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Technologiewerte belasten US-Märkte

Die jüngsten Wirtschaftsdaten werden an New Yorks Wall Street eher verhalten aufgenommen. Die Freude der Anleger über die niedriger ausgefallene Arbeitslosenquote im Juli ist zumindest begrenzt. Die Quote blieb im Juli mit 4,5 Prozent gegenüber dem Vormonat unverändert.

Die Stundenlöhne sind wie erwartet um 0,3 Prozent gestiegen. Überraschender Weise wurden im Juli lediglich 42 000 Stellen gestrichen. Analysten hatten mit einem Abbau von 50 000 Stellen gerechnet. Damit zeigen die Zahlen, dass die Situation auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt besser zu sein schein als bisher befürchtet wurde. Die Kehrseite der Medaille gibt es jedoch auch: Die ersten Marktteilnehmer befürchten bereits, dass die US-Notenbank nun geringeren Anlass haben dürfte, die US-Leitzinsen auf der nächsten Sitzung am 21. August zu senken. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die Arbeitslosendaten im August nach der Entlassungswelle der vergangenen Wochen im Rahmen der Erwartungen ausfallen werden.

Bis zur Mittagsstunde können sich die wichtigsten US-Aktienindizes nur leicht von ihren bisherigen Tages-Tiefstständen erholen. Der Dow Jones Index notiert fast 0,7 Prozent schwächer. Der Nasdaq Index liegt 1,4 Prozent im Minus. Vor allem Gewinnmitnahmen auf dem Technologiesektor belasten die Märkte zum Wochenschluss.

Vor allem die Gewinner der vergangenen Tage notieren schwächer. Chip-, Software- und Computeraktien geraten unter Druck. Intel, PMC-Sierra, Sun Microsystems und Mircosoft gehören zu den am meisten gehandelten Aktien und büßen Wert ein. Der Titel von Cisco notiert ebenfalls im Minus, nachdem einige Analysten befürchten, dass die Prognosen des Netzwerksausrüsters für die kommenden Quartale beim momentanen Marktausblick zu hoch gesteckt sein könnten. Das Unternehmen wird am kommenden Dienstag die Ergebnisse für das vergangene Quartal und weitere Prognosen veröffentlichen. Die Anbieter von Speicherlösungen trüben das Bild zusätzlich. Qlogic, EMC und Brocade verlieren. Kursgewinne bei Ebay und Ciena können die Verluste nicht auffangen. Kaufanreize gibt es am Freitag wenige.

Ölwerte notieren schwächer. Royal Dutch wird die Ölfördermenge voraussichtlich nicht um die jährlichen fünf Prozent ausbauen können. Die Konzernleitung begründete die Entwicklung mit der weltweit sinkenden Nachfrage. Exxon Mobil, Chevron und Texaco tendieren ebenfalls schwächer.

Gegen den Trend behaupten kann sich kurz vor Wochenschluss die Aktie von Walt Disney. Das Papier gewinnt 2,6 Prozent. Zwar leidet der Medienkonzern unter niedrigeren Einschaltquoten und weniger Besuchern in den Vergnügungsparks. Dafür steigerten Filme wie "Pearl Harbor", "Spy Kids" und "Atlantis: The Lost Empire" die Einnahmen der Filmsparte um acht Prozent. Im dritten Quartal konnte der Konzern die Gewinnerwartungen der Analysten mit einem Ergebnis von 23 Cents pro Aktie um zwei Cents pro Aktie übertreffen. Damit sind die Anleger trotz rückläufiger Gewinn- und Umsatzdaten zufrieden.

Die Aktie von Sensormatic gewinnt am Freitag zwischenzeitlich fast 60 Prozent an Wert. Der Grund: Tyco International ist auf Expansionskurs und wird Sensormatic Electronics für 2,3 Milliarden in Aktien übernehmen. Mit dem Kauf will Tyco den Geschäftszweig Sicherheitselektronik ausbauen. Für jedes Sensormatic-Papier erhalten die Aktionäre ein Papier von Tyco. Gemessen am Schlusskurs vom Donnerstag erhalten die Sensormatics- Aktionäre eine Prämie in Höhe von 61 Prozent. Sensormatics Produkte werden unter anderem für die Überwachungssysteme der Einzelhandelskette Wal-Mart verwendet. Auch die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City werden von Sensormatic ausgerüstet. Die Aktie von Tyco verliert nur leicht.

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