Technologiewerte mit Verlusten
Dax nimmt neuen Anlauf auf die 5000 Punkte

Ausgelöst wurde die Aufwärtsbewegung durch die Brutto-Inlandsprodukt-Zahlen für den Euro-Raum. Diese lagen über den Erwartungen des Marktes. Händler sprechen gar von einem Stimmungswechsel.

vwd FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt dreht am Donnerstagmittag deutlich ins Plus. Er war mit leichten Verlusten gestartet. Bis gegen 12.50 Uhr steigt der Dax rund ein Prozent oder 50 auf 4 966 Punkte. Ausgelöst wurde die Aufwärtsbewegung durch die Brutto-Inlandsprodukt-Zahlen für den Euro-Raum. Diese lagen über den Erwartungen des Marktes. Neben den BIP-Zahlen seien vor allem auch Münchener Rück für den Anstieg verantwortlich. Hier sorgte vor allem der Ausblick für Aufatmen im Markt. Händler sprechen gar von einem Stimmungswechsel.

Die Umsätze im Dax seien mit den steigenden Kursen angezogen. Händler, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten die Bestände eindecken. Techniker zeigen sich erfreut, dass die Unterstützungslinie bei 4 870 Punkten nicht unterschritten wurde. Die Deutsche Bank habe bereits am Vortag in der Schlussauktion große Kauforders platziert und somit den Markt vor einem weiteren Fall bewahrt. Im Verlauf des Morgens kam dann wieder Kaufinteresse auf. Auch sorge der schwache Konjunkturreport der US-Notenbank am Vortag vereinzelt für Zinssenkungsfantasie, heißt es am Morgen. Nun sei Warten auf die am Nachmittag anstehende Statistik zu den langlebigen Wirtschaftsgütern in den USA angesagt.

Nur noch zwei Sektoren im Minus

Mittlerweile bleiben im Dax nur zwei Sektoren im Minus. Die Technologiewerte und Automobilaktien rutschen je 0,6 %. Dennoch liegen sie deutlich über den ihren Tagestiefständen. Banken und Versicherungen zeigen ein gemischtes Bild. Während die Banken im Minus liegen, steigen die Versicherer. Konsumwerte sind die Tagesgewinner.

Die Siemens-Familie bleibt trotz der Markterholung im negativen Terrain. Siemens selbst geben 1,3 % auf 64,70 Euro ab, Infineon 1,2 % auf 21,25 Euro und Epcos knapp zwei Prozent auf 50,15 Euro. Bei Infineon machten sich die EU-Wettbewerbshüter bemerkbar, heißt es im Markt. Am Vortag wurde bereits bekannt, dass die EU die staatlichen Unterstützungen für das Chipwerk in Dresden überprüfen wolle.

Im Bankensektor zeigen sich Deutsche Bank und Hypovereinsbank wie erwartet etwas leichter. Im Markt kursiert das Gerücht, europäische Banken seien bei dem Konkurs des US-Energiehändlers Enron involviert. Speziell ABN Amro, CS, Barclays und Royal Bank of Scotland hätten alle Kredite in dreistelliger Millionen-Höhe an Enron vergeben. Aber auch die Deutsche Bank könnte daran beteiligt sein. Die HypoVereinsbank gelte als Hauptbetroffene einer möglichen Kinowelt-Insolvenz. Sie und ABN Amro hätten sich mit größeren Krediten engagiert, heißt es. Am Berichtstag beginne das Insolvenzverfahren bei Kinowelt. Deutsche Bank und Hypovereinsbank geben je rund 0,7 % ihrer Kurse ab.

Versicherer legen zu

Ganz anders die Versicherer. Münchener Rück legen nach gutem Geschäftsausblick vier Prozent auf 298,59 Euro zu. Allianz folgen dem guten Beispiel mit einem Zuwachs von drei Prozent auf 259 EUR. Im Gegensatz zu den vorbörslichen Einschätzungen zeigen sich die Versorger etwas fester. Es war befürchtet worden, dass es durch die starken Bedenken des Kartellamts gegen das sogenannte Tankstellen-Joint-Venture zwischen Eon und RWE zu Kursverlusten kommen könne. Aber Eon steigen ein Prozent auf 56,96 Euro, während sich RWE 0,5 % auf 42,21 Euro verteuern.

Die Quartalsdaten von Preussag sorgten für Verkaufsdruck auf die Aktien. Zwar war der Umsatz "in line" ausgefallen, doch hätten die Spartenergebnisse außerhalb der Touristik die Analystenschätzungen deutlich verfehlt. Der Kurs sinkt 2,3 % auf 27,85 Euro. Als nichts wirklich neues bezeichneten Händler hingegen die in der "Financial Times Deutschland" veröffentlichte Prognose zur Autonachfrage. Sie sieht das Tief im Jahr 2002. Auch höhere Rabatte und günstige Importe könnten den Abschwung nicht stoppen. DaimlerChrysler sinken 0,5 % auf 46,90 EUR, während BMW und VW ihre Verluste ausbauen.

Die Gewinnanhebung von Henkel durch die Analysten von HeLaBa-Trust zeigen wenig Wirkung. Die Aktien handeln unverändert.

Der Rentenmarkt zeigt sich ebenfalls von seiner positiven Seite. Der Bund-Future klettert 18 Ticks auf 109,88 %. Der Nebenwertemarkt MDAX fällt 0,3 %. Beate Uhse liegen trotz positiver Geschäftsaussichten unverändert. T-Online steigen im Neuen Markt über zehn Prozent. Hier wird der gute Unternehmensbericht als Ursache herangezogen. Die Futures auf die US-Märkte weisen auf eine gut behauptete Eröffnung der Wall Street hin. Das Mittagsfixing für die Feinunze Gold lag in London bei 274,65 $ nach einem Vortagsfixing von 274,40 $.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%