Technologieaktien gelten als weniger attraktiv
Deutsche Bank erwartet Kurserholung

Voraussetzung für die optimistische Prognose von Kursgewinnen zwischen zehn bis zwanzig Prozent ist, dass die Märkte dem Muster früherer Kursaufschwünge wie zum Beispiel nach den Tiefpunkten im November 1987, Oktober 1992 und Oktober 1998 folgen. Auch die Strategieteams der Investmentbanken Morgan Stanley und Salomon Smith Barney (SSB), erwarten steigende Börsen.

tmo FRANKFURT/M. "Die Ökonomie läuft in die richtige Richtung, wie der Ifo-Index erneut gezeigt hat, die Bewertung ist nicht hoch und die bisherige Kurserholung im historischen Vergleich noch nicht beeindruckend", sagte Meyer gestern dem Handelsblatt. Vorerst hemme aber die große Unsicherheit der Investoren. Seit der Bilanzbetrug beim mittlerweile bankrotten US-Energiekonzern Enron aufflog, misstrauen viele Anlageprofis den Zahlenwerken der Unternehmen.

Das richtige Timing - also das Abpassen des idealen Kaufzeitpunktes - sei momentan schwierig, so Meyer. "Aber das Risiko, noch eine Weile mit unsicheren Märkten zu leben, ist kleiner als die Gefahr, durch zu langes Abwarten den Einstieg zu verpassen", sagte er. In ihrer neuen Studie heben die Strategen hervor, dass die Deutsche-Bank-Analysten bei ihren Gewinnschätzungen zuletzt optimistischer geworden sind - ein positives Signal. Im Gegensatz dazu haben sich die durchschnittlichen Ertragsprognosen aller Bankanalysten für Europas Standardwerte zwar zuletzt verschlechtert. Dies sei jedoch weitgehend auf die veränderte technische Erfassung der Prognosen zurückzuführen, erklärt Meyer.

Stahlwerte werden empfohlen

Positive Signale bei den Analystenprognosen erkennt auch Matthew Merritt, Chefstratege der Citigroup-Investmentsparte SSB. Merritt beobachtet bei den Branchen Industrie und Medien eine kontinuierliche Verbesserung. Während bis zur Jahreswende noch viel mehr Analysten ihre Gewinnprognosen senkten als erhöhten, ist das Verhältnis inzwischen fast ausgeglichen. Der Chef-Europastratege der US-Investmentbank Morgan Stanley, Richard Davidson, empfiehlt Engagements in den Stahlaktien Thyssen-Krupp und Pechiney. Diese Titel dürften von einer konjunkturellen Erholung besonders profitieren, meint Davidson. Etwas skeptischer ist er indes - wie die Deutsche Bank - gegenüber Technologieaktien. Diese seien bereits recht teuer.

Deutsche-Bank-Stratege Meyer sieht konjunktursensible, zyklische Branchen und Industriewerte als die großen Gewinner des Aktienjahres 2002. Diese Branchen führten die Kurserholung nach dem Terrorschock im Herbst zunächst an, legten seit Jahresbeginn jedoch eine Verschnaufpause ein. Unter den Stahlwerten bevorzugt Meyer Arcelor, der aus der Dreierfusion von Arbed, Usinor und Aceralia hervorging. Als weitere Favoriten nennt er die Chemiekonzerne BASF und Degussa sowie die Baumaterialhersteller Lafarge und Holcim.

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