Technologie-Werte gefragt
Dax schließt deutlich erholt

Starke Kursgewinne verbuchte die zuletzt gebeutelte Aktie von Infineon. Im Rampenlicht standen auch die Titel von Eon. Nach Angaben aus Koalitionskreisen wird die Übernahme des Ruhrgas-Konzerns durch Eon unter Auflagen genehmigt.

Reuters FRANKFURT/MAIN. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 2,91 Prozent höher bei 4258 Punkten. Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 stieg um 2,88 Prozent auf 542 Zähler. Der Nebenwerte-Index MDax lag zuletzt 0,27 Prozent im Minus bei 3835 Punkten.

In den USA blieben die Finanzmärkte am Donnerstag feiertagsbedingt geschlossen. Am Freitag wird an der Wall Street nur verkürzt gehandelt. Daher sei auch am Freitag mit einem ruhigen Handel zu rechnen, sagte ein Händler. Auf Sicht der kommenden Wochen werde aber weiterhin mit einem sehr nervösen und volatilen Handel gerechnet, sagten andere Börsianer mit Blick auf die Sorgen der Anleger vor weiteren Bilanzskandalen sowie der schwachen Gewinnentwicklung bei den Konzernen. Ohne Einfluss auf das Marktgeschehen blieb die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 3,25 Prozent zu belassen.

Technologiewerte und Versicherer gefragt

Neben einer allgemeinen technischen Erholung machten Händler auch die jüngsten Äußerungen von Klaus Kleinfeld, Siemens-Chef in den USA, für den Anstieg der Technologiewerte aus. Kleinfeld hatte sich "verhalten optimistisch" über das Geschäft der defizitären US-Sparte geäußert. Die Siemens-Titel stiegen um 4,37 Prozent auf 58,55 Euro. Zudem gab Siemens bekannt, mit ICIS Technology einen britischen Anbieter von Softwarelösungen für Energieunternehmen übernommen zu haben.

Stark gefragt waren auch die Papiere des Chipherstellers Infineon, die um 6,16 Prozent auf 14,82 Euro anzogen. Eine Erholung des Chip-Sektors könne man aber nicht in den Kursanstieg hineininterpretieren, sagte ein Händler. Alfred Kaiser, Analyst beim Bankhaus Nols, ergänzte: "Der Anstieg ist eine kurzfristige Erholung. Auf längere Sicht bin ich kein Freund des Sektors." Die Anteilsscheiner der Deutschen Telekom legten 5,38 Prozent auf 9,60 Euro zu.

Zudem erhöhten sich die Kurse der im Dax schwergewichteten Versicherer deutlich. Allianz-Papiere verteuerten sich um 4,75 Prozent, während Münchener Rück-Aktien sogar 7,05 Prozent zulegten. Ein Händler sagte, die Zuwächse seien eine technische Reaktion, nachdem die Versicherer in den Vorwochen mit dem Gesamtmarkt stark gefallen waren.

Eon klettert auf 59,60 Euro

In Erwartung eines positiven Ministererlaubnis-Bescheids für die Übernahme der Ruhrgas-Mehrheit kletterte die Aktie des Energieversorgers Eon um 3,65 Prozent auf 59,60 Euro. Aus Kreisen der rot-grünen Regierungskoalition verlautete, die Genehmigung werde unter Auflagen erfolgen. "Strategisch macht die Ruhrgas-Akquisition viel Sinn und dürfte daher Eon und der Aktie helfen", sagte Analyst Martin Dixon-Ward vom Broker Williams de Broe in London. Er empfiehlt die Aktie zum Kauf. Der offizielle Entscheid soll am Freitagvormittag verkündet werden.

Babcock Borsig am seidenen Faden

In einem stark schwankenden und von spekulativen Investments geprägten Handelsverlauf stiegen die Aktien des finanziell angeschlagenen Anlagenbauers Babcock Borsig zeitweise um knapp 53 Prozent. Die Titel schlossen schließlich knapp 29 Prozent im Plus bei 1,74 Euro. Das Schicksal des angeschlagenen Konzerns schien am Abend wieder völlig offen, nachdem es zuvor aus der Landesregierung Nordrhein-Westfalens noch positive Signale gegeben hatte. Händler sagten, solange es keine Lösung gebe, bleibe das Papier ein Spielball der Spekulanten. Eine politische Rettung sei wegen der vielen Arbeitsplätze aber denkbar, zumal in einem Wahljahr, sagte ein Aktienhändler. Bundeskanzler Gerhard Schröder( SPD) wollte am Abend in Oberhausen mit Betriebsräten von Babcock zusammentreffen.

Am Neuen Markt setzte die Aktie von Qiagen ihren enormen Kursrutsch vom Mittwoch fort und verlor weitere 9,42 Prozent auf 6,44 Euro. "Nach der Reduzierung der Prognosen und dem Wechsel der Wirtschaftsprüfer wird nun auf die Aktie eingeschlagen", sagte ein Händler. Die Analysten der Deutschen Bank und von HSBC stuften die Aktie herunter. Am Mittwoch war der Qiagen-Kurs bereits um rund ein Drittel eingebrochen.

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