Technologiewerte geben deutlich nach
Dax zeigt sich unentschlossen

Unentschlossen zeigt sich der Deutsche Aktienindex am Dienstag. Nach einem schwachen Start pendelt der Dax um den Vortagesschluss.Um 17.32 Uhr liegt der Dax mit 20 Punkten bzw. 0,4 Prozent im Minus.

vwd FRANKFURT. Etwas leichter tendieren die deutschen Standardaktien am Dienstagnachmittag. Bis gegen 17.32 Uhr gibt der Dax 0,4 Prozent bzw. 20 Punkte auf 5.212 Stellen ab. Für das Minus seien hauptsächlich die großen Verluste bei den Technologieaktien verantwortlich, heißt es.

Die schwache Vorgabe des Dow-Jones-Index trage allerdings dazu bei. Angeführt werden die Verluste von Epcos , die um 7,1 Prozent auf 53,63 EUR fallen. Zu dem Wert hat es kritische Analystenstimmen gegeben: ABN Amro stuft den Titel in einer Erstbewertung mit "Reduce" ein und setzt ein Kursziel von 48 EUR. Merrill Lynch senkt die Empfehlung auf "Sell".

Sowohl Epcos als auch Deutsche Telekom und Siemens leiden zudem unter einer Sektor-Abstufung durch Merrill Lynch. Deren Global-Technology-Stratege Steve Milunovich hat den Mobilfunksektor auf "Underweight" gesetzt und dafür Sorgen über eine fehlende Nachfrage genannt. Zu den größten Verlierern gehören unverändert auch Infineon mit einem Minus von 6,0 Prozent auf 24,55 EUR.

Infineon hat am Morgen mitgeteilt, dass das Unternehmen über seine niederländische Tochter eine Wandelanleihe im Volumen von einer Mrd EUR begeben will. Parallel zur Emission der Wandelanleihe verkauft Siemens 40 Mio Infineon-Aktien im Rahmen einer Blocktransaktion mit Goldman Sachs. Deutsche Telekom sinken um 1,2 Prozent auf 19,35 EUR.

Den Druck auf SAP führen Händer auf Gerüchte über eine bevorstehende Wandelanleihe zurück. "Die Infineon-Anleihe hat die alten Spekulationen wieder belebt", sagt ein Marktteilnehmer. Das Thema sei bereits mehrmal gespielt worden. Das Gerücht komme aus London. Die Ausweitung der Verluste am Nachmittag begründen einige Händler mit einer angeblichen Abstufung des Titels durch Mainfirst. "Mainfirst hat größere institutionelle Kunden, daher hat deren Meinung Gewicht", erklärt ein Experte. Mainfirst hat den Angaben zufolge die Beobachtung von SAP mit der Empfehlung "Sell" aufgenommen und nennt als Kursziel auf Sicht von sechs Monaten 115 EUR. SAP geben 3,4 Prozent auf 147,17 EUR ab.

Gesucht sind dagegen Metro , die um 3,1 Prozent auf glatt 42 EUR steigen. Händler verweisen auf die Zahlen, die am Mittwoch veröffentlicht werden. "Es gibt Fantasie, dass die Daten positiver als erwartet ausfallen", sagt der Experte. Zudem sei das am Mittag veröffentlichte Geschäfts- und Konsumentenvertrauen in der Eurozone überraschend hoch ausgefallen. "Das hilft Einzelhandelswerten", so der Händler.

Die Kursgewinne von Schering von knapp einem Prozent auf 57,15 EUR führen Händler auf die Zulassung eines neuen Medikaments und auf einen positiven Kommentar von Merrill Lynch zurück. Zudem habe der Kurs jüngst "geschwächelt" und erhole sich auch aus technischen Gründen. Die französischen Gesundheitsbehörde hat die Zulassung für eine neue Hormonersatz-Therapie erteilt. Damit sei der Einsatz in allen übrigen EU-Staaten so gut wie garantiert, heißt es. Die Analysten von Merrill Lynch (ML) sehen Schering beim derzeitigen Kurs als eine "sehr attraktive Kaufgelegenheit". Sie erwarten ein solides und mit wenig Risiken behaftetes Wachstum.

Berichte, denen zufolge Bayer und Aventis über eine Zusammenlegung der Geschäftsbereiche Blutpräperate verhandeln, werden von Händlern als positiv für Bayer bewertet. Bayer legen um 0,2 Prozent auf 37,98 EUR zu. RWE verteuern sich um 1,3 Prozent auf 41,46 EUR. Die vorbörslich veröffentlichten Geschäftszahlen des Unternehmens sind im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Die Analysten von Credit Suisse First Boston haben auf Grund der Zahlen ihre Einschätzung "Buy" für RWE bekräftigt. Die Veröffentlichung der Zahlen nur acht Tage nach Jahresende zeige den Willen des Unternehmens, die Zahlen zu kommunizieren. Der Titel sei einer der Favoriten in der Branche.

Babcock Borsig , die am Montagabend bereits kräftig zugelegt hatten, gewinnen in der zweiten Reihe 8,6 Prozent auf glatt zwölf EUR. Nach dem Einstieg des US-Investors Wyser-Pratte steht die Aktie nach Einschätzung von Händlern weiter im Blickpunkt. Jetzt müsse man abwarten, welche Ziele Wyser-Pratte verfolge.

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