Technologiewerte im Plus
Der Dax: fest und fester

Die deutschen Aktienwerte haben am Mittwoch den dritten Tag in Folge erneut fest notiert. Marktteilnehmer führten die freundliche Tendenz darauf zurück, dass institutionelle Investoren über große Cash-Bestände verfügten und diese Liquidität nun in den Markt fließe.

rtr FRANKFURT. "Der Anstieg lässt sich nur damit erklären, dass die Aufwärtsbewegung liquiditätsgetrieben ist", sagte ein Händler. Zudem hellten auch Hoffnungen auf eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Stimmung am Markt auf. Davon profitierten vor allem die Technologiewerte und die Aktien der Deutschen Telekom, die mehr als fünf Prozent anzogen. Nach anfänglichen Kursverlusten notierte der Deutsche Aktienindex (Dax) am Mittag mit 4814 Punkten 2,3 % über seinem Vortagesschluss. Am Neuen Markt stieg der Blue-Chip-Index Nemax 50 um 1,8 % auf 1086 Zähler. Der M-Dax für die mittelschweren Werte gewann 0,5 % auf 4215 Punkte.

Marktteilnehmer äußerten abermals Unverständnis über die Kurszuwächse angesichts der unveränderten Konjunkturlage. "Aus der Sicht eines Fondsmanagers ist man vielleicht nicht unbedingt damit einverstanden, dass der Markt so fest geht", sagte Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust. "Aber man kann die Entwicklung nicht ignorieren und muss einfach dabei sein." Fondsmanager würden ihre meistens bisher untergewichteten Positionen nun auf "Neutral" erhöhen.

Sämtliche enttäuschende Unternehmensnachrichten und Erwartungen hinsichtlich der Konjunkturlage waren nach Einschätzung von Forde bereits vor den Anschlägen vom 11. September in den Aktienkursen berücksichtigt. Am Mittwoch erreichte der Dax dann nach einem Zuwachs von knapp drei Prozent den Punktestand vom 7. September. Die Verluste von rund 25 %, die das wichtigste deutsche Börsenbarometer nach den Anschlägen verzeichnete, waren damit wieder wett gemacht.

Zinserhöhung ist eingepreist

Der Index sei zudem durch die Widerstandsmarke bei 4765 Punkten gebrochen, wodurch sich weiteres Aufwärtspotenzial ergebe, sagte ein Händler. Einige Anleger hofften auch auf eine Senkung der Leitzinsen durch die EZB am Donnerstag. "Ich denke, 25 Basispunkte sind eingepreist und sollte nichts kommen, wird das den Markt sehr enttäuschen", sagte ein Börsianer.

Ein Händler verwies darauf, dass der deutsche Markt in seiner Euphorie auch die nicht so guten Vorgaben der Börsen aus den USA ignoriere. In New York war der Technologieindex Nasdaq um 0,2 % schwächer bei 1704 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Industriewerte-Index Dow Jones verlor 0,4 % auf 9340 Zähler.

Zu den größten Kursgewinnern gehörten die Aktien der Deutschen Telekom, die um 5,2 % auf 19,35 ? anstiegen. Gefragt waren auch die Technologiewerte. Siemens gewannen 4,4 % auf 54,32 ? hinzu, Epcos stiegen um 3,9 % auf 50,80 ?, Infineon gewannen 4,1 % auf 18,71 ? hinzu.

Die Aktien von Adidas-Salomon standen mit einem Abschlag von 0,5 % auf 66,74 ? allein auf der Verliererseite im Dax. Die im M-Dax notierte Aktie von Pro Sieben drehte nach deutlichen Verlusten zu Handelsstart ins Plus und stieg um 4,4 % auf 6,90 ?. Die zur Kirch-Gruppe gehörende Senderfamilie Pro-Sieben-Sat.1 Media AG hatte vor Börsenbeginn mitgeteilt, in den ersten neun Monaten einen Gewinneinbruch von fast 50 % verbucht zu haben.

Die ebenfalls im M-Dax notierten Aktien der Software AG verloren 2,3 % auf 46,90 ?. Das Papier war mit einem Abschlag von rund zehn Prozent in den Handel gestartet, nachdem das Unternehmen vor Börsenbeginn mitgeteilt hatte, Ergebnis und Umsatz im dritten Quartal deutlich gesteigert zu haben, die Umsatzplanungen für das Gesamtjahr aber nicht ganz erreichen zu können. Die Aktien der Beate Uhse AG fielen um 18 % auf 9,00 ?, nachdem das Unternehmen seine Ergebniserwartungen für 2001 halbiert hatte.

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