Technologiewerte erholten sich teilweise von Verlusten am Freitag
Europäische Börsen ohne Trend vor Fed-Zinsentscheid

Die europäischen Börsen haben am Montagabend im Vorfeld der für Mittwoch erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank uneinheitlich geschlossen. Die Anleger übten sich in Zurückhaltung, sagten Händler.

Reuters FRANKFURT. Der Markt warte ab, ob sich die Erwartung auf eine Absenkung des Leitzinses um weitere 50 Basispunkte auch erfüllen werde, hieß es. Auf Grund der herrschenden Unsicherheit sei kein klarer Trend erkennbar. An einigen Finanzplätzen erholten sich die Technologiewerte von ihren Verlusten vom Freitag. Andere High-Tech-Titel setzten dagegen ihren Abwärtstrend fort. Der lustlose Handel werde voraussichtlich anhalten, bis es neue Nachrichten von der Fed gebe, sagte ein Händler.

An den US-Märkten notierte der technologielastige Nasdaq-Composite-Index am Montagabend 0,68 Prozent höher auf 2 799 Punkten. Der US-Standardwerte-Index Dow Jones gewann 0,05 Prozent auf 10 665 Zähler.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz lag gegen 19.00 Uhr MEZ mit 4 569 Zählern 0,26 Prozent im Plus. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gab 0,1 Prozent auf 4 755 Punkte ab.

London - FTSE schließt auf Sieben-Wochen-Hoch

An der Londoner Börse haben die Aktien nach einem ruhigen Handelstag freundlich geschlossen. Der FTSE 100 schloss 0,36 Prozent fester auf 6 317 Zählern und erreichte damit den höchsten Schlussstand nach sieben Wochen. Im Mittelpunkt standen die Bankenwerte, nachdem Medienberichte Gerüchte über Konsolidierungen in dem Sektor geschürt hatten. Abbey National gewannen 1,6 Prozent, Barclays legten um über drei Prozent zu. Die Aktien von Vodafone schlossen 0,8 Prozent fester, British Telecom verteuerten sich um 3,4 Prozent.

Zürich - Kaum verändert - Schwächere Standardwerte

Die Schweizer Börse hat am Montagabend kaum verändert geschlossen. Händler sprachen von einem lustlosen aber auch uneinheitlichem Geschäft mit bescheidenen Umsätzen. Der SMI Index schloss 0,05 Prozent schwächer 8 037 Punkten. Vor dem Entscheid der US-Notenbank, der gemäß Markterwartungen eine Senkung des Tagesgeldsatzes auf 5,50 von 6,00 Prozent bringen dürfte, hielten sich die Marktteilnehmer zurück, sagten Börsianer. Die Banken verbuchten Kursgewinne. UBS gewannen 0,9 Prozent auf 286 sfr und CS Group 0,29 Prozent auf 340,50 sfr. Roche schlossen 0,07 Prozent fester, Novartis dagegen verloren dagegen 0,7 Prozent.

Paris - Schließt nach lustlosem Handel im Minus

Die Pariser Börse schloss nach einem lustlosen Handel schwächer. Der CAC40 beendete den Handelstag 0,64 Prozent im Minus bei 5 887 Zählern. Börsianern zufolge litten hauptsächlich Technologiewerte unter Kursabschlägen, Standardtitel konnten hingegen zulegen. TF1 gaben 7,6 Prozent ab, nachdem UBS Warburg die Gewinnaussichten revidiert hatte. Bouygues schlossen 4,6 Prozent schwächer. Marktteilnehmer begründeten den Abschlag damit, dass das Unternehmen am Dienstag entscheide, ob es an der Auktion für UMTS-Lizenzen teilnehme. Im Vorfeld der Veröffentlichung von Geschäftszahlen für 2000 am Mittwoch verbilligten sich Alcatel um 2,3 Prozent. Sodexho Alliance schlossen 2,4 Prozent fester. Der Markt reagierte Händlern zufolge positiv auf die Absicht, die restlichen 52 Prozent seiner US-Tochter Sodexho Marriott Services aufzukaufen.

Mailand - Telekom - und Techwerte belasten

Die italienischen Aktienwerte haben im Sog schwacher Telekom - und Technologiewerte in negativem Terrain geschlossen. Der Mib 30 beendete den Handel 0,45 Prozent schwächer bei 44 585 Zählern. Umsatzstärkster Wert waren die Aktien von Telecom Italia Mobile, die 4,5 Prozent abgaben. Seat verbilligten sich um 2,2 Prozent. Das Mutterunternehmen von beiden Firmen, Telecom Italia, hatte zuvor mitgeteilt, eine Wandelanleihe in Höhe von zwei Milliarden Euro aufzulegen, die in Seat oder TIM-Aktien konvertiert werden könne.

Madrid - Im Minus - Banco Santander belastet

An der madrilenischen Börse haben insbesondere die Aktien des Bankhauses Banco Santander Central Hispano das Börsenbarometer belastet. Der Ibex büßte 1,4 Prozent auf 9 949 Zähler ein. Die Anteilsscheine von Banco Santander gaben 3,7 Prozent auf 11,56 Euro ab, nachdem die Bank ihre unter den Erwartungen liegenden Geschäftszahlen von 2000 mitgeteilt und die Gewinnprognosen für 2001 revidiert hatte. In Mitleidenschaft gezogen wurden die Papier des Konkurrenten Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, die über zwei Prozent verloren. Die Stromversorger Endesa und Iberdrola schlossen 1,3 Prozent tiefer bei 18,45 Euro beziehungsweise 1,1 Prozent tiefer bei 14,11 Euro. Noch immer bestünden Zweifel darüber, ob die Fusion zwischen den beiden Unternehmen wie geplant vollzogen werde oder nicht, sagten Händler.

Amsterdam - Nach verkürztem Handel im Plus

Auf Grund technischer Probleme konnte der Handel an der Amsterdamer Börse erst am frühen Montagnachmittag aufgenommen werden. Händler sprachen von einem umsatzschwachen und richtungslosen Handel im Vorfeld der Fed-Sitzung. Der AEX-Index beendete die dreieinhalb-stündige Sitzung mit einem Plus von 0,73 Prozent auf 637 Zähler. Heineken führten die Gewinnerliste mit einem Plus von 2,26 Prozent auf 61,05 Euro an. Händler begründeten den Anstieg mit niedrigen Umsätzen, die zu überhöhten Kursreaktionen geführt hätten. IHC Caland gaben über sechs Prozent ab, nachdem das Unternehmen unter den Erwartungen liegende Geschäftszahlen veröffentlicht hatte.

Wien - ATX schließt etwas leichter

In Wien hat die Börse den Montagshandel etwas leichter beendet. Im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Fed sei das Geschehen ruhig geblieben, sagte ein Händler. Der seit Montag nur mehr 21 Werte umfassende ATX folgte den lustlosen internationalen Vorgaben und schloss 0,03 Prozent leichter auf 1 090 Zählern. Bank Austria sind seit Montag nicht mehr im ATX vertreten. Favorit des Tages waren die Aktien von Telekom Austria, die sich um 1,3 Prozent auf 9,08 Euro verteuerten. Der Wert hatte nach der Gewinnwarnung vor zwei Wochen stark verloren und war am vergangenen Mittwoch auf ein Allzeittief gerutscht. Börsianer bezeichneten das restliche Geschehen als lustlos. Auf der Verliererseite standen Wienerberger, die 3,2 Prozent auf 19,77 nachgaben. EVN verbilligten sich um 1,6 Prozent auf 30 Euro. Händler führten den Abschlage auf eine Klage von Minderheitsaktionären zurück.

Brüssel - Bel-20-Index schließt knapp behauptet

Die Börse in Brüssel schloss im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der Fed knapp behauptet. Der Bel20 gab 0,18 Prozent auf 2 974 Zähler ab. Im Mittelpunkt eines ansonsten ruhigen und umsatzschwachen Handels stand der volatile Technologiewert Real Software, der um 35,8 Prozent auf 11,24 Euro sprang. Das Unternehmen hatte am Vortag nach Börsenschluss einen Vorstandswechsel bekannt gegeben. Auf der Verliererseite standen die Papiere von Agfa, nachdem Bayer angekündigt hatte, seinen 30-prozentigen Anteil an dem Unternehmen zu verkaufen. Der Wert verbilligte sich 2,4 Prozent auf 24,60 Euro. Trotz eines Gewinnzuwachses von 43 Prozent von Telindus im abgelaufenen Geschäftsjahr verloren die Papiere des Telekomwertes über 13 Prozent an Wert. Analysten sagten, der Gewinnzuwachs hätte unter ihren Erwartungen gelegen.

Stockholm - Im Plus - Kurze Erholung bei Ericsson

Die Stockholmer Börse hat bei kaum erholten Titeln des Telekomausrüsters Ericsson fester geschlossen. Der OMX gewann 0,62 Prozent auf 1 080 Zähler. Die Titel von Ericsson, die am Freitag angekündigt hatten, die Produktion seiner Mobilfunkgeräte auszulagern, erholten sich zwischenzeitlich geringfügig von ihrem Kurseinbruch von elf Prozent am Freitag. Das Papier schloss fast unverändert bei 106 skr.

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