Technologiegestützte Trendwende?
Dax-Ausblick: Nervosität bleibt noch

Der leichte Erholungstrend der vergangenen Tage der abgelaufenen Woche ist am Freitag mit schlechten Unternehmens-Nachrichten von Epcos und Ericsson jäh beeendet worden. Auch für die nächste Börsenwoche befürchten einige Analysten noch Rückschläge. Doch auch eine Wende könnte bevorstehen...

jk/ mm/ vwd FRANKFURT/ DÜSSELDORF. Als "sehr schwierig" bewerten Händler die derzeitige Lage am Aktienmarkt. "Die heftigen Reaktionen darauf deuten auf ein Fluchtverhalten bei den Anlegern hin", erklärt ein Marktbeobachter. Diese latent vorhandene Nervosität lasse keinen baldigen deutlichen Umschwung erwarten.

Wie wechselhaft die Stimmung am Aktienmarkt ist, hat die abgelaufene Woche wieder einmal gezeigt. Das drückte sich auch im Volatitlitätsindex aus, der mit 46 Prozent einen neuen Höchststand verzeichnete. "Derartige Spitzenwerte zeigen sich normalerweise nur kurz vor einer Wende auf den Aktienmärkten", meint ein Händler.

Dabei gab es erste Anzeichen der Hoffnung: Die Aktien wiesen in der zurückliegenden Woche zwar einen turbulenten Kursverlauf auf. Nach erneut schweren Verlusten zu Wochenbeginn setzte zur Wochenmitte hin dann jedoch eine kräftige Gegenbewegung ein, in deren Verlauf die zuvor entstandenen Verluste weitgehend wettgemacht werden konnten.

Tech-Werte liefen besser als der Markt

Dabei zeigte sich eine interessante Besonderheit: Entgegen der Marktbewegung der zurückliegenden Monate hatten sich die Technologie- und Telekomwerte deutlich besser als der Markt entwickelt. Ein solcher Hang zur relativen Stärke war um so erstaunlicher, als die eingegangenen Berichte bedeutender Technologie-Unternehmen zum zweiten Quartal einige Enttäuschungen enthielten.

Dies deutete auf eine erste Stimmungsverbesserung hin, die sich nun in dem Marktsegment der Technolgoiewerte bemerkbar machte, von dem aus die gut zweijährige Talfahrt der Aktienkurse ihre wichtigsten Impulse erhalten hatte. Daher sehen Händler eine "technologiegestützte" Trendwende des Gesamtmarktes für die entscheidende Voraussetzung zu der lange erwarteten Erholung an. "So billig wie jetzt waren diese Titel lange nicht mehr", sagte in Händler, der von ersten Neukäufen berichtete.

Positiv zu werten sei auch, dass sich im fundamentalen Umfeld der Märkte die Bedingungen für eine Trendwende inzwischen herausgebildet haben. So ist die Konjunktur - wenngleich noch mit geringer Wachstumsdynamik - aufwärts gerichtet. Entgegen mancher Befürchtungen ist die schwere Vertrauenskrise an den Börsen nicht auf den realen Wirtschaftssektor übergesprungen. Selbst die einschlägigen Stimmungsindikatoren der Konjunktur weisen lediglich leichte Bremsspuren auf. In Verbindung mit dem günstigen Zinsumfeld scheint also das Szenario einer kontinuierlichen Wachstumsbeschleunigung nach wie vor eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit zu besitzen.

Doch bevor es zu einer deutlichen Trendwende kommt, befürchten Marktteilnehmer nochmals nur eine Seitwärtsbewegung beim Dax im Bereich 3830 bis 4100 Punkten. "Noch ist das Sentiment zu schlecht, um große Käufe zu erwarten", sagt ein Händler. Wichtig seien nun die weiteren Daten der Berichtssaison. Ein Unterschreiten von 3800 Punkten wäre tragisch und zöge wohl weitere Verkäufe nach sich.

Wichtige Termine in der nächsten Woche:

Eine große Menge von Unternehmens-Meldungen werden wieder erwartet. Besonders im Blick steht dabei am Mittwoch Siemens, ein Kernwert im Dax. Auf der Konjunkturseite sind die entscheidenden Indikatoren in Deutschland der Ifo-Geschäftsklimaindex Juli am Donnerstag und am Freitag der Index der Uni Michigan zum Verbrauchervertrauen. "Wenn die Zahlen sich freundlich darstellen, haben wir eine gute Chance, dass es wieder nach oben geht", heißt es.

Zu den ersten Meldungen am Montag wird der Schweizer Chemie-Gigant Novartis gehören. In Basel wird das Halbjahres-Ergebnis veröffentlicht. Und in Oslo teilt Norsk Hydro das Ergebnis für das zweite Quartal mit. Am Dienstag folgen aus der Region Europa aktuelle Geschäfts-Zahlen von Endesa und Volvo. In den USA stehen die Zwischen-Ergebnisse von Pharmacia, von ST-Microelectronics, von Amazon, AT&T, Goodyear, McDonald's und SBC Communications im Blickpunkt.

Die neuen Siemens-Zahlen werden am Mittwoch den Markt bewegen. Außerdem gibt's Neues von der Software AG, von Balda, ABB, Akzo Nobel, PSA Peugeot, Danone, Thomson Multimedia, Glaxo Smith-Kline, Prudential und von Telecom Italia Mobile.
Die Zahlenflut geht am Donnerstag weiter mit EADS, Hypo-Vereinsbank, Kamps, Lambda Physik, Leica, Puma, Zapf Creation, France Télécom, Alcatel, LVMH, Saint-Gobain, Renault, Cap Gemini, BT Group, Astra Zenica, Sonera, Telia, Fiat, Sony, Eastman Kodak, SCM Microsystems, Qualcomm und JDS Uniphase.
Am Freitag folgen noch Zwischenergebnisse von Schering und Hawesko Holding sowie Telenor.

Nachfolgend die Einschätzung der Helaba zu einzelnen Dax-Aktien:



DaimlerChrysler

Gewinneinschätzungen der Helaba-Trust

 

Gewinn je Aktie 02

Gewinn je Aktie 03

Em-pfehlung

Datum Em-pfehlung

adidas Salomon4,605,345,700>23.01.02
Allianz6,712,715,1+(0)>10.06.02

BASF

0,371,952,54+>26.09.01

Bayer

0,891,622,510>02.10.01

BMW

2,782,772,950>23.05.01

Commerzbank

0,170,260,94- (0)>06.06.02

DaimlerChrysler

0,733,553,980>19.07.02
Dt. Bank0,273,965,020>03.05.02
Degussa2,052,192,85->07.06.02
Dt. Post1,421,301,370>25.09.01
Dt. Telekom-0,31-0,31-0,120>05.03.02

E.ON

3,024,324,95+>06.06.02

Epcos

2,280,470,79->06.05.02

FMC

2,893,714,33+(0)>20.06.02

Henkel

Vz.
3,293,053,37+>08.03.02
HypoVereinsb1,751,601,890>23.05.02

Infineon

-0,92-0,660,10+>25.04.02

Lufthansa

-0,210,461,21+>07.03.02

Linde

2,392,472,910>19.07.02

MAN

1,010,981,620>21.06.02

Metro

1,231,361,620>19.04.02

MLP

Vz.
1,131,361,530>11.02.02
Münchner Rück.1,4111,1013,20+>03.05.02
Preussag1,961,701,44->05.07.02

RWE

2,242,342,540>05.03.02

SAP

Vz.
1,852,323,140 (-)>23.05.02

Schering

2,112,522,92+>09.11.01

Siemens

0,102,553,060>15.03.02
Thyssen Krupp0,580,471,24+>14.11.01

Volkswagen

7,666,587,040>27.06.02



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