Technologiewerte an der Tokioter Börse gaben nach
Europäische Mobilfunker halten an UMTS-Zeitplan fest

Führende europäische Telekommunikationsunternehmen wollen trotz der Verzögerung beim Start des weltweit ersten kommerziellen UMTS-Mobilfunknetzes in Japan an ihrem Zeitplan für die Einführung des multimediafähigen Mobilfunkstandards festhalte, wie eine Umfrage ergeben hat.

Reuters TOKIO/FRANKFURT. Der japanischen Mobilfunkriese NTT DoCoMo hatte zuvor in Tokio angekündigt, die Einführung des weltweit ersten kommerziellen UMTS-Netzes um vier Monate auf den 1. Oktober zu verschieben. Vor einer Inbetriebnahme müssten zunächst noch weitere Tests durchlaufen werden, um die Stabilität der Netzwerktechnologie gewährleisten zu können. Die UMTS-Einführung in Deutschland ist für das nächste Jahr geplant.

"Wir sehen auf globaler Ebene keine Veränderung des UMTS-Zeitplanes", sagte Nokia - Sprecher Lauri Kivinen der Nachrichtenagentur Reuters. Er fügte hinzu, Nokia werde seine Netzwerke und Mobiltelefone nach dem UMTS (Universal Mobile Telecommunications System)-Standard wie geplant liefern. Das finnische Unternehmen ist mit 35 % Marktanteil der weltweit größte Zulieferer von Telekomausrüstung und die Nummer Zwei bei UMTS-Ausrüstungen.

Auch der nach eigenen Angaben zweitgrößte europäische UMTS-Zulieferer Siemens hält an seinem Fahrplan fest. "Wir rechnen nicht mit einer Verschiebung der Aufträge oder einer Verzögerung beim Aufbau der UMTS-Netze in Europa", sagte ein Sprecher des Münchener Konzerns auf Anfrage. Ein von Siemens ausgerüstetes europäisches Pilotprojekt auf der Isle of Man zwischen Großbritannien und Irland soll wie geplant Ende Mai in Betrieb gehen. Die deutsche Mobilcom bestätigte ebenfalls, ihren UMTS-Zeitplan einhalten zu wollen. UMTS- oder auch 3G-Dienste stehen für die dritte Mobilfunkgeneration, bei der zum Beispiel die mobile Übertragung von Text, Musik oder Video in hoher Geschwindigkeit möglich wird.

Analysten hatten nach der Ankündigung von NTT DoCoMo Befürchtungen geäußert, dass sich die Verzögerung weltweit negativ auswirken könnte. "Es kann sein, dass sich durch den Aufschub auch der Start der UMTS-Dienste weltweit verzögert", sagte Tsubasa-Securities-Analyst Motoharu Sone. Dadurch würden sich auch die getätigten Investitionen langsamer amortisieren. Die Unternehmen hatten für UMTS-Lizenzen in Europa weit mehr als 200 Milliarden Mark ausgegeben und dies zum Teil über Kredite finanziert.

Die Technologiewerte an der Tokioter Börse gaben nach der DoCoMo-Ankündigung deutlich nach. Die europäischen Telekomwerte präsentierten sich dagegen nahezu unverändert. Vor DoCoMo hatte bereits der drittgrößte japanische Mobilfunkbetreiber J-Phone den Start seiner UMTS-Dienste um ein halbes Jahr auf Juni 2002 verschoben. Angaben von DoCoMo zufolge soll am 30. Mai dennoch ein Probenetz in Betrieb genommen werden. Wie aus Branchenkreisen verlautete, sollen bis zu 4000 Geschäftskunden sowie DoCoMo- Mitarbeiter in dieses Netz eingebunden werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%