Technologiewerte drücken Stimmung
Europas Börsen schwächer

Die europäischen Börsen haben am Dienstag schwächer notiert, was Händler auf schlechte Zahlen des niederländischen Elektronikkonzerns Philips und schwache Vorgaben der Wall Street zurückführen. Die Nachrichten von Philips seien kein gutes Zeichen für die Branche und drückten die Stimmung, hieß es.

Reuters FRANKFURT. Philips hatte am Vormittag mitgeteilt, nach einem deutlichen Verlust im abgelaufenen Quartal für das Gesamtjahr 2001 nicht mehr mit einem Gewinn zu rechnen. Außerdem warnte das Unternehmen vor einer weiteren Abschwächung des Computerchip-Marktes und kündigte den Abbau von bis zu 4 000 Arbeitsplätzen an.

An der Wall Street hatte der Dow-Jones-Index am Montag mit 10 472 Punkten rund 0,6 % im Minus, der technologielastige Nasdaq-Index 2,67 % tiefer auf 2 029 Zählern geschlossen.

Der S&P-Future signalisierte am Dienstag rund zwei Stunden vor Handelsbeginn in den USA mit einem Minus von 4,5 Punkten auf 1 206 Zähler einen leichteren Trend an der Wall Street. Auch der Nasdaq-Future notierte 16,5 Punkte auf 1 693 Zähler schwächer.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel am Dienstag bis gegen 12.30 Uhr (MESZ) um ein Prozent auf 3 826 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) rutschte um ein Prozent auf 3 978 Punkte.

London - FTSE von Bank- und Telekom-Werten gedrückt

An der Londoner Börse fiel der FTSE-100-Index bis Mittag um 1,2 % auf 5 452 Punkte. Zu den Verlierern zählten Colt Telecom und Energis, die beide jeweils über 10 % verloren und bei 286,5 Pence beziehungsweise 151,75 Pence notierten, nachdem Händlern zufolge Befürchtungen über Finanzierungsprobleme wieder auftgetaucht waren. Die Royal Bank of Scotland gab 2,1 % ab, wofür Marktteilnehmer die Kapitalerhöhung verantwortlich machten, die die Bank zur Finanzierung der Übernahme der Mellon Financial Corp für 2,1 Mrd. $ verwenden wolle.

Züricher Börse im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt verlor bis zum Mittag rund ein Prozent auf 6 853. Verlierer waren vor allem Titel aus dem Banksektor, der nach Händlerangaben durch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit von US-Banken litt. Credit Suisse, UBS und Julius Bär verloren jeweils etwa zwei Prozent.

Paris - CAC-Index von Technologiewerten gedrückt

In Paris präsentierte sich die Börse schwach. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen fiel 1,1 % auf 4 965 Punkte. Zu den größten Verlierern zählten ST Microelectronics (STM), Thomson und Alcatel, deren Kurse im Zuge der Geschäftszahlen von Philips mehr als 2,5 % abgaben. STM verloren fast 4 % auf 33,38 Euro.

Mailänder Aktienmarkt schwächer

Im Mailänder Aktienhandel verloren die Aktien bis zum Mittag mehrheitlich. Im Vordergrund standen allerdings Montedison und Edison, die gegen den Trend gewannen. Der MIB30-Index fiel um 0,9 % auf 36 049 Punkte. Der Markt werde von den schlechten Philips-Ergebnissen beeinflusst, sagte ein Händler. Die Aktien von Montedison und ihrer Tochtergesellschaft Edison profitierten nach Händlerangaben vom erhöhten Übernahmeangebot für Montedison durch Fiat und Electricite de France (EdF).

Madrid - Gegen den Trend behauptet

An der Börse in Madrid widersetzte sich der Ibex-Index den Vorgaben und stieg um 0,1 % auf 8 303 Punkte. Im Mittelpunkt standen die Aktien von Repsol und Banco Santander Central Hispano (BSCH). Die Repsol-Aktien verloren 1,3 % auf 17,77 Euro, nachdem Moody's Investor Service angekündigt hatte, die Bonitätseinstufung von Repsol möglicherweise herabzusetzen. BSCH konnten frühe Verluste im Handel wieder wett machen und notierten freundlich bei 9,80 Euro.

Amsterdam - Aex-Index folgt Vorgaben

An der Amsterdamer Börse fielen die Kurse der im AEX-Index vertretenen Aktien mehrheitlich. Der Aex rutschte um etwa ein Prozent auf 542 Zähler. Im Blick stand Philips und ASML. "Wegen der düsteren Aussichten werden die Schätzungen für das zweite Halbjahr und für 2002 deutlich herabgesetzt werden", sagte ein Analyst mit Blick auf Philips. Philips-Papiere verloren rund 4 % auf 28,01 Euro. Die ASML-Aktie sei davon in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte der Analyst.

Wien - ATX-Index niedriger

An der Wiener Börse fiel der ATX-Index bis Mittag im Trend um 0,6 Prozent auf 1 215 Punkte. Bei schwachem Handel taten sich Wolford und OMV hervor. Die am Vortag stark gefallenen Wolford-Aktien erholten sich um knapp ein Prozent auf 17,85 Euro. Die Papiere des Mineralölkonzerns OMV verloren 1,7 Prozent auf 102,10 Euro. Händler sahen darin eine mögliche Auswirkung der geplanten Veba-Oel-Übernahme durch BP.

Lustloser Handel in Brüssel

In Brüssel zeigte sich in einem lustlosen Handel der Bel20-Index knapp behauptet und notierte bei 2 933 Punkten. Die Aktien der Ion Beam Applications, einem Hersteller für medizinische Teilchenbeschleuniger, konnten ihre Vortagesgewinne weiter ausbauen und notierten bei 27,70 Euro etwa ein Prozent höher. Für den breiten Markt hofften Händler eigenen Angaben zufolge auf weitere Hinweise zur Entwicklung der US-Konjunktur durch die für den Nachmittag erwarteten Zahlen zur US-Industrieproduktion.

Stockholmer Börse leichter

Den Vorgaben der Wall Street folgend tendierte die Stockholmer Börse leichter. Die Titel des Index-Schwergewichts Ericsson gaben über zwei Prozent auf 50,50 Kronen nach. Der OMX-Index notierte mit fünf Zählern im Minus bei 829 Punkten. "Der Markt wartet nervös auf die Ergebnisse von Nokia und Ericsson", sagte ein Händler. Die Quartalszahlen der beiden Unternehmen werden für Ende dieser Woche erwartet.

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