Technologie-Aktien verlieren
Ölpreis-Anstieg belastet US-Aktien

Die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern lassen den Ölpreis steigen und drücken auf die Stimmung am amerikanischen Aktienmarkt. Neue Konjunkturdaten schlugen in die gleiche Kerbe. Vor allem HighTech-Werte mussten am Dienstag Federn lassen.

WSC - NEW YORK. Gewinnwarnungen im Tech-Sektor belasteten am Dienstag die US-Börsen, doch auch andere Sektoren standen unter Druck. Der Dow Jones Index schloss letztlich mit einem Minus von 48 Zählern oder ein halbes Prozent auf 10 315 Punkten. Die Nasdaq gab um 58 Zähler oder 3,1 Prozent nach und schloss bei 1804 Punkten.

Nach einem schwachen Start kam auch aus dem konjunkturellen Umfeld keine Unterstützung. Die Fabrikbestellungen sind nach einem Anstieg in den letzten zwei Monaten im Februar um 0,1 Prozent zurückgegangen - Analysten hatten mit einem weiteren Plus von 1 Prozent gerechnet. Vor allem Bestellungen für langlebige Güter, die über die Entwicklung der Konjunktur Aufschluss geben, sind um 2,4 Prozent gefallen.

Optimisten hatten es daher am Dienstag schwer, sich Gehör zu verschaffen. Einige Marktteilnehmer beschwören weiter eine starke Ertragssaison, die am Freitag beginnt, wenn mit dem Stahlriesen Alcoa der erste Dow-Wert Ergebnisse zum ersten Quartal vorlegt.

Doch zunächst hatte der Markt einige Umsatz- und Gewinnwarnungen zu verkraften. Die schwerwiegendste kam vom Software-Hersteller PeopleSoft. Das Management hatte erklärt, dass man aufgrund schwacher Verkäufe in einem anhaltend schwierigen Umfeld die Erwartungen im ersten Quartal nicht erfüllen werde. Die Aktie verlor 33 Prozent. Ähnlich schlechte Nachrichten kamen vom Konkurrenten BroadVision. Auch hier kündigte das Management ein Minus für das erste Quartal an. Die Aktie gab 16 Prozent ab.

Die Analysten von Goldman Sachs schlagen in die gleiche Kerbe und fahren ihre Erwartungen für die Software-Riesen Microsoft und Siebel Systems, die Hardware-Konzerne Sun Microsystems und IBM sowie den Chip-Hersteller EMC zurück. Der Grund: anhaltend schwache IT-Investitionen bei den US-Unternehmen. Die Aktien verloren jeweils um 5 Prozent und zogen andere Unternehmen der jeweiligen Branchen mit.

Ganz andere Probleme brachten die Aktie von Qwest Communications unter Druck. Die US-Börsenaufsicht SEC will die Bilanzen des Telekom-Providers für das vierte Quartal 2000 nicht anerkennen. Außerdem stehen für 2002 außerordentliche Abschreibungen zwischen 20 und 30 Milliarden Dollar an. Nach den jüngsten Bilanz-Debakeln sehen Anleger bei derartigen Meldungen rot und so stand Qwest am Dienstag unter Verkaufsdruck. Die Aktie verlor 4,3 Prozent.

Doch nicht nur Tech-Aktien standen am Dienstag unter Verkaufsdruck: Auch die Airlines handelten im roten Bereich. Nach einer Ertragswarnung von Continental Airlines verlor das Papier 3,6 Prozent. Das Unternehmen erwartet, aufgrund steigender Kosten für Treibstoff die Erwartungen im zweiten Quartal zu verfehlen. Diese Sorge plagt auch die Konkurrenz: Die Branche brach um fast 5 Prozent ein.

Auch den Automobil-Herstellern schwimmen die Felle davon: Die Autoverkäufe der "Großen Drei" sind im März zurück gegangen. General Motors berichtete von einem verhältnismäßig harmlosen Minus von 2 Prozent, während DaimlerChrysler ein Absatzminus von 4 Prozent und Ford ein Minus von 12 Prozent bekannt geben mussten. Bedenklich: Vor allem in den Bereichen Geschäftkunden und Mietwagen-Verkäufe sind die Umsätze eingebrochen, was erneut ein schwaches Bild des aktuellen Umfelds zeichnet. Aktien von General Motors schlossen gut behauptet, der Rest des Sektors rutschte in den roten Bereich.

Nur auf den ersten Blick sahen die Zahlen gut aus, die die Elektronikhändler Best Buy und Circuit City vorlegen. Marktführer Best Buy hat die Erwartungen der Analysten um einen Penny geschlagen, während Circuit City in Höhe der Prognosen abschloss. Allerdings gaben beide Unternehmen nur schwache Ausblicke auf das nächste Quartal. Dennoch legte Circuit City um 3,2 Prozent zu, während Best Buy 5,6 Prozent verlor.

Mineralölwerte profitierten von den wachsenden Spannungen in Nahost. Hauptgewinner waren ExxonMobil und ChevronTexaco. An der Rohstoffbörse in New York notierte der Preis für ein Barrel Öl bei 28 Dollar und damit auf seinem höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten.

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