Technologiesektor dreht ins Minus
Aussichten für Cisco verunsichern Wall Street

Umfangreiche Gewinnmitnahmen haben im späten Handel an den amerikanischen Aktienmärkten deutliche Kursverluste verursacht. Besonders stark gaben Cisco Systems nach. Ein Brokerhaus hatte dem Unternehmen eine düstere Zukunft prognostiziert. Schließlich griff die Verunsicherung immer stärker unter den Anlegern um sich: Die wichtigsten Indizes gaben nach freundlichem, frühen Handel ihre Gewinne zum Teil ab.

skl/som NEW YORK. Der Dow-Jones-Index lag leicht mit 0,1 % im Plus; der S & P-500 notierte unverändert mit plus 0,03 %. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index gab deutlich um 0,8 % nach. 1 887 Kursgewinnern standen 1 241 -verlierer gegenüber. Bei lebhaftem Handel wechselten 1,3 Mrd. Aktien den Besitzer. Die richtungweisende 10jährige US-Anleihe rentierte mit 4,85 %.

Cisco Systems brachen mit minus 8 % ein. Das Brokerhaus Wachovia Securities hatte in einer Studie geschrieben, dass die Investitionen in Datennetzwerke, Ciscos Kerngeschäft, weiter sinken werden. Zudem reduzierten die Analysten die Gewinnerwartungen von Cisco. Daraufhin gaben auch die Aktien weiterer Netzwerkausrüster nach. Juniper Networks verloren ebenfalls 6 %. Schließlich kam es zu Gewinnmitnahmen im gesamten Technologiesektor.

Bei den Standardwerten hielten sich die Verluste in Grenzen: Hier quittierten die Anleger die mit Spannung erwartete Rede des Notenbankchefs Alan Greenspan im frühen Handel mit Kursgewinnen. Analysten sagten, Greenspans Worte seien optimistischer als noch zu Jahresanfang ausgefallen. Allerdings charakterisierten sie die Äußerungen zugleich auch als vorsichtig und zurückhaltend. Tenor der Marktexperten: In absehbarer Zukunft ist mit unveränderten Leitzinsen zu rechnen.

Ulrich Berz, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Union Investment, meinte, der Notenbankchef habe zu starke Befürchtungen auf eine baldige Zinserhöhung gedämpft, indem er die konjunkturellen Unsicherheiten stärker betonte als in der Vergangenheit. Greenspan hatte unter anderem angedeutet, dass die Sparquote der Verbraucher relativ stark gefallen sei. Die Mehrzahl der jüngsten US-Indikatoren deutet nach Einschätzung Berz aber auf eine Erholung der Konjunktur hin.

Ein Bericht über die weiter anziehende Nachfrage nach Investitionsgütern konnte nur vorübergehend für Zuversicht unter den Anlegern sorgen. Kurzzeitig profitierten Microsoft und Intel . Später verloren die Werte die frühen Kursgewinne und schlossen mit Verlust. General Electric legten 0,5 % zu.

Die Investitionsgüternachfrage stieg im Januar um 2,6 % - Analysten hatten durchschnittlich nur mit einem Anstieg um 1,6 % gerechnet. Im Dezember 2001 war die Nachfrage um 0,9 % gewachsen. "Dies ist ein Zeichen dafür, dass das Konjunkturtal durchschritten ist", sagte Edgar Peters von Pan Agora Asset Management.

Schlechte Nachrichten gab es von Gap . Im vergangenen Quartal hat der Modekonzern einen Verlust von 2 Cents je Aktie gemacht. Im Vergleichsquartal des Vorjahres betrug der Gewinn noch 31 Cents. Die Firmenleitung begründete den Verlust mit Preissenkungen in der zurück liegenden Feriensaison, zugleich kündigte sie an, eine Wandelanleihe in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar zu begeben. Gap-Aktien verloren 7 %. Auch diese Skepsis gegenüber derartigen Finanzierungsplänen zeige, wie stark die Investoren noch verunsichert seien, meinten Händler.

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