Technologiewerte nach Gewinnwarnung von Intel erneut im Abwärtstrend
US-Vorgaben belasten Wachstumswerte

Die Technologiewerte haben nach einer Gewinnwarnung des weltgrößte Computerchip-Herstellers Intel am Freitagmittag ihre Talfahrt an den Börsen beschleunigt.

Reuters FRANKFURT. Die schlechten US-Vorgaben haben den Neuen Markt zum Wochenende nach Händlerangaben stark belastet. Beide Indizes des Wachstumssegmentes fielen um rund 2 % und setzten damit ihre Abwärtsentwicklung des Vortages fort. "Ohne freundliche Impulse von der amerikanischen Leitbörse fehlen uns die Investoren", sagte ein Händler mit Blick auf die US-Technologiebörse Nasdaq. Diese hatte am Vortag 2,48 % auf 2 168 Punkte nachgegeben. Für Freitag erwarten Händler aufgrund des konstant mit 40 Punkten im Minus stehenden Nasdaq-Futures zunächst keine Erholung bei dem amerikanischen Technologiewerten. Auf die Stimmung bei den deutschen Wachstumswerten drücke besonders die nachbörslich veröffentlichte Umsatzwarnung des weltgrößten Chipherstellers Intel. Nach Firmenangaben werde Intel im ersten Quartal 2001 einen stärkeren Umsatzrückgang als zuvor erwartet verzeichnen. Außerdem wolle der Chiphersteller 5 000 Stellen streichen.

Der alle Werte umfassende Nemax All Share gab bis zum frühen Nachmittag 1,85 % auf 2 045 Punkte ab, die im Nemax 50 zusammengefassten Blue Chips verloren 2,15 % auf 1941 Zähler. Der All-Share-Index hatte am Vortag 2,8 %, der Nemax 50 3,71 % verloren.

Kurz nach Bekanntgabe der nach Händleransicht im Rahmen der Erwartungen liegenden US-Arbeitsmarktdaten zeigten sich die deutschen Wachstumswerte kaum verändert. Allerdings sei der Nasdaq-Future weiter unter Druck geraten, so dass eine freundliche Eröffnung der US-Technologiebörse immer unwahrscheinlicher werde, sagte ein Händler.

Im Mittelpunkt des deutschen Handels standen die Papiere des Halbleiter-Zulieferers Aixtron, die sich in der Spitze um über 12 % auf 89,99 Euro verteuerten. Bis zum frühen Nachmittag notierten die Titel noch mit einem Aufschlag von 6,43 % bei 85,50 Euro. Obwohl Aixtron am Vortag noch über 13 % an Wert verloren hatte, konnten die Papiere seit Wochenbeginn rund 30 % zulegen. Das Unternehmen teilte mit, im Geschäftsjahr 2000 Gewinn und Umsatz deutlich gesteigert zu haben. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) erhöhte sich nach Firmenangaben um 92 % auf 32,9 (Vorjahr 19,4) Mill. Euro. Der Umsatz habe auf 157,9 Mill. Euro von 84,7 Mill. Euro zugenommen. Damit konnten die Prognosen der von Reuters befragten Analysten übertroffen werden.

Pixelpark auf Verliererseite

Auf der Verlierseite präsentierte sich der Berliner Internet-Dienstleister Pixelpark, deren Kurs bei sehr dünnen Umsätzen auf ein neues Allzeit-Tief von 13,27 Euro rutschte. "Niemand interessiert sich mehr für die Aktie", sagte ein Händler, "es fehlen einfach die Käufer". Zudem befürchten Marktteilnehmer seinen Angaben zufolge, dass sich der Medienkonzern Bertelsmann, der 60 % der Anteile am Berliner Internet-Dienstleister hält, mittelfristig von Pixelpark trennen könnte. Bertelsmann erklärte indes, weiter konsequent an seiner Pixelpark-Beteiligung festhalten zu wollen.

Unter den kleineren Werten ragten Fluxx.com und Orbis heraus. Die Papiere des Internetwettspezialisten Fluxx.com stiegen zeitweise um über 27 % auf 7,65 Euro. Das Unternehmen hatte am Moregn mitgeteilt, der Jahresverlust habe sich vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) bei steigenden Umsätzen leicht auf 14,3 (Vorjahr 12,2) Mill. DM erhöht. Am Nachmittag lagen die Titel noch mit über 14 % im Plus bei 6,86 Euro. Über 23 % auf ein neues Allzeit-Tief von 2,45 Euro verloren hingegen die Aktien der Orbis AG. Die auf Softwareberatung spezialisierte Firma legte am Morgen unter den eigenen Planungen liegende Zahlen für das Gesamtjahr 2000 vor.

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