Technologie- und Banktitel schwach
Dax schließt nach US-Zinsspekulationen schwächer

Die deutschen Aktien sind am Mittwoch unter dem Druck der Zinsspekulationen in den USA schwächer aus dem Handel gegangen. Die unerwartet stark gestiegenen US-Verbraucherpreise hätten Spekulationen ausgelöst, dass die US-Notenbank die Zinsen wegen der beschleunigten Inflation zunächst nicht weiter senken werde, sagten Marktteilnehmer.

Reuters FRANKFURT. Ein weiterer Belastungsfaktor seien die Verluste der Deutschen Telekom gewesen. Nachdem der nach Aussagen von Händlern zunächst befürchtete Kurseinbruch der amerikanischen Börsen ausgeblieben war, erholten sich die deutschen Märkte allerdings von ihren Tagestiefs. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss um 1,61 % tiefer auf 6347,99 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich auf 6312,14 Zähler gefallen war.

Der unverwartet starke Anstieg der US-Verbraucherpreise um 0,6 % im Januar hat nach Aussagen von Börsianern zunächst die Angst vor einer "Stagflation" vergrößert. Dieser Begriff bezeichnet die konjunkturelle Stagnation bei gleichzeitiger Inflation und dementsprechend steigenden Zinsen. In einer solchen Situation würde die US-Notenbank Fed die Zinsen nicht weiter senken, hieß es. Volkswirte hatten einer Reuters-Umfrage zufolge bei den Verbraucherpreisen lediglich ein Plus von 0,3 Prozent prognostiziert.

Nach Einschätzung von Experten ist der Markt derzeit überverkauft. Allerdings lasse die technische Erholung noch auf sich warten. Für die unmittelbare Zukunft sei entscheidend, ob der US-Technologieindex Nasdaq die psychologisch wichtige Marke von 2200 Punkten halten könne.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten am Mittwoch unter anderem Deutsche Telekom. Der Konzern hatte mitgeteilt, dass durch eine Neubewertung des Immobilienvermögens der Jahresgewinn um rund 20 Prozent nach unten korrigiert werden müsse. Die T-Aktie verbilligte sich um 5,83 % auf 25,19 Euro. Die Investmentbank M.M. Warburg stufte die Papiere der Telekom indessen auf "Kaufen" hoch. Der geplante Verkauf von Vermögenswerten zum Schuldenabbau wurde von den Experten der Bank als "richtiges Signal" gewertet. Verluste verbuchten auch Deutsche und Dresdner Bank, die 5,21 % auf 90,71 Euro beziehungsweise 4,73 % auf 45,35 Euro abgaben. Analysten zufolge würden die beiden Titel von den Aussichten über sinkende Einnahmen aus dem US-Investmentgeschäft belastet.

Auf der Gewinnerseite standen unterdessen die Automobiltitel, die von Volkswagen angeführt wurden. Die Aktie setzte ihren Aufstieg fort und verteuerte sich um 2,02 Prozent auf 59,99 Euro, nachdem das Unternehmen am Dienstag für das vergangene Jahr ein Rekordergebnis bekannt gegeben hatte. Hypovereinsbank zogen nach der Vorlage kräftig gestiegener Geschäftszahlen um 1,65 Prozent auf 67,20 Euro an. Am Neuen Markt festigten sich Brokat nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen und eines Ausblicks für 2001 um 29,01 % auf 17,30 Euro. Genescan rutschten nach der Bekanntgabe ihrer Ergebnisse um 20,67 % auf 20 Euro ab.

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