Technologie-Aktien unter Druck
Europas Börsen schließen abgeschwächt

Die europäischen Börsen haben zum fünften Mal in Folge schwächer notiert. Der DJ Stoxx50-Index ermässigte sich um 1,56 Prozent auf 3420,7 Punkte. Die Skandinavien-Aktien verloren am meisten.

Reuters LONDON. Die Stimmung wurde durch Kursverluste bei der deutschen Telekom und Spannungen zwischen Indien und Pakistan gedämpft. Für Unruhe und wachsende Angst vor erneuten Anschlägen sorgte auch die zeitweise Schliessung der New Yorker Brooklyn Bridge, nachdem dort ein verdächtiges Paket gefunden wurde. Angeführt wurde die Verlierer-Liste von Technologie-, Medien- und Telekomtiteln (TMT). Nokia büssten 8,6 Prozent ein, Konkurrent Ericsson verloren 7,1 Prozent. Händler konnten keinen spezifischen Grund angeben; die Anleger zweifelten aber weiterhin, ob die Wachstumsziele der Unternehmen erreichbar seien.

Unter den Erwartungen ausgefallene Quartalszahlen liessen die Papiere der deutschen Telekom rund 5,1 Prozent nachgeben. Leichter waren auch France Telecom, Telefonica und BT-Group. Goldman Sachs stufte die Gewinnschätzungen für europäische Software-Firmen zurück. Die Aktien der grössten europäischen Softwareschmiede SAP gaben daraufhin 6,6 Prozent nach und markierten ein Jahrestief. Unterstützung kam von festeren Autoaktien.

LONDON - Die Börse London beendete den Handelstag am Mittwoch im Minus. Der FTSE-100-Index verlor 0,87 Prozent auf 5159,9 Zähler. Die in Indien engagierte Bank Standard Chartered gaben 2,4 Prozent nach. Im Mittelpunkt standen neben Bank- auch Öl-Titel. Während BP-Papiere Kursverluste von 2,1 Prozent hinnehmen mussten, verbilligten sich Shell um 0,7 Prozent. Der Rohölpreis gab am Dienstag im Zuge eines steigenden Angebots nach. Kursabgaben waren auch im Telekomsektor auszumachen. Die Aktien des Schwergewichts Vodafone verloren 1,6 Prozent. Cable & Wireless sanken 2,7 Prozent. Zulegen konnten hingegen defensive Einzelhandelstitel. Auch Immobilienwerte wie Land Securities rückten vor.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien erhielten von den wieder aufgeflackerten Ängsten vor Anschlägen in den USA einen Dämpfer. Der SMI schloss um 0,56 Prozent schwächer bei 6585,9 Zählern. Händler sagten, die Angst vor Anschlägen habe vor allem den Versicherungen zugesetzt. Dabei seien Zurich, die allerdings ex Dividende von acht sfr gehandelt wurden, sowie Swiss Re mit einem Minus von drei Prozent aufgefallen. Rentenanstalt und Generali Schweiz sanken rund 1,5 Prozent. Schwächer zeigten sich auch die Banken.

PARIS - Die Börse Paris schloss zum fünften Mal in Folge schwächer. Der CAC-40-Index verlor 1,66 Prozent auf 4326,3 Zähler. France Telecom büssten 3,5 Prozent ein. Schlechte Zahlen der Deutschen Telekom sowie aufkommende Sorgen vor Anschlägen belasteten die Titel. Vivendi Universal ermässigten sich vier Prozent. Händler verwiesen auf eine mögliche Aufteilung des Konzerns in einen Medien- und einen Telekombereich. Dassault Systemes sackten 3,5 Prozent ab.

AMSTERDAM/ BRÜSSEL - Auch die Benelux-Börsen präsentierten sich schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index gab 1,2 Prozent auf 486,7 Punkte nach und der Brüsseler Bel-20-Index verlor 1,2 Prozent auf 2781 Zähler. In Amsterdam brachen die Titel des Versicherers Aegon 2,8 Prozent ein. ING-Group, die in den USA stark vertreten sind, verloren 1,3 Prozent. Das Unternehmen wird am Donnerstag die Zahlen für das erste Quartal veröffentlichen. Schwächer waren auch ASML. In Belgien büssten KBC Bankassurance 1,2 Prozent ein.

MAILAND - Der Mib30-Index der Börse Mailand büsste 0,96 Prozent auf 30.746 Zähler ein. Unter Druck standen STMicroelectronics, die 3,2 Prozent abgaben, und die Versicherer. Die Papiere des Konzerns Finmeccanica, der einen Anteil von rund 20 Prozent an STM hält, notierten rund zwei Prozent tiefer. Die Versicherer Generali, Alleanza und RAS verloren zwischen 2,2 und 2,4 Prozent.

MADRID - Der Madrider Ibex-35-Index verlor 1,17 Prozent auf 7857,1 Punkte. Telekomschwergewicht Telefonica lastete mit einem Minus von 2,46 Prozent auf dem Index. Während Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) 2,74 Prozent einbüssten, lagen Santander Central Hispano 1,1 Prozent im Minus.

STOCKHOLM - Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Börsen schwächte sich deutliche drei Prozent auf 301,39 Zähler ab. Auf den Märkten lasteten vor allem die schwergewichtigen Technologie- und Telekomwerte. Nokia fielen 8,5 Prozent und Ericsson sanken 7,1 Prozent. Sonera verloren 4,3 Prozent.

WIEN - Das Handelsgeschehen an der Wiener Börse bezeichnete ein Händler am Mittwochnachmittag als "unspektakulär". "Wäre da nicht das Kursplus bei Erste Bank von mehr als 2,5 Prozent, stünde der ATX wesentlich tiefer als jetzt", so der Händler. Erste Bank kletterten 2,6 Prozent. Der ATX schloss bei 1325,70 Punkten nahezu auf Vortagesniveau.

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