Technologie-Aktien gegen den Trend
Wall Street schließt unentschlossen

An den New Yorker Aktienmärkten haben Käufe auf ermäßigtem Niveau und eine verstärkte Nachfrage nach Softwareaktien zum Handelsschluss zu einem leichten Plus bei den Technologiewerten beigetragen. Im späten Geschäft hätten jedoch Äußerungen von US-Notenbankchef Alan Greenspan belastet, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. Der Handel sei außerdem durch die Vorwürfe gegen das Aktienhandelshaus Knight Trading Group überschattet worden. Der Dow-Jones-Index verlor zum Schluss 0,23 % auf 9687,84 Punkte, nachdem er zuvor bis auf 9592 Zähler nachgegeben hatte. Der technologielastige Nasdaq-Index notierte 0,99 % höher auf 1578,10 Punkten nach einem Tagestief bei 1548 Punkten. Händler erklärten die Erholung mit einer gestiegenen Nachfrage nach Software-Aktien. Der breiter gefasste S&P-Index ging unverändert mit 1040,69 Zählern aus dem Markt.

Die Investoren seien an ausgewählten Titeln, wie den Aktien des Softwareherstellers BEA Systems interessiert gewesen, sagten Händler. Der Aktienkurs des Unternehmens legte um 5,4 % auf 10,16 $ zu. "Der Ausverkauf war deutlich genug, dass die Preise endlich wieder attraktiv geworden sind", sagte Jim Herrick, Leiter Aktienhandel bei Robert W. Baird & Co. "Die Technologiewerte sehen besonders gut aus." Einige Anleger hätten im Geschäftsverlauf in der Hoffnung auf eine Erholung der Unternehmensgewinne Gelder aus dem Renten- in den Aktienmarkt umgeschichtet, sagten Börsianer.

Im späten Geschäft hätten Äußerungen von US-Notenbankchef Greenspan die Investoren verunsichert, sagten Händler. Greenspan habe Befürchtungen wieder erweckt, die Nachfrage könne mit dem Produktionswachstum nicht Schritt halten.

Außerdem hätten Nachrichten über Untersuchungen bei Knight Trading bereits vorhandene Sorgen der Investoren über die Glaubwürdigkeit bei US-Konzernen verstärkt, sagten Händler. Das Handelshaus wies zwar Vorwürfe als unbegründet zurück, das Unternehmen habe unvorschriftsmäßigen Aktienhandel betrieben. Knight-Aktien setzten am Dienstag dennoch ihre Talfahrt vom Vortag fort und verloren rund 22 % auf 4,64 $. Am Montag war bekannt geworden, dass die US-Börsenaufsicht (SEC) und die Nationale Vereinigung der Wertpapierhändler (NASD) Ermittlungen gegen Knight Trading eingeleitet haben.

Bereits am Vortag hatte die Nachricht vom Rücktritt des Chefs des US-Mischkonzerns Tyco nach Händlerangaben Nervosität am Aktienmarkt ausgelöst. Tyco-Chef Dennis Kozlowski wird vorgeworfen, Umsatzsteuer für wertvolle Kunstwerke in Höhe von einer Million $ nicht gezahlt zu haben. Er wurde am Dienstag angeklagt. Die Tyco-Aktie erholte sich jedoch von ihrem Kurseinbruch vom Vortag und notierte im Verlauf rund 4,5 % höher auf 16,77 $.

"Die Leute haben Angst", sagte Edgar Peters, Chefinvestment-Officer bei PanAgora Asset Management. "Es ist eine Fortsetzung von gestern. Die Leute befürchten, es werde noch mehr schlechte Nachrichten geben."

Die Aktien des Medienkonzerns AOL Time Warner verloren rund fünf % auf 17,20 $. Die US-Investmentbank Lehman Brothers hatte die Umsatz- und Ergebnisprognosen für den Konzern für das Geschäftsjahr 2002 gesenkt und dies mit einer voraussichtlich längeren Schwäche des Online-Werbemarktes begründet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,48 Mrd. Aktien den Besitzer. 1416 Werte legten zu, 1784 gaben nach und 201 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Mrd. Aktien 1580 im Plus, 1865 im Minus und 266 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 5/32 auf 98-28/32. Sie rentierten mit 5,019 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 10/32 auf 96-17/32 und hatten eine Rendite von 5,619 %.

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