Archiv
Technologie wieder gefragt

Sie waren gehasst und sie wurden verflucht. Das war gestern. Heute sind sie wieder gefragt. Die Rede ist von Technologiewerten. Bei niedrigen Preisen dürften die Anleger heute in Kauflaune geraten. Intel, Microsoft, Cisco Systems gewinnen nach dem gestrigen Ausverkauf vorbörslich an Wert. Wirtschaftsdaten dürften die Märkte zum Wochenschluss zusätzlich leicht bewegen.

Experten gehen davon aus, dass die Produktion in den USA im vergangenen Monat zum vierten Mal in Folge gesunken ist. Die Analysten begründen diese Annahme mit den Produktionskürzungen bei den Autoherstellern und der weltweit abflauenden Nachfrage. Lag der Index im Vormonat noch bei 48,3 Punkten, rechnen sie nun mit einem leichten Rückgang um 0,3 Punkte. Viele Investoren hoffen, dass die rückläufige Entwicklung von der US-Notenbank als weiteres Zeichen erkannt wird, die Leitzinsen in naher Zukunft zu senken und das Wirtschaftswachstum wieder auf ein gesundes Maß zu bringen. Die Daten werden um 16:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit veröffentlicht.



Für PepsiCo geht es vorbörslich leicht ins Minus. Die Anleger nehmen es mit Argwohn auf, dass der zeitgrößte Getränkehersteller der Welt nun erneut mit Quaker Oats über eine mögliche Übernahme verhandelt. PepsiCo will den Hersteller von Gatorade für 13,7 Milliarden Dollar kaufen. Damit liegt das Kaufangebot leicht unter der ersten Kaufofferte vom November. Coca-Cola und die Danone Gruppe, die sich ebenfalls um den Lebensmittelhersteller bemüht hatten, waren nach anfänglichen Verhandlungen abgesprungen.



AT&T

Wireless dürfte von der Kaufempfehlung von Lehman Brothers profitieren. Nachdem die Mobilfunktochter Amerikas größter Telefongesellschaft in dieser Woche auf dem 52-Wochentief schloss, sorgen positive Nachrichten wieder für Aufschwung. Die japanische NTT DoCoMo will sich mit 16 Prozent an AT&T Wireless beteiligen. Als Kaufpreis wurden 9,8 Milliarden Dollar genannt. AT&T will ein Tochterunternehmen für Multimedia-Anwendungen gründen und benötigt dafür die Technologie von NTT DoCoMos. Die Aktie kann vorbörslich zulegen.



Raus aus den Technologiaktien, rein in die Pharmawerte. Dieses Motto galt gestern erneut. Merck, Pfizer und Johnson und Johnson profitierten als defensive Werte von der trüben Stimmung auf dem High-Tech-Sektor. Heute stuft UBS Warburg zwei Werte ab. Pharmacia und Schering seien lauf Analysten bereits gut gelaufen. Die Experten stufen die Aktien von "aggressive kaufen" auf "kaufen" ab.



Besser dagegen dürfte es Pfizer gut ergehen. Am heutigen Welt-AIDS-Tag gab der zweitgrößte Pharmakonzern der Welt bekannt, künftig das Medikament Difluncan kostenlos nach Südafrica zu liefern. Für insgesamt 50 Millionen Dollar soll das Anti-AIDS-Medikament für zunächst zwei Jahre in diese Region geliefert werden. Die Zusage kommt nach der Forderung von südafrikanischen AIDS-Bürgerrechtlern, dass Pfizer das weltweit am besten verkaufte Medikament auch den Menschen in der dritten Welt zugänglich machen muss. Die kostenlose Behandlung soll vor allem Mitgliedern der Gesundheitsversicherung zu Gute kommen. Pfizer Präsident Henry McKinnell gab bekannt, dass weitere Anstrengungen unternommen werden, um auch mit anderen Afrikanischen Staaten Abkommen zu unterzeichnen. Momentan gehen Schätzungen davon aus, dass allein dieses Jahr 3,8 Millionen Neuinfektionen auf dem Kontinent zu verzeichnen sind.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%