Technologiewerte im Auftrieb
Goldman-Empfehlungen bremsen Talfahrt des Dax

Kaufempfehlungen der Investmentbank Goldman Sachs für den europäischen Halbleitersektor haben am Freitagvormittag die Talfahrt an den deutschen Aktienmärkten etwas gebremst. Vor allem die Einstufung des Komponentenherstellers Epcos auf "Market Outperformer" und die Wiederaufnahme des Chipherstellers Infineon auf die Empfehlungsliste habe den deutschen Technologiewerten Auftrieb gegeben, sagten Händler.

rtr FRANKFURT. Das Börsenbarometer Dax, das kurz nach Handelsbeginn am Morgen ein neues Zweieinhalb-Jahrestief von 4 786,62 Zählern erreicht hatte, kam im Verlauf bis auf wenige Punkte wieder an seinen Vortagesschluss von 4 875,37 Punkten heran. Gegen 11:30 Uhr MESZ notierte der Dax noch mit 0,7 % im Minus.

Auch die meisten europäischen Börsen erholten sich bis zum späten Vormittag wieder von ihren zuvor erreichten Tiefständen. Goldman Sachs hatte die Bewertung des europäischen Halbleitersektors mit "übergewichten" wieder aufgenommen. Neben Infineon wurde auch die Aktien von Philips wieder auf die Empfehlungsliste gesetzt. Positiv wirkte sich nach Angaben von Händlern auch die Nachricht aus, wonach der französisch-italienische Halbleiterhersteller STMicroelectronics für das vierte Quartal des Jahres eine Erholung der Branche erwartet. Für das dritte Quartal hatte Konzern-Chef Pasquale Pistorio am Rande einer internationalen Konferenz im italienischen Cernobbio eine Bodenbildung vorausgesagt.

Die Aktien von STM zogen um mehr als 3 % an. Die Anteilsscheine von Infineon legten um 4,6 %, die von Epcos um knapp 2 % und die Aktien von SAP , die vortags zeitweise mehr als 10 % verloren hatten, um gut 1 % zu. Die Aktie des Autoherstellers VW zog am Tag der Aufsichtsratssitzung in Dresden um 2,4 % an. Auf der Sitzung wurde der frühere BMW-Chef Bernd Pischetsrieder zum Nachfolger des langjährigen Vorstandschef Ferdinand Piech gewählt. Pischetsrieder soll das Amt nach Firmenangaben mit Wirkung vom 17. April 2002 übernehmen.

Zuvor hatten nach Angaben von Händlern schlechte Unternehmensnachrichten die Stimmung an den Märkten weiter verschlechtert. Der US-Chipherstellers Intel hatte am Vorabend eine Geschäftsprognose am unteren Rand der Erwartungen bekannt gegeben. Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re , der zweitgrößte Rückversicherer der Welt, veröffentlichte am Morgen einen höher als erwarteten Gewinnrückgang. "Es wird allmählich etwas panisch", sagte ein Händler in Zürich. "Nun verkaufen auch die letzten Mohikaner.

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