Technologie- und Telekomwerte belastet
Europäische Börsen schließen nach Cisco-Zahlen zumeist leichter

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch nach Veröffentlichung der Zahlen des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco Systems überwiegend leichter geschlossen.

Reuters. Der Ausweis eines Milliardenverlusts von Cisco Systems habe insbesondere die europäischen Technologie- und Telekomwerte belastet, sagten Händler. Cisco hatte am Dienstag nach US-Börsenschluss den ersten Verlust in seiner Geschichte verbucht und einen Nettoverlust im dritten Quartal nach Einmalbelastungen von 2,7 Milliarden Dollar (rund 5,9 Milliarden DM) bekannt gegeben. Cisco-Chef John Chambers sagte außerdem, er gehe davon aus, dass die Talsohle in den nächsten ein oder zwei Quartalen durchschritten sein könnte.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am Abend mit 4 202 Zählern 0,3 Prozent niedriger als am Vorabend. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion sank um 0,5 Prozent auf 4 419 Punkte.



LONDON - FTSE-Index gut behauptet

An der Londoner Börse ist der FTSE-100-Index um 0,12 Prozent auf 5 893,7 Punkte gestiegen. Auf der Gewinnerseite ragten die Öltitel heraus. So verbesserten sich Shell und BP jeweils um knapp drei Prozent. Das Investmenthaus Morgan Stanley hatte seine Rohölpreisschätzungen für die Jahre 2002 und 2003 angehoben. Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen nach den Cisco-Zahlen vor allem die Dividendentitel der Hochtechnologie- und Telekomwerte. Spirent brachen um 17 Prozent ein, nachdem das Unternehmen einen schwachen Ausblick gegeben hatte. Bei den Medienwerten fielen British Sky Broadcasting um 6,1 Prozent auf 804 Pence. Das Unternehmen hatte zuvor seine Neunmonatszahlen vorgelegt.

ZÜRICH - SMI-Index mit leichterer Schlusstendenz

Gewinnmitnahmen haben nach Händlerangaben die Schweizer Börse schwächer schließen lassen. Das Geschäft verlief Händlern zufolge in ruhigen Bahnen und mit dünnen Umsätzen. Der SMI-Index sank 0,8 Prozent oder 59,6 Zähler auf 7 373,4 Punkte. Erneut sei das Augenmerk auf Roche gerichtet gewesen, sagten Händler. Roche hatte am Vorabend mit der Entlassung des erst seit fünf Monaten amtierenden Finanzchefs Anton Affentranger abermals für Schlagzeilen gesorgt. Am Montag hatte Novartis mit dem Einstieg beim Konkurrenten Roche für Aufregung gesorgt. Die Entlassung Affentrangers werfe ein schlechtes Licht auf die Führung von Roche und schüre Spekulationen und Gerüchte, hieß es. Roche-Inhaber-Aktien erholten sich zum Schluss vom Tief bei 154,50 sfr und schlossen allerdings noch 0,94 Prozent tiefer auf 158 sfr. Novartis sanken 0,3 Prozent auf 67,70 sfr.

PARIS - CAC-Index etwas leichter

In Paris präsentierte sich die Börse zuletzt etwas leichter, der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen sank um 0,45 Prozent auf 5 492,08 Punkte. Zu den Verlieren zählten die Aktien der index-schwergewichtigen France Telecom mit einem Abschlag von 0,83 Prozent. Händler begründeten den Verlust mit der bevorstehenden Bezugsrechteausgabe des Konkurrenten British Telecom und dem umfangreichen Verkauf von Aktien der Deutschen Telekom am deutschen Markt. Gegen den allgemeinen Markttrend konnten Alstom um knapp fünf Prozent zulegen. Das Unternehmen wird seine Zahlen in der kommenden Woche vorlegen.

MAILAND - Mib-Index von Telekomwerten gedrückt

Die Mailänder Börse schloss schwach. Der MIB30-Index sank um 1,05 Prozent oder 295 Punkte auf 27 750 Zähler. Unter den schlechten Cisco-Zahlen hätten insbesondere die Telekomwerte gelitten, sagten Händler. Olivetti, die umsatzstärkster Wert waren, rutschten um gut fünf Prozent auf 2,37 Euro ab. Die Olivetti-Sparten Telecom Italia und TIM mussten ebenfalls Federn lassen. Telecom Italia verbilligten sich um 3,07 Prozent und TIM um 1,11 Prozent.

MADRID - Ibex-Index kaum verändert

Die Madrider Börse beendete den Handel kaum verändert. Der Ibex-35-Index ermäßigte sich um moderate 0,04 Prozent auf 9 654,3 Punkte. Wie an den anderen europäischen Börsen standen auch in Madrid insbesondere die Telekomwerte unter Verkaufsdruck. Index-Schwergewicht Telefonica verbilligte sich um 1,2 Prozent. Die Mobilfunktochter Telefonica Moviles gab um 0,1 Prozent nach. Das Unternehmen hatte zuvor seine Quartalszahlen präsentiert.

AMSTERDAM - AEX-Index im Minus

Leichter hat die Amsterdamer Börse geschlossen. Der AEX-Index verlor 0,83 Prozent auf 577,29 Punkte. Der Handel sei bei niedrigen Umsätzen richtungslos verlaufen, sagten Börsianer. Einen Kurseinbruch von 17,7 Prozent auf 5,39 Euro verzeichneten die Aktien des Datenkommunikationsunternehmens Versatel. Händler verwiesen auf Medienberichte, wonach das Unternehmen möglicherweise am Ende dieses Jahres Liquiditätsprobleme bekommen könnte.

WIEN - ATX-Index trotz Cisco-Zahlen freundlich

An der Wiener Börse ist der ATX-Index um 0,22 Prozent auf 1 195,68 Punkte gestiegen. Zehn Aktien waren höher und elf tiefer. Die Aktien des Öl- und Chemiekonzerns OMV hätten das Geschehen am Wiener Aktienmarkt dominiert, sagten Händler. Bis Börseschluss konnte OMV um 4,27 Prozent auf 97,49 (93,50) Euro zulegen. Am Donnerstag präsentiert das Unternehmen seine Quartalszahlen.

BRÜSSEL - BEL20-Index mit leichten Aufschlägen

An der Brüsseler Börse sind die Kurse leicht gestiegen. Der Bel-20-Index erhöhte sich um 0,22 Prozent auf 2 778,32 Punkte. Der Handel sei in engen Spannen bei dünnen Umsätzen verlaufen, sagten Börsianer. Bei den Finanztiteln rückten Dexia um 1,72 Prozent vor. Der Chef des Unternehmens hatte sich zuvor optimistisch im Hinblick auf die Zahlen für das erste Quartal geäußert. Die Anteilsscheine des Stahldraht-Herstellers Bekaert fielen um 1,5 Prozent auf 40,10 Euro, nachdem das Unternehmen einen ungünstigen Gewinnausblick für das laufende Jahr gegeben hatte.

STOCKHOLM - OMX-Index im Abwärtssog

Die Stockholmer Börse notierte am Abend leichter. Der OMX-Index ermäßigte sich um 0,77 Prozent auf 911,61 Punkte. Index-Schwergewicht Ericsson verbilligte sich im Nasdaq-Sog um 2,50 Schwedische Kronen (skr) auf 62,0 skr. Konkurrent Nokia ließ 5,50 skr auf 329,50 skr Federn.

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