Technologietitel auf Tauchstation - MLP stärkster Wert
Dax legt Verschnaufpause ein

Gewinnmitnahmen haben den Aufwärtstrend des deutschen Aktienmarktes am Dienstag vorerst gestoppt.

dpa/rtr FRANKFURT/MAIN. Nach einem zunächst freundlichen Start rutschte der Dax am Morgen ins Minus und vergrößerte seine Verluste bis Mittag auf minus 0,67 Prozent und 5 211 Zähler. Am Neuen Markt stand der Nemax 50 um 0,73 Prozent schwächer bei 1039 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte verharrte nahezu unverändert bei 4 414 Stellen.

Nach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Handelstage lege der Markt eine Verschnaufpause ein, sagten Händler. An der grundsätzlich positiven Stimmung habe sich jedoch nichts geändert. "Die Dynamik lässt nach. Ich glaube aber, dass der Dax auf Sicht von acht Wochen bis 5400 Punkte steigen kann", sagte Aktienhändler Oliver Hauer von M.M. Warburg. Über die weitere Tagesentwicklung werde aber vermutlich der viel beachtete US-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor entscheiden, der um 16.00 Uhr (MEZ) veröffentlicht wird.

Technologietitel gingen nach den Vortages-Kurssprüngen meist auf Tauchstation. So büßten Epcos -Aktien 2,54 Prozent auf 49,03 Euro ein und waren damit schwächster Wert im Dax. Das Papier des Bauelemente-Spezialisten hatte jedoch am Vortag knapp zehn Prozent zugelegt. Stärkster Dax-Wert-war dagegen die Aktie des Finanzdienstleisters MLP , die 2,73 Prozent auf 68,90 Euro zulegte.

Gewinnmitnahmen und Schulden belasten T-Aktie

Die Aktien der Deutschen Telekom fielen um mehr als ein Prozent auf 16,82 Euro. Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2001 wie von Analysten erwartet trotz Erträgen aus Beteiligungsverkäufen einen Milliardenverlust und damit das schlechteste Ergebnis seit dem Börsengang erwirtschaftet. Marktteilnehmer erklärten den fallenden Kurs mit Gewinnmitnahmen und der Schuldenproblematik des Konzerns. Der Schuldenberg von mehr als 60 Milliarden Euro sei weiterhin viel zu hoch, sagte Invesco-Fondsmanager Alexander Uhlmann. Aktienhändler Hauer sagte: "An dem Ziel zur Reduzierung der Schulden wird festgehalten. Es ist aber nicht klar, wie das passieren soll." Die Telekom will bis Ende 2002 ihre Schulden auf 50 Milliarden Euro reduzieren.

Unter Gewinnmitnahmen litten Händlern zufolge auch die Technologie-Titel im Dax. Infineon , SAP und Epcos verloren jeweils rund zwei Prozent. Allein am Vortag hatte Epcos rund zehn Prozent und Infineon mehr als sechs Prozent zugelegt.

Henkel-Aktie steigt trotz enttäuschter Analysten

Auf der Seite der Kursgewinner ragten unter anderem die Titel des Chemie- und Konsumgüterherstellers Henkel heraus, die sich um 1,52 Prozent auf 66,74 Euro erhöhten. Das Geschäftsjahr 2002 ist nach Aussagen des Henkel-Chefs, Ulrich Lehner, gut angelaufen. Am Morgen hatte Henkel mit den Zahlen für 2001 die Erwartungen der Analysten verfehlt.

Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) hat für 2001 einen Jahresüberschuss von 245 (Vorjahr: 212) Millionen Dollar vor Sonderaufwendungen ausgewiesen und lag damit am oberen Ende der eigenen Erwartungen. Dennoch fiel die Aktie um 0,89 Prozent auf 61,13 Euro.

Software AG bricht um 32 Prozent ein

Im MDax brachen die Anteilsscheine der Software AG um 32 Prozent auf 21,25 Euro ein. Das Unternehmen hatte zuvor die Prognosen für das erste Quartal gesenkt. Analyst Steffen Manske von Consors Capital sagte, das sei noch nicht das Ende der Fahnenstange. "Eine Reduzierung der Gesamtjahres-Prognose ist nun wohl auch zu erwarten."

Fresenius - und Escada -Aktien legten dagegen nach Geschäftszahlen zu. Escada-Titel stiegen um 4,62 Prozent auf 20,40 Euro. Das Modeunternehmen erwartet für das Gesamtjahr 2001/02 bei einem leichten Umsatzrückgang ein positives Ergebnis. Fresenius-Papiere erhöhten sich um rund zwei Prozent auf 82,80 Euro. Fresenius hat 2001 das Konzernergebnis um fünf Prozent auf 797 Millionen gesteigert und will die Dividende um zehn Prozent erhöhen.

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