Technologiewerte legen weltweit zu
Gute Zahlen beflügelten gestern die Börse

Das zweite Quartal lässt hoffen: Yahoo und Motorola haben ihre Prognosen übertroffen. Doch die Bewährungsprobe steht noch bevor, wenn nächste Woche Ergebnisse vieler Tech-Giganten folgen.

som NEW YORK/DÜSSELDORF. Der Angst vor den Quartalszahlen folgt erst einmal die Erleichterung. Weltweit legten Technologie-Aktien gestern kräftig zu. Die Anleger hoffen, dass die Talsohle erreicht ist. Doch erst die nächste Woche bringt Klarheit. Dann äußern sich viele bedeutende europäische und amerikanische Unternehmen zum zweiten Quartal und zu den Aussichten für die zweite Jahreshälfte.

Japan und Europa profitierten zuerst von den positiven Nachrichten aus den USA. Nokia, SAP und die Aktien der Siemens-Familie legten kräftig zu. Am deutlichsten fielen die Gewinne in dem zuletzt am stärksten unter Druck geratenen Neuen Markt aus. Der Nemax 50 stieg zeitweise um über 5 %.

Grund für die Euphorie waren gute Quartalszahlen bei Yahoo und Motorola am Mittwoch nach Börsenschluss in den USA. Während der Internetdienstleister unerwartet einen Cent Gewinn je Aktie erwirtschaftete, berichtete der krisengeschüttelte Telekomausrüster über geringere Verluste als zuvor angenommen. Motorola-Chef Christopher B. Galvin äußerte sich zudem zuversichtlich für das zweite Halbjahr. Die hohen Lagerbestände seien gesunken. Bis zum Jahresende will Motorola 30 000 Jobs streichen, um Kosten von 1,8 Mrd. $ zu sparen. Ab dem vierten Quartal will Motorola wieder profitabel arbeiten.

Als dritter US-Gigant begeisterte Microsoft die Börsen. Der weltgrößte Softwarehersteller teilte mit, dass der Umsatz im abgelaufenen Quartal zwischen 6,5 und 6,6 Mrd. $ liegen werde. Bislang ging der Konzern von 6,3 bis 6,5 Mrd. $ aus. Börsianer hatten zuvor sogar eine Umsatz- und Gewinnwarnung befürchtet.

"Solange die Zahlen gut aussehen, werden Marktteilnehmer davon ausgehen, dass die US-Wirtschaft den Boden erreicht hat", meint Peter van Kleef, Händler bei Crédit Lyonnais. Doch viele Finanzinstitute sind skeptisch und sehen noch keine deutlichen Signale für eine Trendwende an den Märkten. Auf Grund der schwachen Konjunktur in Japan, Europa und den USA sowie der Finanzkrise in vielen Schwellenländern könne sich das Bild bei der nächsten negativen Unternehmensmeldung rasch wieder wenden.

In der kommenden Woche erhalten Anleger näheren Aufschluss über die Situation bei weiteren wichtigen Unternehmen. So legen am Dienstag der weltgrößte Chiphersteller Intel, Computerspezialist Apple sowie die Pharmakonzerne Millennium und Pfizer ihre Quartalszahlen vor. Mittwoch folgen AOL Time Warner, IBM, I2 Technologies und EMC. Der Speicherspezialist EMC hatte erst kürzlich mit einer Gewinnwarnung überrascht. Am Donnerstag und Freitag blicken Investoren nach Europa, wenn SAP, Nokia und Ericsson berichten.

André Jäkel von ABN Amro blickt der kommenden Woche mit vorsichtigem Optimismus entgegen. "Bislang signalisieren die Quartalszahlen eine leichte Stabilisierung. Viele Unternehmen werden zwar keine großen Umsatzsprünge vorlegen, aber die Gewinnsituation verbessert sich. In den USA beginnen die Kosteneinsparungen durch die vielen Entlassungen zu wirken."

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