Technologiewerte führen Gewinnerliste an
Technische Faktoren treiben Dax ins Grüne

Nach einem leichteren Start machten sich die deutschen Aktienkurse in die Pluszone auf. Besonders die Titel der Siemens-Familie, SAP und die Telekom konnten zulegen. Auf der Verliererseite standen dagegen die Automobilwerte. Die größten Abschläge verzeichneten MLP.

FRANKFURT/M. Die derzeitige Hitzewelle sorgt für eingeschränkte Aktivitäten. Bei den hohen Temperaturen will sich schließlich niemand unnötige Schweißperlen auf die Stirn zaubern lassen. Am deutschen Aktienmarkt reichten gestern daher schon Kleinigkeiten aus, um das Börsen-Barometer steigen zu lassen: Zum einen half allein die Aussicht auf eine freundliche Tendenz an den US-Börsen. Zum zweiten stellten Händler vereinzelt eine positive Grundstimmung im Telekom - und Technologiebereich fest, da die Berichtssaison für die Firmenergebnisse dieser Branche bald vorüber ist.

Technologiewerte und die Papiere der Deutschen Telekom waren es denn auch größtenteils, die mit ihren Kursgewinnen den Deutschen Aktienindex (Dax) in den grünen Bereich zogen. Bis zum Handelsschluss konnte er sich dort trotz schwächerer US-Börsen mit einem Punktestand von 5 793,47 Zählern halten, das entsprach einem Plus von 0,7 % im Vergleich zum Wochenschluss am Freitag.

Einige Händler sprachen mit Blick auf die Kursgewinne allerdings lediglich von einer technischen Erholung nach den kräftigen Verlusten in den vergangenen zwei Monaten. Außerdem seien charttechnische Widerstände durchbrochen worden, hieß es. Ein solcher Dax-Widerstand habe bei 5  750 Punkten gelegen, äußerte sich Stefan Buchholz, der bei der DG Bank als Aktienhändler arbeitet. Sollte die Marke bei 5 800 Punkten nicht nachhaltig nach unten verlassen werden, könnte der Dax nach Ansicht von Martin Kruse, Aktienhändler bei der Hamburger Sparkasse, in dieser Woche noch bis auf 6 000 Punkte steigen. Die Umsätze aber seien nach wie vor dünn - wie immer in dieser Jahreszeit, in der sich viele Marktteilnehmer im Urlaub befänden, hieß es im Handel. Das Geschäft komme streckenweise - auch trotz der Aufschläge - immer wieder zum Stillstand.

Das könnte sich zumindest bei Einzeltiteln im Laufe der Woche ändern, denn an diesem Dienstag legt die Deutsche Telekom Halbjahreszahlen vor. Am Mittwoch folgt die Deutsche Bank. "Bei der Telekom gibt es vielleicht den einen oder anderen Hoffnungsschimmer", sagte ein Händler eines Frankfurter Finanzdienstleisters. Schließlich steige die Aktie im Vorfeld der Zahlen an, begründete er seine Einschätzung. Aktienhändler Kruse erwartet hingegen von den Ergebnissen nichts Gutes. Nach Einschätzung von Analysten hat der Telekommunikationskonzern im zweiten Quartal infolge eines Beteiligungsverkaufs zwar einen geringen Nettogewinn erwirtschaftet, auf operativer Basis aber Verluste geschrieben. Die Zahlen der Deutschen Bank könnten richtungweisend für den Finanzsektor werden, glaubt Edgar Wilczek, Händler bei Concord Effekten. Die Titel des Bankhauses legten ebenfalls zu.

Ganz weit oben auf der Gewinnerliste notierten die Aktien der Siemens-Familie, allen voran Tagessieger Epcos. "Offenbar hat sich die Meinung verbreitet, dass man bei den Halbleiteraktien das Schlimmste erlebt hat. Der gegenwärtige Kurs wird nach den Hochstufungen der vergangenen Tage zum Einstieg genutzt", sagte Theo Kitz, Analyst bei Merck Finck & Co, mit Blick auf das Plus bei Infineon. Bei Siemens habe sich die charttechnische Situation gebessert, hieß es bei Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Zu den Kursverlierern gehörten die Automobilwerte. Die größten Abschläge verzeichneten aber MLP. Viele Anleger, die die Aktie aus spekulativen Gründen vor der Dax-Aufnahme gekauft hätten, bauten diese nach dem schwachen Börsendebüt nun wieder ab, erklärte Händler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser.

Der MDax notierte insgesamt im Minus bei 4 652,60 Punkten, das entsprach einem Abschlag von 1 %. Größter Verlierer waren die Anteilsscheine von Hugo Boss. An den Regionalbörsen ging es uneinheitlich zu. Im Plus schlossen Düsseldorf und Berlin, im Minus München.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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