Technologie-Branche
Kommentar: Erholung noch in weiter Ferne

Investoren an der Börse liegen falsch, wenn sie bei einer Erholung der Konjunktur zuerst an die einst rasant wachsende High-Tech-Branche denken. Technologie-, Medien- und Telekommunikationsfirmen werden die nächste Rally nicht anführen. Denn immer deutlicher zeichnet sich ab, dass die einstigen Wirtschaftslokomotiven jetzt große Bremsklötze sind. Die Talfahrt in der Technologiebranche ist noch längst nicht beendet. Das dokumentieren die vielen Quartalsberichte und Ausblicke, die die europäischen und amerikanischen Unternehmen in diesen Wochen vorlegen. Anders als in defensiven Segmenten, etwa im Automobilbereich, fehlen in der "New Economy" die Signale für eine Wende. Abgesehen von wenigen Ausnahmen wie die Walldorfer Softwareschmiede SAP ist erst 2002 Licht am Ende des noch düsteren High-Tech-Tunnels zu erkennen. Doch auch dafür sind die Prognosen der Volkswirte, Analysten und der betroffenen Firmen sehr vage.

Die Börsen nehmen diese pessimistische Erwartung vorweg. Trotz der Gewissheit, dass die vielen Zinssenkungen und die Steuersenkungen in den USA die Gesamtwirtschaft beleben werden, fallen die Kurse an den Wachstumsbörsen wie am Frankfurter Neuen Markt immer noch. Bestenfalls verharren sie auf niedrigem Niveau wie an der amerikanischen Nasdaq. Daran ändert sich nichts, solange die Trendwende in ungewisser Ferne ist und nur hoffnungsvoll beschworen wird. Denn Anleger meiden nichts mehr als Ungewissheit und Aktien von Unternehmen, die nicht wissen, wie tief der Abschwung in der Technologie-Branche noch geht und wie lange er noch dauert. Die High-Tech-Börsen werden sich erst dann erholen, wenn erste Indikatoren Besserung verheißen. Dafür müssen aber immense Überkapazitäten abgebaut werden, neue Produkte auf den Markt kommen, und die Nachfrage muss sich beleben. Nicht zuletzt müssen die Unternehmen wieder (mehr) Geld verdienen.

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