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Technologieaktien unter Druck

Vergessen Sie alles das, was Sie bisher vom Preiskampf bei Intel gehört haben, sagten die Experten von Lehman Brothers den Marktteilnehmern am Morgen. Der bisherige Wettbewerb sei gar nichts gegen das, was der Branche nun bevorstünde, sagt Analyst Dan Niles. Der weltgrößte Chiphersteller werde die Preise ab dem 26. August um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Der Grund für die aggressive Kampftaktik: Intel versucht, Marktanteile zurück zu gewinnen. Advanced Micro Devices hat seinen Marktanteil in den vergangenen zwei Jahren von 13 auf 21 Prozent ausgebaut. Aus Angst vor weiterhin sinkenden Gewinnmargen verkauft ein Teil der Anleger Intel-Aktien. Das Papier verliert 4,5 Prozent an Wert und ist einer der am meisten gehandelten Titel. Advanced Micro Devices erholt sich am Vormittag von den Tiefstständen. Die Analysten von Salomon Smith Barney reduzieren die Prognosen für das dritte Quartal, das Geschäftsjahr 2001 und 2002. Trotz der zurückgenommenen Aussichten hält das Brokerhaus von Lehman Brothers an der Einstufung "Market Performer" fest. Salomon Smith Barney besätigt Intel sogar auf "kaufen".

Die Titel von Broadcom, KLA-Tencor, Applied Materials und PMC-Sierra büßen ebenfalls an Wert ein. In der vergangenen Woche hatten erhellende Prognosen zum Computer- und Chipsektor den Werten unter die Arme gegriffen. Der Philadelphia Chip-Index stieg in der vergangenen Woche 6,6 Prozent.

Die US-Aktienmärkte bauen ihre Verluste bis zur Mittagsstunde nur leicht aus. Den Nasdaq Index zieht es um 0,9 Prozent in die Verlustzone. Der Dow Jones Index verliert im Vormittagshandel 0,6 Prozent. Neben den Chipwerten tendieren auch die Aktien der Produzenten von Elektrokomponenten, Computer- und Softwarehersteller im frühen Handel leichter. Neben Intel führen auch IBM und General Electric die Verliererliste der Dow Jones Werte an. Kursgewinne bei General Motors und United Technologies können keinen Ausgleich schaffen. Den Nasdaq Index ziehen unter anderem Siebel Systems und Sun Microsystems ins Minus.

Netzausrüster Cisco büßt zwei Prozent ein, nachdem die Mehrheit der Analysten befürchtet, dass die Aussichten für die künftigen Quartale zu hoch gesteckt sind. Die Gewinnprognosen von zwei Cents pro Aktie für das abgelaufene Quartal dürfte Cisco jedoch einhalten. Gespannt warten die Anleger auf die für morgen angekündigten Resultate.

Auch Echostar rutscht in die Verlustzone. Der Fernsehsatellitenbetreiber EchoStar will Hughes Electronics, eine Tochter des Automobilkonzerns General Motors, für 30,4 Milliarden Dollar in Aktien übernehmen. Gemessen am Schlusskurs vom Freitag bietet EchoStar den Aktionären von Hughes Electronics damit einen Aufschlag von knapp 20 Prozent. Hughes Electronics betreibt unter anderem die Senderkette DirecTV, die zehn Millionen Kunden hat. News Corp., das Medienunternehmen von Rupert Murdoch, ist ebenfalls an DirecTV interessiert. EchoStar verliert über 0,3 Prozent an Wert, während General Motors und Hughes Electronics gewinnen. Der Einzelhandelssektor notiert schwächer, nachdem Schuhgroßhändler Genesco die Prognosen für das zweite Quartal reduziert. Statt des bisher von Analysten prognostizierten Gewinns von 29 Cents pro Aktie wird das Unternehmen im zweiten Quartal höchstens einen Gewinn von 25 Cents pro Aktie ausweisen. Enttäuschende Absatzzahlen bei Radio Shake wirken sich ebenfalls belastend auf die Branche aus. Die Elektronik-Kette erwirtschaftete im Juli in den Filialen, die bereits über ein Jahr geöffnet sind, sechs Prozent weniger Umsatz als noch im Vorjahr. Die Mehrheit der Experten hatte lediglich mit einem Umsatzrückgang von einem Prozent gerechnet.

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