Technologiewerte an der Spitze der Gewinner
Ifo-Index verleiht Dax und Nemax Auftrieb

Ein Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindexes im November hat Händlern zufolge den deutschen Aktienmärkten am Montag unter Führung der Technologiewerte Auftrieb verliehen. Das an den Finanzmärkten viel beachtete Stimmungsbarometer deutscher Unternehmen war im November wie erwartet auf 84,9 von zuvor 84,7 und damit zum ersten Mal seit Juli gestiegen.

Reuters FRANKFURT. "Die Daten lassen eine Trendwende erkennen, auch wenn die Lage noch als sehr schlecht eingeschätzt wird", sagte Volker Nitsch, Volkswirt bei der Bankgesellschaft Berlin. Im Dax setzten sich vor allem die Technologiewerte an die Spitze der Gewinner. Allerdings verwiesen Börsianer auf ein umsatzschwaches Geschäft in der Vorweihnachtszeit.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) verzeichnete am Mittag einen Zuwachs von 2,41 % auf 5 027,5 Punkte. Im Laufe des Vormittags hatte er die psychologisch wichtige 5 000-Punkte-Marke schon mehrmals angetestet. Am Neuen Markt legte der Blue-Chip-Index Nemax 50 um 2,6 % auf 1 179 Zähler zu. Bedenken, dass die konjunkturelle Erholung im kommenden Jahr deutlich schwächer ausfallen könnte als bislang erwartet, hatten die Börsen in der vergangenen Woche deutlich belastet und dem Dax Kursverluste um mehr als 4 % beschert.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigte allerdings am Montagvormittag, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im November etwas aufgehellt hatte. Der Geschäftsklimaindex für Westdeutschland sei im November auf 84,9 von 84,7 Punkten im Oktober gestiegen, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut am Montag in München mit. Analysten hatten im Schnitt mit dem geringen Anstieg auf 84,9 Punkte gerechnet.

Der Index der Geschäftsbeurteilungen in Westdeutschland fiel den Angaben zufolge im November auf 79,1 von 79,9 Punkten im Oktober. "Das ist ein Vergangenheitswert und deshalb interessiert der Rückgang den Markt", sagte Alfred Kaiser, Analyst beim Börsenmakler Nols. Viel wichtiger für Investoren ist nach Einschätzung des Experten, dass der Index der Geschäftserwartungen für die alten Bundesländer auf auf 90,9 von 89,6 Punkten im Vormonat gestiegen war. In Ostdeutschland kletterte der Geschäftsklimaindex auf 97,3 von revidiert 96,5 Punkten. "Diese Daten indizieren erste Anzeichen einer Stabilisierung der Wirtschaft, da man davon ausgeht, dass der Abschwung zu Ende geht", sagte Kaiser.

Noch keine Trendwende absehbar

Allerdings verwies der Analyst darauf, dass man nach einem einmaligen Anstieg des Indexes nicht von einer Trendwende sprechen könne. "Da muss man noch einmal drei weitere Ifo-Indizes abwarten, um sicher zu sein." Unterstützung für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage könnte auch eine weitere Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) liefern. "Theoretisch besteht in den nächsten sechs Monaten Spielraum für eine Senkung um 50 Basispunkte", fügte der Nols-Analyst hinzu.

An die Spitze der Gewinner im Dax setzten sich nach Veröffentlichung der Ifo-Daten die Technologietitel, allen voran die Titel des Halbleiterherstellers Infineon . Die Aktien zogen um 3,8 % auf 23,71 ? an. Epcos legten um 2,5 % auf 57,60 ? zu, Siemens gewannen 2,3 % auf 68,92 ?. "Von einem konjunkturellen Aufschwung würden die Technologieunternehmen zuerst profitieren", sagte ein Frankfurter Händler.

Die Aktien von Preussag zogen um 1 % auf 28,38 ? an, Bayer legten um rund 2 % auf 35,46 ? zu. Die Analysten der US-Investmentbank Lehman Brothers hatten die Papiere des Touristikkonzerns und des Chemieunternehmens zuvor auf ihre europäische Empfehlungsliste gesetzt. Die Änderung der Besteuerung von Kapitalgewinnen in Deutschland eröffne deutschen Papieren Aufwärtspotenzial, hieß es zur Begründung.

Leichte Kursverluste verbuchten indes die Aktien von Linde , die um 0,4 % auf 45,64 ? nachgaben. Am Neuen Markt gaben die Aktien von Nordex nach Vorlage von Geschäftszahlen um mehr als fünf Prozent auf 6,75 ? nach. Der MDax für die mittelschweren Werte notierte 1,1 % schwächer bei 4 064 Punkten.

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