise um mehr als sieben Prozent. Der Dax schloss mit einem Plus von 1,52 Prozent auf 5889 Zählern. Am Neuen Markt stieg der Nemax-All-Share-Index um 2,8 Prozent auf 1278 Punkte, der Nemax50 legte um 4,7 Prozent auf 1220 Zähler zu. Nach Einschätzung von Händlern ist allerdings noch keine nachhaltige Trendumkehr am Markt zu erwarten.

Europaweit legten vor allem Telekom - und Technologiewerte zu. Der Dow Jones Stoxx 50-Index für die europäischen Blue Chips zog um knapp sechs Prozent an. Zu den größten Gewinnern zählten dort die Titel des französischen Anbieters für E-Commerce Systeme Business Objects, die um knapp zehn Prozent stiegen.

Am Mittwoch hatten nach dem Handelsende an den US-Börsen unter anderen Motorola und Yahoo bessere Quartalszahlen als erwartet vorgelegt. Zudem hatte der weltweit größte Softwarehersteller Microsoft mitgeteilt, der Umsatz des Konzerns im vierten Quartal werde höher als zuletzt vorhergesagt liegen. Nach den positiven Nachrichten verzeichneten auch die US-Börsen am Donnerstag zu Handelsstart deutlichen Zugewinne. Bei Börsenschluss notierte der technologielastige Nasdaq-Index mit einem Plus von 4,2 Prozent bei 2053 Zählern, der Standardwerte-Index Dow Jones stieg um 1,45 Prozent auf 10.389 Punkte an.

"Die Leute sind positiv gestimmt", sagte Peter van Kleef, Händler bei Credit Lyonnais. "Gestern waren alle Zahlen gut. Motorola und Yahoo haben die Markterwartungen übertroffen. Solange die Zahlen gut aussehen, werden Marktteilnehmer davon ausgehen, dass die US-Wirtschaft den Boden erreicht hat." Händler sagten allerdings, dass nach den positiven Unternehmensmeldungen noch keine nachhaltige Trendumkehr am Markt zu erwarten sei. Derzeit sei die Konjunkturlage in den USA sowie Europa noch zu unsicher, sagte Christian Schmidt, Aktienhändler bei der Helaba. Die Kurszuwächse seien vielmehr rein technischer Natur.

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Titel von SAP, die um 7,8 Prozent auf 152 Euro anzogen. Dahinter folgten Epcos und Siemens mit Kurszuwächsen von 5,6 beziehungsweise 5,3 Prozent. Die Aktien der Telekom kletterten um 2,5 Prozent auf 26,65 Euro. Die Papiere von Infineon legten um knapp fünf Prozent auf 26 Euro zu. Die geplante Kapitalerhöhung des Halbleiter-Herstellers wird nach Angaben aus Bankenkreisen trotz des niedrigen Aktienkurses auf jeden Fall durchgeführt. "Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass die Kapitalerhöhung kommt", hieß es aus den Kreisen. Das Angebot sei bereits zweifach überzeichnet.

Die Aktien der Deutschen Bank zogen um 3,4 Prozent auf 80,95 Euro an, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktien hoch gestuft hatte. Noch am Vortag hatten die Papiere auf Grund zahlreicher Herunterstufungen deutlich unter Druck gestanden.

Mit Blick auf den Gesamtmarkt sagte Aktienhändler Schmidt von der Helaba, für eine nachhaltige Erholung sollten die Auswirkungen der jüngsten Zinssenkungen der US-Notenbank abgewartet werden, die seiner Einschätzung nach erst Anfang 2002 sichtbar werden. Daneben müssten weitere Unternehmenszahlen sowie Konjunkturindikatoren einen Aufschwung signalisieren. Schmidt macht außerdem die Krisen in der Türkei und in Lateinamerika dafür verantwortlich, dass zufließendes Kapital den Euro derzeit stärke. "Ein stärkerer Euro wäre schlecht für unsere Exportwirtschaft."

Die am frühen Nachmittag bekannt gegebenen US-Arbeitsmarktdaten hatten Händlern zufolge keinen Einfluss auf das Marktgeschehen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren unerwartet stark auf das höchste Niveau seit Juli 1992 angestiegen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten dagegen einen leichten Rückgang erwartet. Ein Händler sagte allerdings, dass Marktteilnehmer nach den Ankündigungen zahlreicher Stellenstreichungen in den USA mit einem Anstieg der Erstanträge gerechnet und die Daten somit keinen Einfluss auf den Aktienmarkt gehabt hätten.

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