Technologiewerte im Minus
Dax von T-Aktie belastet

Belastet von dem neuerlichen Kurseinbruch beim Indexschwergewicht Deutsche Telekom und der Talfahrt der Infineon-Aktie hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag deutlich nachgegeben. Händler begründeten den Kursverfall der T-Aktie von zeitweise mehr als sieben Prozent auf den tiefsten Stand seit über drei Jahren mit dem Durchbrechen einer charttechnisch wichtigen Marke und einer dadurch hervorgerufenen Verkaufswelle.

Reuters/HB FRANKFURT. Ein Allzeittief markierte die Aktie des Halbleiterkonzerns Infineon, nachdem Händlern zufolge Stopp-Loss-Verkäufe ausgelöst worden waren. Auch der Gesamtmarkt sei deutlich angeschlagen, sagten Börsianer. Eine Besserung sei vorläufig nicht in Sicht.

Der Dax drehte nach einer zunächst freundlichen Tendenz im weiteren Verlauf ins Minus, erhólte sich danach leicht und und schloss erte am frühen Abend mit 5 433 Zählern 1,4 % unter seinem Vortagesschluss. Dies sind nur noch 82 Zähler über dem Jahrestief vom März bei 5 351 Stellen.

Prognosen sind ein Roulette-Spiel

"Als der Kurs unter 20 Euro fiel, hat das viele Stopp-Loss-Aufträge ausgelöst", beschrieb ein Händler die Entwicklung der Telekom-Aktie. "Das erklärt den hohen Kursverlust und das Ausmaß der Umsätze." "Stopp-Loss-Aufträge" sind die von Anlegern festgesetzte Verkaufsmarken zur Eingrenzung von Kursverlusten. "Die Aktie zieht hier den Markt nach unten", sagte ein anderer Händler. Die T-Aktie schloss bei einem hohen Handelsvolumen mit 19,47 Euro vier Prozent unter ihrem Vortagesschluss. Im Verlauf hatte sie mit 18,75 Euro den tiefsten Stand seit 41 Monaten markiert.

Mit Blick auf die weiteren Aussichten für die T-Aktie sagte ein Händler: "Das ist eine Roulette-Spiel. Da eine seriöse Prognose abzugeben, ist schwer. Jedenfalls hat der Wert charttechnisch ein neues Low erreicht. Und zwar signifikant." Ein Charttechniker sagte, die nächste charttechnische Unterstützung liege bei 16 Euro. Darüber hinaus lasteten Sorgen über einen weiteren erheblichen Rückfluss von T-Aktien aus dem VoiceStream-Erwerb sowie mehrere Herunterstufungen auf dem Wert, sagten Händler.

Die Bayer -Aktie notierte nach den Verlusten der Vortage mit 36,12 Euro über 2 % tiefer. Der Titel hatte in den vergangenen Tagen mehr als 20 % an Wert verloren. Vor allem der Rückruf eines seiner umsatzstärksten Medikamente sowie eine damit verbundene Gewinnwarnung am Mittwoch hatten Händlern zufolge die Titel auf Talfahrt geschickt. Am Freitag haben die Analysten der DG Bank und die Branchenexperten von Merck Finck & Co die Aktie heruntergestuft und sich damit in die Reihe anderer Banken gestellt, die in den Vortagen ihre Bewertungen für Bayer gesenkt oder ihre Gewinnschätzungen für das Unternehmen reduziert hatten. Merrill stufte die Bayer-Aktie am Freitag allerdings hoch.

Adidas als einer der wenigen Gewinner

Die Technologiewerte im Dax notierten am frühen Abend ausnahmslos im Minus. Stopp-Loss-Verkäufe und ein insgesamt schwaches Börsenumfeld schickten nach Händlerangaben die Aktien des Münchener Halbleiterkonzerns Infineon Technologies auf ein Allzeittief. Der Hochtechnologiewert brach zwischenzeitlich auf unter 24 Euro ein, erholte sich wieder auf ein Minus von 2,8 % auf 24,59 Euro. Damit fiel das Papier auch unter den Emissionspreis von 25 Euro, der für die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung im Juli festgelegt worden war. Ein Händler beim Börsenmakler Lang & Schwarz sagte, dass Stopps bei 24,14 Euro ausgelöst worden seien. Dies sei das Tief der letzten Abwärtsbewegung gewesen. Siemens verbilligten sich um 0,7 %, SAP um 0,8 % und Epcos um 0,6 %.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten die Titel von Adidas-Salomon mit einem Plus von 3,48 %. Der Sportartikelkonzern hatte am Vorabend Börsenspekulationen um eine Kapitalerhöhung zurückgewiesen, die nach Händlerangaben am Donnerstag für die Abwärtsbewegung der Aktie verantwortlich waren.

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